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Streik

Pilotenstreik wird ausgesetzt - Tarifverhandlungen bei der Lufthansa sollen fortgesetzt werden

(ddp.djn). Der Pilotenstreik bei der Deutschen Lufthansa hat bereits nach einem Tag ein vorläufiges Ende gefunden. Die größte deutsche Fluggesellschaft und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verständigten sich am Montagabend vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main überraschend auf eine Aussetzung des Arbeitskampfes bis zum 8. März sowie eine unverzügliche Fortsetzung der Tarifverhandlungen.

Offiziell soll der Flugverkehr bereits in der Nacht zum Dienstag wieder aufgenommen werden. Reisende müssen dennoch mit Behinderungen rechnen, da die Lufthansa ihren Flugbetrieb auf einen Notflugplan umgestellt hat.

Eigentlich sollte das Gericht über die Rechtmäßigkeit des Arbeitskampfes entscheiden. Die Lufthansa hat eine einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft VC beantragt, da sie den Streik für unverhältnismäßig und somit rechtswidrig hält. Kernpunkt des Streites ist die Anwendbarkeit von Tarifverträgen bei ausländischen Konzerntöchtern. Nun einigten sich beide Seiten auf Vorschlag der Richterin im Rahmen eines Vergleichs auf eine Aussetzung des Streiks und die unverzügliche Fortsetzung der Tarifgespräche für das deutsche Tarifgebiet.

Der Streik, zu dem VC seit Montag die rund 4500 Piloten der Lufthansa und der Tochter Germanwings aufgerufen hatte, und eigentlich bis Donnerstag andauern sollte, wird nun bis einschließlich 8. März ausgesetzt. Trotzdem muss am Dienstag noch mit erheblichen Behinderungen im Flugverkehr der Lufthansa gerechnet werden.

Auf den deutschen Flughäfen ist das befürchtete Chaos am Montag allerdings ausgeblieben. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main lief nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers «alles sehr geordnet und ruhig». Die Passagiere hätten sich gut auf den Streik eingestellt. Er ging davon aus, dass dort rund 40 Prozent der 390 Abflüge ausfielen. In München fanden nach Auskunft eines Flughafensprechers nur etwa 40 bis 50 Prozent der Lufthansa-Flüge statt. Zu langen Schlangen an den Umbuchungsschaltern sei es allerdings nicht gekommen.

In Berlin-Tegel bot die Lufthansa nur rund 25 der normalerweise 70 Flüge an, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. Besonders betroffen seien die wichtigsten Strecken nach München und Frankfurt am Main, die jeweils täglich 15 Mal angeflogen würden. Dort werde es am Montag und in den nächsten Tagen fast einen «Totalausfall» geben. Großen Andrang habe es auf dem Flughafen Tegel jedoch nicht gegeben. Am Ticketcounter sei es am Morgen «absolut ruhig» gewesen. «Die meisten Fluggäste haben sich offenbar Alternativen gesucht, weil der Sonderflugplan frühzeitig bekanntgemacht wurde», sagte der Sprecher.

Von den Ausfällen in Berlin-Schönefeld waren laut einem Germanwings-Sprecher am Montag 900 Passagiere betroffen. Die Lage am Flughafen sei aber «absolut ruhig», da ein Ersatzflugplan eingerichtet worden sei. Anders sah es in Hamburg aus, wo es ebenfalls zu zahlreichen Ausfällen kam. Einige Passagiere reagierten mit Unverständnis und Ärger auf die Nichteinhaltung des Sonderflugplanes. Auch von den Flughäfen in Stuttgart, Düsseldorf, Köln/Bonn, Nürnberg, Hannover, Bremen, Leipzig und Dresden wurden Ausfälle von Flügen gemeldet.

Unterdessen konnte die Lufthansa offenbar einen weiteren Arbeitskampf abwenden. Der Konzern will im kommenden Monat Tarifverhandlungen für die rund 16 000 Flugbegleiter bei der größten deutschen Fluggesellschaft aufnehmen, wie ein Sprecher der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) in Mörfelden-Walldorf sagte. Bei den Verhandlungen soll es um einen neuen Manteltarifvertrag und einen neuen Vergütungstarifvertrag für das Kabinenpersonal gehen, die beide am Sonntag auslaufen. Nachdem sich die Lufthansa nach UFO-Angaben zunächst geweigert hatte, Gesprächstermine zu vereinbaren, hatte UFO mit Warnstreiks gedroht.

Von Michael Wojtek, Karina Scholz und Ralf Beunink

(ddp)


 


 

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