Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
Neue Regelungen

Das ändert sich im Jahr 2015

Ob Beschäftigte, Eltern, Patienten, Versicherte oder Verbraucher – die Bundesbürger sowie Unternehmen und Kommunen müssen sich im kommenden Jahr auf eine Reihe von Gesetzesänderungen und Neuregelungen einstellen. Hier ist ein Überblick über wichtige Veränderungen zusammengestellt.

Bafög – Bund übernimmt die Kosten

Der Bund wird ab 1. Januar 2015 die Finanzierung der Geldleistungen nach dem Bundesausbildungsförderung Bafög vollständig tragen. Bisher haben der Bund 65 Prozent und die Bundesländer 35 Prozent der Kosten übernommen. Die Länder sparen dadurch jährlich fast 1,2 Milliarden Euro. Dieses Geld soll in den Bildungsbereich (Schulen und Hochschulen) fließen. Ab dem Schuljahr 2016 beziehungsweise dem Wintersemester 2016/2017 sollen die Bedarfssätze und Einkommensfreibeträge für Schüler und Studierende mit Bafög-Anspruch angehoben werden.

Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialversicherungen steigen

Ab 2015 gelten für die gesetzlichen Sozialversicherungen neue Bemessungsgrenzen, bis zu denen Arbeitnehmer auf Lohn und Gehalt Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung steigt von derzeit monatlich 5.950 Euro (West) und 5.000 Euro (Ost) auf 6.050 Euro (West) und 5.200 Euro (Ost) im Monat. Für die knappschaftliche Rentenversicherung gelten die Bemessungsgrenzen: 7.450 Euro im Monat (West) und 6.350 Euro im Monat (Ost). Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beträgt künftig 49.500 Euro im Jahr (derzeit 48.600 Euro im Jahr). Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 53.550 Euro (2014) auf 54.900 Euro jährlich.

Biotonnen: bundesweite Pflicht kommt

In Deutschland wird es ab 2015 zur Pflicht, Bioabfälle flächendeckend getrennt zu sammeln. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft stärker auf den Ressourcen-, Klima- und Umweltschutz auszurichten und die Verwertung von Abfall zu erweitern. Stadt- und Landkreise, in denen es noch keine Biotonnen gibt, müssen entsprechend umrüsten.

Briefporto ändert sich

Verbraucher müssen sich an neue Preise für das Briefporto gewöhnen: Einen Standardbrief mit der Post zu verschicken, kostet ab kommendem Jahr 62 Cent statt bisher 60 Cent. Der Preis für einen Kompaktbrief bis 50 Gramm sinkt dagegen um fünf Cent auf 85 Cent. Einige internationale Briefprodukte werden ebenfalls teurer.

Elektronische Buchführung: erleichterte Regeln

Für die elektronische Buchführung gibt es ab 2015 neue Regeln. Das Bundesministerium der Finanzen hat seine Auslegung der gesetzlichen Vorschriften zur elektronischen Buchführung und zur elektronischen Betriebsprüfung überarbeitet. Die aktualisierten Vorgaben gelten für Wirtschaftsjahre, die am 1. Januar 2015 oder später beginnen. Sie sind zwar für die Steuerpflichtigen nicht rechtsverbindlich, können aber für die Unternehmenspraxis hilfreich sein. So müssen zum Beispiel E-Mails nicht mehr für steuerliche Zwecke aufbewahrt werden, wenn sie lediglich als Transportmittel für aufbewahrungspflichtige Unterlagen dienen. Weiterhin lässt es die Finanzverwaltung zu, dass Papierbelege nach einem ordnungsgemäßen Scan-Vorgang vernichtet werden.

Elektronische Gesundheitskarte wird Pflicht

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ab dem kommenden Jahr beim Arzt- oder Zahnarztbesuch ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen. Die alten Krankenversicherungskarten verlieren unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum ihre Gültigkeit. Fehlt dem Patienten die elektronische Gesundheitskarte, kann der Arzt eine Privatvergütung verlangen. Der Patient hat jedoch die Möglichkeit, die Gesundheitskarte oder über ein Ersatzverfahren eine Einzelfallbestätigung der Krankenkasse vorzulegen, dass zum Zeitpunkt der Behandlung ein Leistungsanspruch bestand. Nur wenn der Patient einen solchen Nachweis nicht innerhalb einer Frist vorlege, müsse er die Behandlungskosten privat bezahlen, heißt es. Datenschützer lehnen die eGK weiterhin wegen der ungenügenden Sicherheit der Patientendaten ab.

Elektronische Dienstleistungen: EU-weit gilt Bestimmungsland- statt Herkunftslandprinzip

Eine weitere wichtige Änderung zum 1. Januar 2015 betrifft die Mehrwertsteuer für elektronische Dienstleistungen sowie für Rundfunk- und Fernsehdienste, die Privatverbraucher innerhalb der EU grenzüberschreitend in Anspruch nehmen. Die Neuregelung umfasst zum Beispiel den Kauf von digitaler Musik, Filmen, E-Books oder anderen Publikationen. Das bisher geltende Herkunftslandprinzip wird vom Bestimmungslandprinzip abgelöst. Für die Höhe der Mehrwertsteuer ist nicht mehr entscheidend, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, sondern in welchem Land die Leistung in Anspruch genommen wird. Die neuen Vorschriften sollen für gleiche Wettbewerbsbedingungen und mehr Steuergerechtigkeit innerhalb der EU sorgen. Um den Aufwand für die Unternehmen möglichst gering zu halten, wird eine „kleine einzige Anlaufstelle“ (Mini-One-Stop-Shop) in jedem EU-Mitgliedstaat eingerichtet.

Elterngeld Plus ermöglicht flexiblere Elternzeit

Zum Jahresbeginn tritt das Gesetz zur Einführung des Elterngeld Plus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit in Kraft. Das Elterngeld Plus soll es Mütter und Väter erleichtern, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Außerdem ermöglicht die Neuregelung eine flexiblere Elternzeit: Bis zu 24 Monate Elternzeit sollen künftig zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes ohne Zustimmung des Arbeitgebers genommen werden können. Der Arbeitgeber kann jedoch den dritten Abschnitt der Elternzeit aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn er zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes liegt. Die neuen Regelungen gelten für Geburten ab dem 1. Juli 2015. Dann haben Eltern die Möglichkeit, zwischen dem Bezug des bisherigen Elterngelds (Basiselterngeld) und dem Bezug des Elterngeld Plus zu wählen oder beides zu kombinieren.

Hartz IV: Leistungen erhöhen sich

Empfänger von Arbeitslosengeld II erhalten vom 1. Januar 2015 an mehr Geld. Die Hartz-IV-Leistungsbezüge sollen um etwa zwei Prozentpunkte steigen. Für Alleinstehende bedeutet die Anhebung, monatlich acht Euro mehr und insgesamt 399 Euro im Portemonnaie zu haben.


 


 

Änderungen 2015
Pflege
Mindestlohn
Versicherte
Krankenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Bundesgesundheitsministerium
Mehrwertsteuer
Eltern
Versicherungsunternehmen
Pflegebedürftige
Beitrag
Beitragsbemessungsgrenze
Patient

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Änderungen 2015" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: