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Loewe, Zwiesel Kristallglas, Eisengießerei Torgelow sind Turnarounder 2006

BDO Deutsche Warentreuhand und das Wirtschaftsmagazin 'impulse' zeichnen erstmals erfolgreiche Unternehmenssanierer aus / Herausragende Beispiele für die Trendumkehr zu Wachstum und Ergebnis

(ots) - Die Eisengießerei Torgelow GmbH aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern, der Trinkglashersteller Zwiesel Kristallglas AG aus Zwiesel in Bayern und das Unterhaltungselektronikunternehmen Loewe AG aus Kronach in Bayern sind die "Turnarounder des Jahres 2006". Diese vom Wirtschaftsmagazin 'impulse' und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand AG (BDO/DWT AG) initiierte und in diesem Jahr erstmals vergebene Auszeichnung konnten die Firmenchefs gestern Abend in Berlin entgegennehmen. Mit dem Wettbewerb sollen regelmäßig Unternehmer ausgezeichnet werden, die existenzgefährdende Entwicklungen ihrer Firmen durch die konsequente Umsetzung innovativer und mutiger Schritte gemeistert haben. Der Preis wird in den Betriebsgrößenklassen bis 500, zwischen 500 bis 1.000 und über 1.000 Beschäftigte vergeben.

Für Christian Dyckerhoff, Sprecher des Vorstands von BDO/DWT, soll mit dem Preis "Turnarounder des Jahres" "die enorme Leistung in vielen deutschen Firmen gewürdigt werden, bei denen in wirtschaftlich schwieriger Lage Arbeitsplätze erhalten und dem Unternehmen wieder eine Zukunftsperspektive gegeben wurde". Neben der Trendumkehr zu Wachstum und Ergebnis bewertete die Experten-Jury vor allem die Kreativität der Strategie sowie die Umsetzung des Sanierungskonzeptes.

"Turnarounder des Jahres 2006" in der Größenklasse über 1.000 Beschäftigte sind Dr. Rainer Hecker, Gerhard Schaas und Dr. Burkhard Bamberger. Die Vorstände der Loewe AG haben es geschafft, den unter Druck geratenen Hersteller von Premium-TV-Geräten wieder auf Kurs zu bringen. Das ehemals auf hochwertige, Design-orientierte Röhrengeräte spezialisierte Unternehmen schätzte 2003 die rasante Entwicklung der Flat-TVs falsch ein. Binnen kurzer Zeit brachen 44 Prozent des europäischen Marktes weg. In Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern Sharp, der mittlerweile mit 29 Prozent an Loewe beteiligt ist, wurde eine Loewe-typische Produktpalette für das Flat-Segment entwickelt und durch eine hochwertige Präsentation im Fachhandel und bei Verbrauchern erfolgreich etabliert. Heute haben Flat-TVs bei Loewe einen Umsatzanteil von weit über 90 Prozent. 2005 erwirtschaftete Loewe rund 320 Millionen Euro Umsatz, 2006 sollen es 340 bis 350 Millionen Euro bei einem EBIT von etwa zehn Millionen Euro werden.

"Turnarounder des Jahres" in der Größenklasse 500 bis 1.000 Beschäftigte sind die Vorstände der heutigen Zwiesel Kristallglas AG, Dr. Robert Hartel und Dr. Andreas Buske. Im Rahmen eines Management-Buy-outs übernahmen die beiden von der Schott AG im Jahr 2001 die damalige Schott Zwiesel AG, die fast ein Jahrzehnt lang Verluste geschrieben hatte. Mit harten Einschnitten in der Fertigungskapazität und im Personalbestand, einer Sortimentsbereinigung von 6.000 auf 1.800 Artikel und dem Verkauf von Lagerbeständen und überflüssigen Grundstücken schafften die neuen Eigner die finanzielle Wende. Durch die anschließende Fokussierung auf Kernkompetenzen, die enge Kooperation mit Forschungseinrichtungen und die Etablierung der Marke "Zwiesel 1872" für hochwertige Manufaktur-Produkte konnte der Turnaround geschafft werden. Im Geschäftsjahr 2004/05 erwirtschafteten über 400 Mitarbeiter in Zwiesel 54 Millionen Euro Umsatz. Im Geschäftsjahr 2008/2009 soll der Umsatz auf 70 Millionen Euro steigen. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen weltweit 680 Mitarbeiter.

Beim "Turnarounder des Jahres" in der Betriebsgröße bis 500 Mitarbeiter, der Eisengießerei Torgelow GmbH, hat Mitinhaber und Geschäftsführer Hermann Josef Taterra aus dem maroden, von Insolvenz zu Insolvenz schlingernden Ex-DDR-Betrieb ein Vorzeige-Unternehmen der "Old Economy" gemacht. Seit der Übernahme im Januar 2004 hat sich die Belegschaft von 60 auf 300 Beschäftigte verfünffacht und der Umsatz auf heute 42 Millionen Euro vervierfacht. 2008 sollen rund 400 Mitarbeiter etwa 80 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Um dies zu erreichen, musste Taterra mit seinen Mitarbeitern die Qualität deutlich verbessern, verhandelte mit allen Kunden, die keine auskömmlichen Preise zahlten, und gewann neue Kunden beispielsweise in der boomenden Windenergie-Branche hinzu. Gerade erst hat Taterra mit seinen Mitarbeitern eine Gewinnbeteiligung vereinbart, die ihnen eine Ausschüttung von 15 bis 20 Prozent des Gewinns je nach Monatsergebnis garantiert.

"Die drei Preisträger dokumentieren eindrucksvoll, dass mit unternehmerischem Mut und Durchsetzungswillen selbst scheinbar unrettbare Firmen wieder auf Erfolgskurs gebracht werden können. Und dies auch, ohne bei den Arbeitsplätzen einen Kahlschlag zu veranstalten", erklärt 'impulse'-Herausgeber Dr. Klaus Schweinsberg.

Die Jury des "Turnarounder des Jahres" besteht aus ASU-Präsident Dr. Patrick Adenauer, Commerzbank-Vorstand Martin Blessing, BDO-Vorstandssprecher Christian Dyckerhoff, BDU-Vizepräsident Dr. Lutz Mackebrandt, 'impulse'-Chefredakteur Gerd Kühlhorn und Dr. Matthias Wittstock, Referatsleiter Grundsatzfragen Mittelstandspolitik im Bundeswirtschaftsministerium. Den Vorsitz der Jury hat Prof. Dr. Hans-Jürgen Kirsch, Leiter des Instituts für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Schirmherr ist Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

(k.olbrisch)


 


 

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1 Kommentar

von Klartext
09.02.07 18:13 Uhr
Alles hat zwei Seiten

Zu Ihren Maßstäben sollten Sie Kapitalherkunft (Fördermittel), Führungsverhalten der Geschäftsführung und die Personal- und Entlohnungpolitik des Unternehmens hinzufügen und aus Ihrem "Turnarounder 2006" wird ein mittelständisches Unternehmen, dass , zugegeben viele Leute beschäftigt, aber leider nicht Leistungsgerecht entlohnt und von der derzeitigen wirtschaftlichen Situation getragen wird.
Ich hoffe das es dem Unternehmen auch in den nächsten Jahren gut geht (nicht der Geschäftsleitung) und die Angestellten feste Arbeitsverhältnisse bekommen (und nicht von einer Arbeitszeitfirma).

 

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