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OnVista: Innovativ, kreativ und erfolgreich! Interview mit Michael W. Schwetje

Die Kreativitäts-Kultur hat u.a. ihre Keimzelle in der Firmenküche. Hier kommt neben Salat oder Chicken Wings auch Visionäres und Verrücktes auf den Tisch. Der inoffiziell kreative Small Talk findet in der Kölner OnVista AG statt. Business-On.de besuchte das Unternehmen und sprach mit dem Mitbegründer und heutigem Alleinvorstand Michael W. Schwetje.

OnVista AG - Vom Startup zum Konzern

Auf dem Höhepunkt der ersten Internet-Hype – genauer gesagt 1998 - wird die OnVista.de Finanzanalyse GmbH & Co.KG gegründet. Auf dem Businessplan des Kölner Startup steht ein werbefinanziertes Finanzportal. Hippe Gründer -Attitüden, Markenzeichen für damalige Dotcoms, gab es nicht. Im Gegenteil. In 2000, als viele der Newcomer bereits den Insolvenzverwalter beschäftigen, legt die zwischenzeitlich in OnVista AG umbenannte Firma einen gelungenen Börsengang hin.

business-on.de: Herr Schwetje, welche persönlichen Eigenschaften braucht man, um das Risiko einer Firmengründung mit ungewissem Ausgang einzugehen?

Michael W.Schwetje: Mut, Erfolgswillen, den Blick fürs Wesentliche. Aber ohne eine gute Idee ist alles nichts.

business-on.de: Gab es in den ersten Jahren für OnVista auch einen Plan B ?

Michael W.Schwetje: Im Gründerteam, zusammen mit Stephan Schubert und Fritz Oidtmann, haben wir mehrere Geschäftsideen gedanklich durchgespielt und manche davon mit einem Business Plan durchgerechnet. OnVista war die erfolgversprechendste. Wobei wir nach kürzester Zeit von unserem ursprünglichen Geschäftsmodell abgerückt sind und statt Abofinanzierung auf eine Kombination aus Werbevermarktung und Content-Lizenzierung gesetzt haben. Damals eine mutige, aber richtige Entscheidung.

Krise erfolgreich gemeistert

Die Krise am Kapitalmarkt und die allgemeine Konjunkturschwäche fordern zwar auch von den Kölnern ihren Tribut, aber das Unternehmen kann sich durch Restrukturierungs-Maßnahmen schnell wieder erholen. In 2005 wird von der OnVista das beste Geschäftsergebnis seit Firmenbestehen mit einem Umsatzplus von 40 Prozent erzielt. Und für 2006 zeichnen bereits weitere Ergebnis-Highlights ab.

Fokus auf werbefinanzierte Internetaktivitäten

Die heutige OnVista AG agiert als Holding mit einer 100-prozentigen Beteiligung am operativen Geschäft der OnVista Group. Die beiden Geschäftsfelder der Gruppe, d.h. die werbefinanzierten Portale für Finanzen und Gesundheit sowie das Performance-Marketing, wurden sauber getrennt in die Profitcenter OnVista Media GmbH und Ligatus GmbH. Für alle Bereiche gilt eine am Ertrag orientierte Wachstumsstrategie. Die Chancen stehen nicht schlecht, legt man die Umsatzprognosen des Bundesverbands Digitale Wirtschaft zugrunde. Der Verband schätzt, dass der Online-Werbemarkt in diesem Jahr um 50 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro wachsen wird.

business-on.de: Herr Schwetje, beim Börsengang in 2000 bewiesen Sie und Ihre Mitbegründer nicht nur ein gutes Timing, sondern konnten auch das Vertrauen der Aktionäre gewinnen. Mit welchen Argumenten überzeugte OnVista? Oder, was hat die Börse damals und heute in erster Linie honoriert?

