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Empirische Analyse 2006 /2007

"Marketingorganisationen" - der vierte Teil der Studie zum IT-Marketing

Nachdem im dritten Teil der empirischen Studie zum Marketing in IT-Unternehmen auf die Verwendung von kommunikativer Marketinginstrumente eingegangen wurde, soll im vierten Teil die Marketingorganisation im IT-Marketing angesprochen werden. Speziell geht es um die Abhandlung folgender Fragen: Wie sieht die Eingliederung des Marketings in die Unternehmenshierarchie aus? Welchem unternehmerischen Bereich kommt eine höherer Bedeutung zu – dem Marketing oder dem Vertrieb? Und wie hoch ist der Werbeetat der IT-Unternehmen?

Man kann es einerseits als Indiz für die hohe Bedeutung des Marketing in IT-Unternehmen werten, dass drei Viertel aller befragten Unternehmen das Marketing in die Unternehmensführung integriert haben. Und mehr als jedes zehnte Unternehmen verfügt über eine eigenständige Marketingabteilung.

Dies relativiert sich jedoch, wenn man beachtet, dass fast 60 Prozent der Unternehmen angeben, dass der Vertrieb höherrangig als das Marketing angesiedelt ist, fast ein Drittel sehen es gleichrangig.

Werbeetat: Wie viel Budget steht IT-Unternehmen zur Verfügung?

Wie hoch ist der Werbeetat der IT-Unternehmen? Die Zahlen schwanken zwischen 0 und 20 Prozent. Ein deutlicher Schwerpunkt ist jedoch unter 10 Prozent zu vermerken. Über 95 Prozent der IT-Unternehmen verwenden weniger als 10 Prozent des Umsatzes für Werbung. Zumindest sind die Budgets geringer. Werden auch alle Werbe- und Marketingaktivitäten wirklich im Budget erfasst?

Zukunftsaussicht scheint optimistisch

Passend zu der allgemeinen besseren Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft zeigen sich auch die IT-Unternehmen überwiegend optimistisch. Fast drei Viertel der Befragten erwarten für das Jahr 2006 eine Verbesserung. Ein knappes Viertel glaubt das Ergebnis des Vorjahres wieder zu erzielen und nur 6 Prozent fürchten eine Verschlechterung.

Zumindest in dieser Branche kann man einen deutlichen Aufwärtstrend wieder erwarten.

Das Erhebungsdesign - Vorgehungsweise und demographische Daten

Diese Studie wurde in zwei wesentliche Phasen unterteilt. Zunächst wurden zwischen Januar und April 2006 20 Tiefeninterviews mit erfahrenen ITUnternehmern durchgeführt. Die dort ermittelten Erkenntnisse sind in einen Fragebogen eingeflossen, der das Ziel hatte, diese Thesen und Aussagen zu überprüfen und mit belastbarem Zahlenmaterial zu belegen. Im Frühjahr 2006 wurden ca. 1.800 IT-Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum per Mail über die Befragung informiert. Als Rücklauf konnten 180 Fragebögen erfasst werden. Nach der Plausibilitätsprüfung konnten 149 Fragebögen in die Auswertung einfließen. Die Datenauswertung erstreckte sich bis in den Oktober des Jahres 2006. Die Interpretation und Dokumentation der Erhebung erfolgte im November 2006. Die Ergebnisse wurden dann im Dezember 2006 erneut mit Marketing- und Vertriebsleitern aus IT-Unternehmen reflektiert.

In Deutschland sind in 2006 ca. 27327 unsatzsteuerpflichtige IT-Unternehmen registriert. Darunter beschäftigen knapp die Hälfte (48,5 Prozent) bis zu 5 Mitarbeiter und 86,2 Prozent der Unternehmen unter 20 Mitarbeiter. 149 auswertbare Fragebögen / Unternehmen konnten in der Erhebung berücksichtigt werden. Die Stichprobe spiegelt grob die Größenstruktur in der Grundgesamtheit wieder. Die kleineren IT-Unternehmen (unter 20 Mitarbeiter) sind mit 72 Prozent gegenüber der Gesamtheit mit 86,2 Prozent leicht unterrepräsentiert. Offensichtlich ist die Bereitschaft bei mittleren und größeren Unternehmen etwas stärker vorhanden, an einer solchen Erhebung teilzunehmen. Gemessen am Jahresumsatz 2005 machen ein knappes Drittel (31,0 Prozent) bis zu 500.000 Umsatz, und etwas über die Hälfte der befragten Unternehmen überschreiten die 1 Mio. Umsatz nicht. 12 Prozent aller teilnehmenden Unternehmen überschreiten die 5 Mio. Umsatz.

Der deutlich größere Teil der befragten IT-Unternehmen betätigt sich im Business to Business-Umfeld. Lediglich ein Fünftel (20,1 Prozent) arbeitet im Bereich Business to Consumer, wobei jedes zwanzigste IT-Unternehmen beide Bereiche bedient.

Die komplette Langversion der Studie kann unter www.marketinginstitut.biz kostenlos angefordert werden.

(Prof. Dr. Michael Bernecker)


 


 

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2 Kommentare

von Claudia Krämer
14.03.07 11:23 Uhr
Was kann wie verbessert werden?

Ein großes Lob für die interessante Studie, die ich jede Woche begeistert verfolgt habe!
Jedoch fehlen mir insgesamt Anmerkungen zu Verbesserungsvorschlägen, die meiner Meinung nach, den Wert der IT-Marketing-Studie, die größtenteils "nur" eine grobe Auflistung der zum Teil bereits bekannten Vorgehensweisen darstellt, noch anheben würde.

Meine Frage also: Was können Unternehmen der IT-Branche in ihrer Vorgehensweise verbessern? Wie kann das IT-Marketing optimiert werden? Über eine kurze Benachrichtigung, ob solche Anmerkungen z.B. in der kompletten Studie zu finden sind etc., wäre ich Ihnen sehr dankbar.
MfG
C. Krämer

von Buisness-On.de
14.03.07 11:47 Uhr
Ihre Anmerkung

Sehr geehrte Frau Krämer,

vielen Dank für Ihr Interesse an Business-On.de und Ihr Kommentar, das wir gerne an das Marketinginstitut.biz weiterleiten werden.
Sicherlich erhalten Sie die nächsten Tage detailliertere Informationen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Business-On.de Redaktion

 

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