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IG Metall kritisiert Opel-Sanierungskonzept

(ddp). IG-Metall-Chef Berthold Huber hat das Sanierungskonzept des US-Autoherstellers General Motors (GM) für seine Europasparte scharf kritisiert. Ein angeschlagenes Unternehmen wie Opel/Vauxhall könne nicht gegen die Mitarbeiter saniert werden, sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk mit Blick auf die geplante Schließung des Werkes im belgischen Antwerpen.

 Zwar seien die Opel-Beschäftigten zu Opfern bereit, doch wollten sie dafür Sicherheiten. Die Beschäftigten dürften nicht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bedroht werden.

Nicht bereit sind die Gewerkschaften Huber zufolge, den Standort Antwerpen kampflos herzugeben. Denkbar sei beispielsweise eine Lösung mit einem Investor. Er kritisierte, dass Antwerpen bereits Produktzusagen hatte. Die Herstellung eines kleinen SUV habe GM dann jedoch «über Nacht» nach Korea verlagert.

Weiter zeigte sich der IG-Metall-Chef überzeugt, dass mit einer Sanierung alle Opel-Werke überlebensfähig seien. Dazu sei allerdings mehr Geld erforderlich, als GM aus eigener Kasse bezahlen wolle, sagte Huber. Der geplante Sanierungsbeitrag von GM in Höhe von 600 Millionen Euro sei «verschwindend gering». Im Vergleich dazu seien die angestrebten milliardenschweren Staatshilfen sowie der gewollte Sanierungsbeitrag der Beschäftigten «keine faire Lastenteilung».

Laut dem Anfang Februar von Vorstandschef Nick Reilly vorgestellten Plan will Opel bis 2014 drei Viertel der Fahrzeugpalette für elf Milliarden Euro erneuern. Zugleich sollen die Kapazitäten um etwa ein Fünftel sinken, was europaweit etwa 8300 Stellen kosten wird. Insgesamt beschäftigt die GM-Europasparte 48 000 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon an den vier deutschen Standorten.

Unterdessen hat Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) von der Bundesregierung baldige Opel-Gespräche gefordert. Im Deutschlandradio Kultur warf er der schwarz-gelben Koalition vor, das vorliegende Sanierungskonzept bislang nur auf Beamtenebene zu prüfen. «Es wird auf Zeit gespielt, auch mit Rücksicht auf bestimmte Wahlkampftermine wie sie in Nordrhein-Westfalen anstehen», sagte er.

(ddp)


 


 

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