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Neue Investitionsmöglichkeiten im Bereich Geothermie

Eigentlich sollte der erste Fonds des Hannoveraner Unternehmens Green Energy, der Geotherm Power Fonds, bereits zum Ende des vergangenen Jahres geschlossen werden. „Aber wir kamen einfach nicht mit den Beratungen der vielen Kundenanfragen nach“, verriet Green Energy-Geschäftsführer Dr. Matthias Michael gegen Business-On. Geothermie – ein weites Feld mit großen Potenzial nicht nur für die Fondsbranche.

Den Einstieg in das beratungsintensive Geschäftsfeld Geothermie soll noch im ersten Quartal 2007 erfolgreich abgeschlossen werden. Der Geotherm Power Fonds, der ab einer Summe von 5.000 Euro gezeichnet werden kann und nach Aussage des Emissionshauses rund zehn Prozent Rendite erwirtschaften soll, ist derzeit noch nicht ganz ausplatziert. Rund drei Viertel des notwendigen Eigenkapitals wurde akquiriert. Bis Februar/März dieses Jahres sollen die kalkulierten 20 Millionen Euro Eigenkapital komplett eingesammelt sein. Inklusive einer 50-prozentigen Fremdfinanzierung soll das Kapital in ein Geothermie - Kraftwerk in Hagenbach im Oberrheingraben investiert werden, erklärt Michael. Das Kraftwerk soll dann eine Gesamtleistung von sechs Megawatt Strom produzieren. Spätestens ab Ende 2008 soll es fertig gestellt sein.

Geothermie fristet in Deutschland zurzeit noch ein Nischendasein. Während andere Länder die Erdwärme zur eigenen Energieproduktion bereits in größerem Stil nutzen, läuft Deutschland dieser Entwicklung derzeit noch hinterher. Bislang gibt es in Deutschland lediglich ein geothermisches Kraftwerk in Mecklenburg-Vorpommer, das seit 2004 im Einsatz ist, zwei weitere in Landau und Unterhaching befinden sich derzeit im Bau. Weltweit gibt es jedoch bereits über 2500 Kraftwerke, die Wärmeenergie aus dem Erdinnern in Strom umwandeln können. Der Anteil geothermisch erzeugter Energie in Deutschland an der Gesamtenergieproduktion ist daher zurzeit noch kaum messbar. Aber das Potenzial dieser alternativen Energiegewinnungsform ist größer als es noch vor wenigen Jahren schien.

So sind in Europa vor allem Island und Italien führend bei der Nutzung der Erdwärme. Während das Beispiel Island aufgrund der zahlreichen geothermischen Quellen bereits bekannt ist, ist die Tatsache, dass die in Italien durch Erdwärme erzeugte Gesamtleistung aller Kraftwerke bereits bei rund 500 Megawatt liegt, schon ein wenig überraschend. Auch die USA sind in Sachen Geothermie sehr aktiv. So wird der Strombedarf der US-Metropole San Francisco bereits heute zu 85 Prozent aus geothermischer Energie gewonnen. Im Vergleich dazu gibt es in Deutschland noch enormes Potenzial, so die übereinstimmende Meinung von Experten.

Für 2007 plant das Hannoveraner Unternehmen ein völlig neues Projekt. Ebenfalls mit einem Projektvolumen von rund 40 Millionen wollen die Verantwortlichen die Green Enery Beteiligungen GmbH ausstatten. Das Unternehmen soll anschließend mit diesem Kapital Unternehmen bzw. Minderheitsbeteiligungen aus dem Bereich der Betreiber und Dienstleistungen übernehmen. „Wir brauchen mehr Kompetenz in diesem Bereich“, begründet Green Energy-Geschäftsführer Michael seine Strategie. Ziel ist es dabei, kleinere und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Zulieferindustrie und der Dienstleister in einem Portfolio zu bündeln.

Zudem ist ein weiterer Fonds aus dem Hause Green Energy geplant, der allerdings im Gegensatz zum Geotherm Power Fonds ausschließlich für institutionelle Investoren aufgelegt werden soll. Als „opportunity fund“ konzipiert soll der Fonds ein Geothermie - Kraftwerk planen und bis zur Inbetriebnahme aufbauen. Anschließend soll das fertige Kraftwerk an einen Investor veräußert werden. Michael rechnet bei diesem Projekt sogar mit deutlich mehr als zehn Prozent Rendite. Doch dafür ist auch der Einstiegspreis, um an dieser Investition beteiligt zu sein, erheblich höher. Konkrete Details nannte das Unternehmen nicht, dafür sei es noch zu früh, hieß es.

Geothermie oder auch Erdwärme wird bereits in zahlreichen Haushalten zum Beispiel über Wärmepumpen genutzt. In den 90er Jahren kamen so genannte „Erdpendelspeicher“ im Bereich gewerblicher Immobilien hinzu. Gemeinsam ist allen, dass die Energie aus den wärmeren unteren Erdschichten an der Oberfläche nutzbar gemacht wird. Dies geht über Kollektoren oder Sonden. Das aufwändigste Verfahren ist das so genannte „Hot-dry-rock“-Verfahren, das in bis zu fünf Kilometer Tiefe vordringt.

Interessant aus wirtschaftlicher Sicht ist die seit 2000 festgelegte feste Vergütung von Strom aus „förderungswürdiger regenerativer Energie“, wie es das Erneuerbare-Energie-Gesetz“ (EEG) formuliert. Nach einer Korrektur im Jahr 2004 erhalten Betreiber von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung nach dem EEG für jede Kilowattstunde Strom zwischen 7,16 und 15 Cents. Die Höhe der Vergütung bemisst sich an der Größe und Leistung der Anlage.

Weitere Informationen zum Beteiligungsangebot sowie über die Geothermie als alternativer Form der Energiegewinnung erhalten Sie auf der Internetseite des Anbieters unter:

(Redaktion)


 


 

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