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Markenbildung

Brandidee: „Nicht jeder muss Nivea werden“

Coca Cola, Nestlé, Nivea oder Porsche. Beispiele erfolgreicher Marken gibt es viele. Doch wie schafft man es, sein Unternehmen zu eben solch einer bekannten Marke wachsen zu lassen? Welche Faktoren sind zu beachten und was lässt sich von den großen Vorbildern lernen? Business-on.de sprach mit Lars Strempel und Gabriele Apostel-Strempel, den Gründern von BRANDIDEE über das Geheimnis der Markenbildung.

Der Markenaufbau gehört zur größten Herausforderung jedes Unternehmens – unabhängig von dessen Größe und Ausrichtung. Vom Namen über den Slogan und dem Logo bis hin zur Farbwahl und Schrift muss alles passen, um sich glaubwürdig im Gedächtnis des Kunden zu verankern.

Beispiele für eine erfolgreiche Markenbildung gibt es genügend: Jägermeister , Mercedes, 4711, Tempo oder auch Labello haben sind so fest im Kundenbewusstsein verankert, dass sie sogar als Produktbegriff in den Wortschatz übersiedelt sind (Tempo für Taschentuch oder Labello für Lippenpflegestift). Die sich hinter der Marke platzierten Produkte stehen seit mehreren Generationen für Tradition und gleichbleibende Qualität.

Ihnen und ähnlich etablierten Marken nachzufolgen ist das Ziel eines jeden Unternehmens. Doch wie kann das umgesetzt werden? Immerhin lässt sich ein Werdegang nicht ohne Weiteres auf ein anderes Unternehmen übertragen. Welche Faktoren entscheiden über Erfolg und Misserfolg? Business-on.de sprach mit Lars Strempel und Gabriele Apostel-Strempel über eine effiziente „Markierung“. Das Ehepaar gründete 2010 die Agentur für strategischen und visuellen Markenaufbau mit Sitz in Gummersbach (Oberbergischer Kreis), BRANDIDEE. Das Unternehmen kann mittlerweile über 100 Kunden aus Industrie, Handel, Energie und Fashion vorweisen, mit denen eine erfolgreiche Markenbildung umgesetzt wurde.

BRANDIDEE: "Ich bin eine Marke!" Ist Individualität der Schlüssel zum Markenerfolg?

Business-on.de: Markenbildung ist das Non plus Ultra einer erfolgreichen Unternehmensführung, die nur wenigen Betrieben gelingt. Was macht Sie zu Experten?

Gabriele Apostel-Strempel: Eine gute Frage zum Einstieg und ja, nur wenigen Betrieben gelingt es sich in den Logenplatz des Kunden – seinen Kopf – zu setzen und dort zu verweilen. Experte sind Sie dann, wenn Sie verstehen, was genau Ihr Kunde möchte, warum er Ihnen vertraut, bei Ihnen kauft und sich auf Sie einlässt.

Lars Strempel: Es geht um das Zuhören, Fragen, Diskutieren und letzten Endes zu verstehen damit Erwartungen und Wünsche zu erfüllen. Das Geheimnis liegt allerdings darin, dieses auch im Hause selbst zu kommunizieren und Werte vorzuleben. Wenn die Struktur hinter dem Gedanken schwankt, fällt alles langfristig zusammen.

Business-on.de: Der Leitsatz Ihres Teams lautet „I am a Brand – Ich bin eine Marke“. Ist das Markenmanagement wirklich derart individuell anzugehen?

Lars Strempel: Individualität ist das, was uns ausmacht. Selbstverständlich gibt es Tools und Werkzeuge die bei der Markenentwicklung helfen. Wir haben also leider keinen Hokuspokus parat und Zauberei ist es auch nicht. Es gibt stringente Regeln, die von allen Marken eingehalten werden.

Business-on.de: Auf den Punkt gebracht: Was muss eine gute Marke können?

Gabriele Apostel-Strempel: Eine gute Marke ist ein gestandenes Unternehmen, welches Werte und Prinzipien in der Kommunikation, in den Produktgruppen, der Qualität, im Umgang mit Lieferanten, Distributoren und natürlich den Mitarbeitern vorlebt und klar einhält.

Sie steht für ein Ideal welches wir alle haben und erreichen wollen. Sie macht sich nichts vor und braucht keine Testimonials um Sie zu erkennen.

Lars Strempel: Die Kommunikation der Marke zum Endkunden findet angenehm und nicht überladen immer dann statt wenn der Kunde es braucht. Wie ein bester Freund, über dessen Besuch ich mich freue. Der mir spannende Neuigkeiten zu erzählen vermag und mich auch mal mit auf eine Reise nimmt. Er hat ein klares Profil und sagt mir was ich mit Ihm machen kann und was nicht.


