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  • 23.05.2006, 20:29 Uhr
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  • Köln

Mobiles Internet und sprachgesteuerte Suchtechnologie neue Hype-Themen

Nach Ansicht von Microsoft-Manager Harald Leitmüller sollte bei der Einführung neuer Produkte und Technologien die positive Funktion der Übertreibung nicht unterschätzt werden: „Wir nutzen den Hype als Kommunikationsmuster, teilen damit unsere Begeisterung mit und bilden uns dadurch ein Urteil.

Nach Ansicht von Microsoft-Manager Harald Leitmüller sollte bei der Einführung neuer Produkte und Technologien die positive Funktion der Übertreibung nicht unterschätzen: „Wir nutzen den Hype als Kommunikationsmuster, teilen damit unsere Begeisterung mit und bilden uns dadurch ein Urteil. Der Effekt der Übertreibung dient dazu, Aufmerksamkeit zu erlangen“, erklärt Leitmüller. Die Veröffentlichung von Trends und Prognosen sei zwar mit einem gewissen Risiko verbunden, dennoch müssten die strategischen Ziele und Visionen kommuniziert werden. „Modernes Marketing kennt diese Mechanismen und bedient sich dieser auch – bewusst oder unbewusst“, so Leitmüller.

Hypes sind auch nach Meinung von Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business wichtig, um neue Themen bei Multiplikatoren zu positionieren: „Es ist die Saat, die unter das Volk gebracht werden muss und die nicht sofort aufgeht, sondern eine zeitlang untertaucht oder in Vergessenheit gerät bis die ersten Keime sprießen. Häufig wird der Zeitraum unterschätzt bis eine solche Frucht auch geerntet werden kann. Der Einsatz von Sprachcomputern im telefonischen Service ist ein typisches Beispiel hierfür. Nach dem Hype Anfang 2000 hat sich der Markt weiterentwickelt. Die Saat ist erst zwei bis drei Jahre später aufgegangen“, weiß Steimel. Zur Zeit steige die Adoptionsrate kontinuierlich: „Jedes dritte Call Center plant den Einsatz von telefonischen Self Services.

 

Die Akzeptanz dieser Technologie steigt mit der Nutzung. Wir schätzen, dass jeder zweite Bundesbürger bereits mindestens einmal mit einem Sprachcomputer kommuniziert hat“, sagt Steimel.

 

 

Und der nächste Hype stehe schon vor der Tür. „Das Zauberwort heißt Multimodalität: Getrieben von der wachsenden Bedeutung des mobilen Internets wird die Sprachautomatisierung für unterschiedliche Einsatzzwecke mit anderen Medien zusammengeführt. Spracherkennung und Sprachausgabe, ob netzbasiert oder im Endgerät eingebaut als Bedienfunktion, soll mit graphischen Benutzerschnittstellen sinnvoll zusammenwirken. Dafür müssen technologische Kompetenzen aus unterschiedlichen Fachgebieten der Sprachtechnologie zusammengeführt werden, wie das Erkennen großer Wortschätze beim Diktieren, das sinnvolle Interpretieren von Antworten auf offene Fragen und das Suchen in einem semantischen Kontext. Erst wenn das gelingt, kann die Vision Wirklichkeit werden und auch komplexe Such-Services wie Google ihre Macht im ‚Voice Web’ entfalten“, prognostiziert Steimel.

Deshalb tauge „Googlizing Voice“ als Schlagwort für den nächsten Hype im Geschäft mit Sprachapplikationen. Das kürzlich veröffentlichte und Google zugesprochene US- Patent 7027989 sei nach Einschätzung des Düsseldorfer Branchenexperten Steimel ein weiteres Indiz dafür, dass Google selbst nicht untätig sei und an einer sprachgesteuerten Suchtechnologie arbeitet. Weitere Infos unter: www.voiceday.de

(KO)


 


 

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