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Übertriebene Euphorie

"Offene Stellen bedeuten noch lange nicht die Trendwende"

Der networker NRW e.V., die Dachorganisation der IT Branche in Nordrhein-Westfalen und eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, zeigen sich ebenso wie andere Verbände erfreut über die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt. Insbesondere was die zahlreichen offenen Stellen für Fach- und Führungskräfte in der IT-Branche angeht, sei seit 2005 ein Aufschwung gegenüber früheren Jahren unverkennbar. In Bezug auf die derzeit weit verbreitete Aussage, die Trendwende sei bereits geschafft, mahnen beide Verbände dagegen zu mehr Realitätssinn und Zurückhaltung.

"Offene Stellen sind eine Sache. Ob und mit welchen Personen diese besetzt werden können, eine ganz andere", sagt stellvertretend eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. "Bei vielen Positionen herrscht ein Mangel an Kandidaten mit der notwendigen Qualifizierung auf dem Markt und bei den Unternehmen gehen dementsprechend auch zu wenige brauchbare Bewerbungen ein - das betrifft gerade den Bereich der IT-Fachkräfte."

Diese Aussage findet Zustimmung von einem konkret betroffenen Unternehmen: T&A Systeme, Netzwerkmanagement-Spezialist und Prozess-Integrator aus Hattingen im Ruhrgebiet, könnte derzeit rund sechs bis acht neue Stellen besetzen. Geschäftsführer Alexander Zinn: "Wir suchen händeringend hochqualifizierte IT-Kräfte, speziell IT-Architekten, um den hohen Leistungsstandard, den unsere Kunden von uns gewohnt sind, weiter auszubauen. Wir bekommen auch viele Bewerbungen. Aber es sind nur sehr wenige darunter, die unseren Ansprüchen entsprechen - und das im größten und mit Abstand studentenstärksten Bundesland." Auch die abnehmende Zahl an Informatik-Studenten - insbesondere in Nordrhein-Westfalen - stimmt Alexander Zinn wenig optimistisch, dass sich in dieser Beziehung bald etwas ändere.

Im Rahmen dieser Entwicklung ist es wenig verwunderlich, dass zurzeit nur rund jede dritte offene IT-Stelle neu besetzt wird. Ursachen für diese Entwicklung seien auf beiden Seiten - Arbeitgebern wie Bewerbern - zu finden. "Zum einen gibt es viele Quereinsteiger in der IT-Branche, die häufig nicht über die Kompetenz und Erfahrung verfügen, die eigentlich notwendig ist" so Hubert Martens, Geschäftsführer des networker NRW. Von Seiten der Unternehmen müsse sich insbesondere die Ansprache der Bewerber ändern. Auf der Basis einer langfristigen und ganzheitlichen Rekrutierungsstrategie sollten die Anforderungsprofile in den Ausschreibungen deutlich differenzierter und mehr auf das tatsächliche Aufgabengebiet hin erstellt werden. Außerdem könnten sich bei der Gestaltung der Anzeigen attraktive Cross-Media-Produkte als Schlüssel zum Erfolg entpuppen, weil sich ein Unternehmen dadurch in der Außenwirkung als modern und zukunftsorientiert erweise.

"Es geht dem eco-Verband nicht darum, den erfreulichen Trend am deutschen Arbeitsmarkt schlecht zu reden. Die positiven Signale sind insbesondere auch in der IT-Branche unverkennbar", stellt eco-Geschäftsführer Harald A. Summa klar. "Dennoch wäre es falsch, sich jetzt angesichts der guten Zahlen zurückzulehnen und in Euphorie zu verfallen. Die Unternehmen in der Branche müssen die aktuelle Lage in aller Ruhe analysieren, um dann mit einer realistischen Einschätzung die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können."

Weitere Informationen unter www.networker-nrw.de oder unter www.eco.de

(Redaktion)


 


 

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