 


 

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8 Kommentare

von Franz
16.06.13 13:33 Uhr
Soso...

Es gibt also Tools und Werkzeuge. Faszinierend, Herr Strempel und vielen Dank, dass Sie wieder einmal mehr belegen, dass bei den meisten Kreativagentruen hohles Buzzword-Bingo immer noch an der Tagesordnung ist.

von Lars Strempel
17.06.13 09:44 Uhr
Tools & Werkzeuge

Hallo Franz,

ich gebe Ihnen gerne Tools und Werkzeuge mit an die Hand die Sie zum Markenmanagement nutzen können. Und ja, es ist keine Zauberei eine Marke zu werden.

Kontaktieren Sie mich gerne im Büro. Ich freue mich auf Ihren Anruf.
Einen guten Start in die Woche wünsche ich.

von Natalie
20.06.13 19:53 Uhr
Bingo

Guter Artikel. Leider bin ich nachdem Lesen genauso schlau wie vorher. Warum sind Testimonials ein No-Go? Jeder Fernsehspot setzt seit Jahrzehnten erfolgreich auf die unterstützenden Worte von Prominenten. Ist doch nichts anderes. Bullshit Bingo würde ich es nicht nennen, eher "um den Brei rumreden", um eine simple Dienstleistung anspruchsvoller und somit teurer zu machen.

von Lars Strempel
21.06.13 08:54 Uhr
Der Promi auf der Scheibe

Hallo Natalie,

die Flut an Testimonials nimmt im Fernsehen zu. Ebenso die mutliplen Vertragsabschlüsse mit ein und dem gleichen. Somit werben Promis meistens für mehrer Produkte, welche sich in der Regel nicht ergänzen.

Die Marke wird also schwammig. Heute ist es noch das Reiseportal, morgen die Fitness und übermorgen das Kochrezept.

Wissen Sie noch, welche Marke vor zehn Jahren einen Meilenstein mit seinem Testimonial gesetzt hat und dieses bis heute gilt?

Ich nicht ;-)

von Natalie
21.06.13 13:14 Uhr
Testimonials die Zweite

Hallo Herr Strempel,

klar: da gibt es viele Testimonials - Verona Pooth und der Blubb, Gottschalk und Haribo oder aber auch, lang ist es her, Franz Beckenbauer für Knorr. Die Werbetreibenden wissen warum sie mehrere Millionen für den ein oder anderen Star ausgeben. Warum kommt grad in Deutschland der Trend des Celebrity-eCommerces auf. Nicht von ungefähr, sondern weil man mit Testimonials besser verkaufen kann. Klar, verschwimmt die Verbindung Star und Produkt je mehr Verträge der Star angeht. Aber wie haben Sie es doch formuliert, man muss zur richtigen Zeit auf die richtige Art und Weise kommunizieren. Den Unternehmen geht es um den kurzfristigen Abverkauf der Produkte. Und dieser Erfolg ist nach Einsatz von Testimonials messbar. Nachdem ich ihre Seite besucht habe, weiß ich warum Sie so argumentieren können. Sie haben bisher noch nicht für einen B2C Großkunden gearbeitet. Also alles nur Theorie oder bereits angewendete Praxis?

von Lars Strempel
25.06.13 11:04 Uhr
Die großen im B2C

Hallo Natalie,

viele unserer Kunden aus dem B2C Bereich kaufen sich Agenturen ein mit dem Vermerk der Verschwiegenheit , also anzugeben nicht für diese zu arbeiten.
Also ein ganz klares Ja. Angewandte Praxis. Ein Beispiel: Nehmen Sie alle relevanten Marken aus allen Bereichen. Eben diese, welche einen kurzfristigen Abverkauf der Produkte im B2C wollen.

Jetzt legen Sie die Anzahl der Testimonials daneben welche für Produktwerbung benutzt werden.

Sie werden feststellen, das wir im Bereich unter 0,02% liegen. Also ein sehr unerheblicher Teil der Werbung ausmacht.
Fernsehen und Medien spiegeln ja nur einen Teil der Distributions- und Vertriebskanäle wieder.

Testimonials helfen eben nur für eine Zeit. Sie haben aber recht. Es kommt immer auf den Grund des Einsatzes an.

von B2Bler
28.05.14 20:05 Uhr
Brandidee

Heißt es eigentlich Brandidee? Oder englisch: brändidee?
Also Brand aus dem englischen?

von Sulmon
15.03.15 14:12 Uhr
Brandidee

Da hatte einer eine Brandidee und gründete die Brandidee. Sieht ja alles nett und schön aus auf der Firmenseite.

 

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