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Ringen um Opel geht in die heiße Phase

(ddp.djn). Das Ringen um die Zukunft des schwer angeschlagenen Autoherstellers Opel geht in die heiße Phase. Es sei davon auszugehen, dass bis Mittwochabend um 18.00 Uhr mindestens drei Übernahmeangebote eingereicht würden, sagte ein Sprecher von GM Europe am Mittwoch in Rüsselsheim. Nach Ablauf der von der Bundesregierung gesetzten Bieterfrist würden die bei der Commerzbank-Tochter DresdnerKleinwort eingegangenen Offerten vom Mutterkonzern General Motors (GM) und dem Bundeswirtschaftsministerium geprüft.

 Der Sprecher der Rüsselsheimer machte keine Angaben dazu, wer die möglichen Bieter sein könnten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Minister wollten sich nach einem Treffen im Kanzleramt nicht zu dieser Frage äußern. