Weitere Artikel
  • 11.04.2006,
  • |
  • Köln
Werner Hanf Interview

Mit breiter Brust ins breite Band

Im Gespräch mit business-on.de wirft Netcologne-Geschäftsführer Werner Hanf einen Blick auf die zukünftigen Aktivitäten des Telekomanbieters.

Konjunkturbedingte Schieflage – kein Thema für Netcologne. Der Telekom-Anbieter zählt mit zu den erfolgreichsten Unternehmen seiner Sparte in der Region. Seit mehreren Jahren in Folge weist Netcologne kontinuierliches und überdurchschnittliches Umsatzwachstum in der Bilanz aus, das gleiche gilt für den Gewinn. Kann Werner Hanf den Erfolgskurs fortsetzen? Business-on fragte nach.

business-on.de: Herr Hanf, zunächst herzlichen Glückwunsch zum stolzen Geschäftsergebnis in 2005. Welche Geschäftsbereiche von Netcologne waren im letzten Jahr die Wachstumsträger?

Werner Hanf: Eindeutige Impulsgeber waren unsere breitbandigen Internetprodukte. Rund 80 Prozent unserer Kunden nutzen breitbandiges Internet via DSL oder Multikabel. Seit Februar können unsere Kunden mit der ADSL2+-Technologie noch schneller mit Bandbreiten von bis zu 12 oder 18 Mbit/s im Download und bis zu 736 kbit/s bzw. 864 kbit/s im Upload online gehen. Die hochmoderne Technologie ADSL2+ ermöglicht Übertragungsraten, bei denen Multimedia-Anwendungen beinahe keine Grenzen mehr gesetzt sind.

business-on.de: In welchen Segmenten erwarten Sie in den nächsten Jahren die größten Wachstumschancen für Netcologne?

Werner Hanf: Wir sehen weiterhin einen Wachstumsmarkt im Bereich der bretitbandigen Internetanschlüsse, also DSL und Multikabel bei den Privatkunden. Bei unseren Businesskunden sind Business DSL-Lösungen stetig wachsend. Auch Hosted PBX setzt sich erfolgreich am Markt durch.

business-on.de: Weche Investitionen sind speziell für die Region Köln/Bonn in 2006 geplant?

Werner Hanf: Unser vorrangiges Ziel der nächsten Zeit ist der Ausbau von Glasfaserdirektanschlüssen (Fiber to the Building - FTTB) in Köln. Dabei werden zwei Ziele verfolgt: Den Kunden noch höhere Übertragungsraten (bis zu 100 Mbit/s) bieten zu können und gleichzeitig die Anmietungen der letzten Meile von der Deutschen Telekom abzubauen. Mit diesem optischen Zugangsnetz, das das modernste in Europa sein wird, werden wir die Tür ins interaktive Multimedia-Zeitalter öffnen.

business-on.de: Welchen Zeitrahmen haben Sie sich gesetzt, bis zu dem die „letzte Meile“ der Telekom abgebaut sein wird?

Werner Hanf: Geplant ist derzeit die Anbindung von rund 110.000 Gebäudeobjekten in Köln innerhalb der nächsten fünf Jahre. Wir zahlen jährlich rund 28 bis 30 Millionen Euro an Leitungsgebühren an den ehemaligen Monopolisten. Das wollen wir sparen und in den nächsten fünf Jahren möglichst viele unserer Kunden direkt mit hochleistungsfähiger Glasfaser anschließen.

business-on.de: Wie schätzen Sie insgesamt die Entwicklung im TK-Markt im Hinblick auf das Zusammenwachsen von Telefon, TV und Internet ein?

Werner Hanf: In den nächsten zwei bis drei Jahren wird eine umfassende Innovationswelle bei den Telekommunikations-Angeboten erwartet. Der Markt für bandbreitenintensive Dienste und Anwendungen, beispielsweise Audio, Video und das hochauflösende Fernsehen HDTV wird geradezu explodieren. Während heute in erster Linie Sprach- und Datendienste genutzt werden, steht jetzt der Durchbruch zur Bewegtbildkommunikation mit höchster Qualität und in Echtzeit bevor. Darüber hinaus wird es in Zukunft viele weitere innovative Anwendungen geben, die man sich heute noch gar nicht vorstellen kann. Beispielsweise die Einrichtung eines Heimarbeitsplatzes, der über Kameras und Mikrofone live per Internet mit der Firma verbunden ist. Mit dem neuen Netz sind Netcologne-Kunden für die Zukunft bestens ausgestattet.

(Karin Bäck)


 


 

Netcologne DSL
ADSL2+
letzte Meile
Köln

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Werner Hanf" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: