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LEONARDO-Projekt ermöglicht länderübergreifende Bildungsstandards

Das LEONARDO-Projekt der EU hat für Berufe der Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) die Weichen für eine wechselseitige Anerkennung von Bildungsstandards in Europa gestellt. Das Projektteam formulierte unter Leitung von Dr. Peter Littig (DEKRA Akademie GmbH), Vorsitzender der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung im BVDW, für die ersten drei Berufe des ITK-Sektors modular aufgebaute Berufsprofile, deren Qualifikationen europaweit vergleichbar sind.

Aktuell liegen die Profile für den „Web Content Specialist“, den „IT Project Coordinator“ und den „IT Security Coordinator“ vor. Umgesetzt wird das Projekt durch ein Konsortium von 13 Kooperationspartnern aus verschiedenen EU-Staaten.

„Im Projekt ‚Embedding Standards’ konnten wir zeigen, dass der Europäische Qualifikationsrahmen (EQF) für den Hochschulraum und das Europäische Kreditpunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) eine Anerkennung von Lernleistungen ermöglichen, die sich ausschließlich an nationalen Standards orientiert“, sagte Projektkoordinator und BVDW-Gesamtvorstand Dr. Peter Littig bei der Vorstellung der Projektergebnisse im Rahmen des Abschlusskongresses „Embedding Standards“ in Berlin. „Wir haben die Bedingungen für die Durchführung und Anerkennung länderübergreifender Qualifizierungen ermittelt und ein Modell für die grenzüberschreitende Personalentwicklung erarbeitet. Damit konnten wir eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der Mobilität von Arbeitnehmern auf dem ITK-Sektor in der EU schaffen.“

Länderübergreifende Vereinheitlichungen in der Weiterbildung durch „Embedding Standards“

Bereits seit Ende der Neunziger Jahre räumen die Staaten der Europäischen Union der Vergleichbarkeit der Bildungssysteme einen hohen Stellenwert ein. Schon damals wurde deutlich, dass nur so eine höhere Mobilität der Arbeitskräfte erreicht werden kann, die für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsraums in Zeiten der Globalisierung unerlässlich ist. So zielt etwa der vom Europarat 1999 initiierte „Bolognaprozess“ darauf, im Hochschulbereich die Mobilität der Lehrenden und Lernenden zu erhöhen und ein System der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen zu etablieren. Der „Kopenhagenprozess“ von 2002 fordert für die berufliche Bildung mehr Transparenz bei Kompetenzen und Qualifikationen, die Entwicklung eines Anrechnungs- und Übertragungssystems für die berufliche Bildung (ECVET) und den besseren Zugang zum Lebenslangen Lernen.

Der daraufhin einsetzende Prozess zur Standardisierung von Kompetenzanforderungen, Ausbildungsgängen sowie Lern- und Zertifizierungsmethoden hat in Europa allerdings zu unterschiedlichen Lösungsansätzen geführt. Das Ende 2004 gestartete Pilotprojekt „Embedding Standards“ verfolgte das Ziel, im ITK-Bereich zur Überwindung dieses ‚Standardisierungsdivides’ in den Ländern der EU beizutragen. Dafür prüfte es Möglichkeiten, wie nationale Standards an europäische Bezugssysteme angebunden werden können.

Bei der Definition der Berufsprofile haben sich die Bildungsexperten vor allem an Formulierungen des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) orientiert, der den Anspruch erhebt, für die gesamte Berufsbildung Gültigkeit zu besitzen - vom Ende der Schulpflicht bis zur Promotion. Im Hinblick auf die Mobilitätsförderung der Arbeitnehmer versteht sich der EQR als Übersetzungshilfe zwischen den unterschiedlichen nationalen Kompetenzprofilen, die den Transfer von Lernergebnissen zwischen den verschiedenen Berufsbildungssystemen ermöglicht.

Für die drei ausgewählten Berufsprofile aus dem ITK-Bereich hat das Projekt länderübergreifende Berufsbildungs- bzw. Personalentwicklungsprogramme erarbeitet, die durch virtuelle, länderübergreifende Trainings in Pilotversuchen erprobt und bewertet wurden. Die Überprüfung der länderübergreifenden Berufsbildung, wie sie im Projekt vorgesehen ist, lieferte zum einen konkrete Hinweise für die praktische Nutzung des Europäischen Qualifikationsrahmens. Sie leistete aber zugleich auch einen Beitrag für den Aufbau von ‚Ebenen wechselseitigen Vertrauens’ zwischen den Vertretern der verschiedenen Nationen und Bereiche. Diese ‚Zones of Mutual Trust’ lassen sich mit Hilfe folgender Instrumente realisieren:

· Individuelle Lernvereinbarung. Sie beinhaltet eine Liste der zu absolvierenden Einheiten samt Leistungspunkten, die von der Entsende- und Aufnahmeeinrichtung erstellt und dem Lernenden zur Zustimmung vorgelegt wird.

· ECVET-Leistungsnachweis. Er dokumentiert die absolvierten Einheiten und die erworbenen ECVET Kreditpunkte.

· ECVET-Siegel. Es wird an Einrichtungen vergeben, die sich an ECVET-Grundsätze halten.

· Memorandum of Understanding. Es bezeichnet Art und Status der Entsende- und Aufnahmeeinrichtung, Aussagen zu Lernerfahrung, Lerneinheiten und Leistungspunkten sowie eine Anrechnungsvereinbarung.


 


 

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