Michael W.Schwetje: Zum Start überzeugten wir vor allem mit einer echten Innovation: Das Finanzportal OnVista ermöglichte erstmals, Kurse und Kennzahlen von Optionsscheinen aktuell abzurufen und die Papiere miteinander zu vergleichen. Das Ganze in einem boomenden Markt, der Schnittmenge aus Börse und Internet. Heute honoriert der Kapitalmarkt die OnVista Group als gleichermaßen innovatives und solides Internet-Unternehmen, das stark wächst und ordentliche Erträge erwirtschaftet. Wir haben noch viele Ideen – offenbar traut man uns zu, dass wir sie zum Erfolg führen.

business-on.de: Im Geschäftsfeld Media, mit den Portalen OnVista und Onmeda, wird heute Ihr größter Anteil des Umsatzes generiert. Zählen die beiden Produkte bereits zu den Cash Cows des Unternehmens oder gibt es noch Spielraum für weiteres Wachstum?

Michael W.Schwetje: Bei beiden ist mit großem Marktwachstum zu rechnen, das insbesondere dadurch getrieben ist, dass ein steigender Anteil der Werbeausgaben in Onlinewerbung fließen wird. Was den relativen Marktanteil angeht, ist OnVista zwar seit Jahren Marktführer unter den Finanzportalen; wenn man den Markt aber als die in Frage kommenden Werbespendings definiert, hat OnVista noch erhebliches Potenzial. Onmeda seinerseits ist gerade mal eineinhalb Jahre unter diesem Namen am Markt und hat sich unter den Top-5-Gesundheitsseiten etabliert. Hier wollen wir noch weiter nach oben und schielen vor allem auf ein deutlich größeres Stück vom Werbekuchen.

business-on.de: Das zweite Geschäftsfeld der OnVista Group, d.h. die Ligatus GmbH, befindet sich in der Anlaufphase - erfreulicherweise mit „stürmischem“ Wachstum, wie in Ihrem Geschäftsbericht 2005 zu lesen ist. Werden sich, Herr Schwetje, die Portale und Ligatus nicht eines Tages gegenseitig Konkurrenz machen?

Michael W.Schwetje: Nein, beide ergänzen sich wunderbar: Mit unseren Portalen stellen wir Plattformen für so genannte klassische Online-Werbung zur Verfügung, die zu großen Teilen brandingorientiert ist. Ligatus hat ein sehr attraktives Angebot für vertriebsorientierte Werbung, die rein erfolgsabhängig vergütet wird. Das ist also keine Kannibalisierung, sondern eine Diversifizierung.

Kluge Köpfe mit kreativen Ideen

Der Online-Werbemarkt verspricht zwar satte Zuwächse, aber der Kuchen muss auch mit immer mehr Wettbewerbern geteilt werden. Innovative Ideen sind daher das A und O, weshalb die Mitarbeiter der OnVista in Sachen Kreativität ganz besonders gefordert und gefördert werden. Gute Ausbildung ist Voraussetzung, um einen Job im Unternehmen zu bekommen. Dafür erhält jeder viel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeiten. Im Mission Statement verankert sind die Erwartungen, die an jeden einzelnen gestellt werden.

D.h., man erwartet Entscheidungskompetenz, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und kritisches Beurteilungsvermögen. Es gibt zwar auch den Innovationsmanager bei Onvista, aber prinzipiell ist jeder – vom Chef bis zum Azubi – aufgefordert, Ideen zu entwickeln und bei Aussicht auf Erfolg, mit dem Innovationsmanager als Coach einen Business-Plan zu entwerfen. A propos Firmenküche. Auch hier wurden schon Ideen „angerührt“, die es bis zur Geschäftsreife gebracht haben.

business-on.de: Gestatten Sie noch eine letzte persönliche Frage. Was würden Sie auf einer einsamen Insel ohne Internetzugang machen?

Michael W.Schwetje: Über eine neue Business-Idee nachdenken.

Vielen Dank, Herr Schwetje, für das Gespräch.

(Karin Bäck)


 


 

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