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Interview

9 Fragen an Oberbürgermeister Fritz Schramma zur wirtschaftlichen Lage in Köln

business-on.de stellte prominenten Vertretern neun Fragen zur regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Die Finanzkrise zeigt ihre ersten Auswirkungen in der Industrie, so OB Fritz Schramma. Das volle Ausmaß der Konjunkturschwäche wird sich allerdings erst in den nächsten Monaten zeigen.

business-on.de: Herr Oberbürgermeister, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Köln in 2008?

Fritz Schramma: Insgesamt noch positiv, wobei sich auch bei uns in der zweiten Jahreshälfte die weniger erfreulichen Nachrichten häuften.

business-on.de: Wie wird sich die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auf Köln auswirken?

Fritz Schramma: In der Industrie ist die konjunkturelle Abkühlung bereits voll angekommen. Teile des Dienstleistungssektors werden ebenfalls betroffen sein. Das Ausmaß wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es beim Handel und bei der Einstellung der Konsumenten, auch die Möbelmesse hat ein positives Signal gesetzt.

business-on.de: Wie wird sich der Arbeitsmarkt in der Region entwickeln?

Fritz Schramma: Wir werden auch in der Region 2009 Beschäftigungsverluste haben. Insgesamt ist aber der regionale Arbeitsmarkt so intakt, dass es dann auch bald wieder aufwärts gehen kann.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen den Standort Köln besonders aus?

Fritz Schramma: Die Branchenvielfalt und die breit gefächerte Betriebsgrößenstruktur.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Köln bringen?

Fritz Schramma: In der Krise heißt es: Wer wenig verliert, kann bereits zu den Gewinnern gehören. Wir wollen weiter unsere Chancen zur Ansiedlung neuer Unternehmen nutzen.

business-on.de: Wie sieht es mit der Entwicklung von Steuern und Ausgaben in Köln aus?

Fritz Schramma: Das Gewerbesteueraufkommen wird das überaus hohe Niveau der Vorjahre nicht halten können. Entsprechend sind nach Überwinden der Krise intensive Sparanstrengungen erforderlich.

business-on.de: Wie stellen Sie sicher, dass der Standort für Unternehmer attraktiv bleibt?

Fritz Schramma: Es gibt eine ganze Reihe an Ansätzen zur Attraktivitätssteigerung. Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich in der Anmutung des Stadtraums. Mit dem Platzkonzept und diversen Gestaltungssatzungen sind wir hier bereits auf gutem Wege. Die Verkehrsanbindung ist bereits durchgängig als gut zu bezeichnen und wird sich nach Beendigung der derzeit laufenden Großbaumaßnahmen - in erster Linie die Nord-Süd-Stadtbahn - noch weiter verbessern. Trotzdem müssen auch hier noch einige neuralgische Punkte - etwa diverse Kreuzungsbereiche am Militärring - in Angriff genommen werden. Positiv werden sich auch unsere Investitionen in die Schulen, die Betreuung unter 3-Jähriger und die Kultur auswirken.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die in 2009 einen maßgeblichen Einfluss auf Köln haben werden?

Fritz Schramma: Der Haupttrend ist klar: Die Konjunkturschwäche. Ich hoffe, dass sich aufgrund der genannten Branchenvielfalt und der insgesamt robusten Unternehmensstruktur die negativen Auswirkungen in Grenzen halten und wir unterdurchschnittlich betroffen sein werden.

business-on.de: Was ist Ihr größter Wunsch für 2009?

Fritz Schramma: Dass sich die Auswirkungen der Konjunkturschwäche auf dem Arbeitsmarkt in Grenzen halten und wir so viele Arbeitsplätze halten können wie möglich. Und dass wir wieder einige neue Unternehmen von den Standortqualitäten Kölns überzeugen können.

(Karin Bäck)


 


 

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