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Neue Chancen für geringqualifizierte Beschäftigte

Jedes fünfte Unternehmen in der Region Bonn/Rhein-Sieg würde geringqualifizierte Beschäftigte in spürbarem bzw. beträchtlichem Ausmaße einstellen, wenn es zu einem Abbau der Haupthindernisse käme. Dies hat eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unter rund 250 Unternehmen ergeben.

Demnach ziehen immerhin 40 Prozent die Einstellung von wenigen Geringqualifizierten in Erwägung, während fast 40 Prozent keinen Bedarf haben. „Fast 40 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland verfügen nur über geringe Qualifikationen. Diese Geringqualifizierten ohne abgeschlossene schulische oder berufliche Ausbildung haben es am Arbeitsmarkt besonders schwer, da eine gute Berufsausbildung die Beschäftigungschancen erheblich steigert“, sagt Sandra Ludwig von der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Deshalb würde ein Abbau der Hindernisse dieser Gruppe neue Chancen ermöglichen.

Als Beschäftigungshindernisse nannten die Unternehmen die zu hohen Arbeitskosten für einfache Arbeiten, zu strenge Vorgaben bei Befristung und Kündigungsschutz, zu geringe Produktivität und Qualität der geleisteten Arbeit sowie fehlende Motivation der Bewerber zur Arbeitsaufnahme. Nur lediglich drei Prozent sehen dagegen die mögliche Ablehnung des Betriebsrates bei der Einstufung in untere Tariflohngruppen als ein Hemmnis bei der Einstellung an. Rund ein Viertel aller befragten Unternehmen sieht keine Hindernisse bei der Einstellung von Geringqualifizierten. Insbesondere im Dienstleistungsbereich sowie im Großhandel sieht sogar jedes dritte Unternehmen keine Einstellungshemmnisse.

Haupthindernisse für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte

(Mehrfachnennung möglich)

 

22,1 Prozent der Befragten gaben "Keine Hindernisse" an; 27,0 Prozent nannten die häufig fehlende Motivation der Kandidaten als Haupthindernis; die zu geringe Qualität der geleisteten Arbeit benannten 31,6 Prozent als Grund für eine Nicht-Einstellung und 32,7 Prozent sehen die Vorgabe bei Befristung bzw. den Kündigungsschutz als Haupthindernis. Mit 34,6 Prozent wurden die Arbeitskosten am meisten genannt, wohin gegen nur 2,7 Prozent den Betriebsrat , der gegen eine Einstufung in untere Tarifgruppen sei, als eigentliches Hindernis benannten.

 

 

Vor dem Hintergrund dieser Haupthindernisse reagieren die Unternehmen vor allem in folgender Weise: „Statt der Schaffung neuer Arbeitsplätze wird ein höheres Arbeitsvolumen durch vorhandene Mitarbeiter (rund 50 Prozent) oder durch Outsourcing ins Inland bzw. Zeitarbeit (rund 30 Prozent) bewältigt“, so Sandra Ludwig. Bei rund jedem vierten Unternehmen unterbleibt die Ausweitung der Produktion, 17 Prozent sehen die Lösung in einer gesteigerten Automatisierung und jedes zehnte Unternehmen bezieht diese Leistung aus dem Ausland. Insbesondere im Industriesektor reagiert jedes dritte Unternehmen auf die Einstellungshemmnisse durch verstärkte Automatisierung und jedes vierte Unternehmen durch Verlagerungen ins Ausland.

(k.olbrisch)


 


 

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