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Fusion von Plus und Netto steht bevor

(ddp-nrw). Die geplante Fusion des zum Familienunternehmen Tengelmann gehörenden Lebensmittel-Discounters Plus mit der Edeka-Kette Netto ist offenbar nahezu unter Dach und Fach. Der Geschäftsführende Tengelmann-Gesellschafter Karl-Erivan Haub geht davon aus, dass der Verbund am 1. Januar 2009 an den Start gehen kann. Die noch offene Verteilung von 378 der 2800 Plus-Filialen, die Edeka nach einer kartellrechtlichen Auflage nicht übernehmen darf, an andere Wettbewerber müsste dazu aber bis Mitte Dezember geklärt sein, sagte Haub am Mittwoch bei Vorlage der Tengelmann-Bilanz in Mülheim/Ruhr.

Durch die Integration der Plus-Filialen in das Netz von Netto entsteht der nach Aldi und Lidl drittgrößte deutsche Lebensmittel-Discounter. An dem Gemeinschaftsunternehmen ist Tengelmann mit nur noch 20 Prozent beteiligt.

Medienberichte, nach denen der Verkauf von 300 Filialen an Rewe und bis zu 30 Geschäften an andere Lebensmittelketten wie Norma und die zur dänischen Dansk Supermarked gehörende Netto Stavenhagen bereits entschieden sei, bestätigte Haub nicht. Offenbar könnte Rewe sogar außen vor bleiben. Nach einer zweiten Variante, die das Kartellamt Haub zufolge als geeignet ansieht, könnten andere Wettbewerber die Plus-Filialen auch komplett unter sich aufteilen. Die in Berichten genannte Zahl von 50 bevorstehenden Schließungen von Plus-Filialen nannte Haub als «zu hoch».

Unterdessen steigerte die Tengelmann-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 (30. April) ihren Umsatz in Europa im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 19,71 Milliarden Euro. Zuwächsen insbesondere durch weitere Filial-Eröffnungen in Osteuropa stand ein leichter Rückgang des Deutschland-Geschäfts um 0,3 Prozent auf 14,16 Milliarden Euro gegenüber. Zu dem Familienunternehmen zählen in Europa außerdem die Baumarkt-Kette Obi, der Textil-Discounter KiK sowie die Supermarkt-Kette Kaiser's Tengelmann. In den USA gehört der Discounter A&P zu Tengelmann.

«Wir haben mit Gewinn gearbeitet und ohne Nettoschulden. Deswegen tangiert uns die aktuelle Finanzkrise nicht unmittelbar», sagte Haub. Er rechnet mit einer Rezession und erwartet vor diesem Hintergrund auch «drastische Konsequenzen» für den Handel. Die Verbraucher seien verunsichert. Es sei damit zu rechnen, das viele finanzschwache Handelsbetriebe dicht machen müssten. Die Discounter werden aber aus seiner Sicht von der Krise profitieren.

Die Tengelmann-Gruppe selbst sieht Haub unterdessen gut für die Zukunft aufgestellt. Zuwächse werden aber in erster Linie aus dem Auslandsgeschäft erwartet, dessen Umsatzanteil inzwischen 43 Prozent erreicht hat. Unter anderem will Obi in Kürze in Rumänien, der Slowakei und der Ukraine Filialen eröffnen.

Mit Blick auf die Finanzkrise sprach Haub von einer «Blamage für die Marktwirtschaft». Die Realwirtschaft müsse nun die «Zockerei» der Finanzmärkte ausbaden. Als Konsequenz der jüngsten Ereignisse forderte er für die Finanzmärkte ein Verbot sämtlicher Derivat- und Off-Balance-Geschäfte.

(Redaktion)


 


 

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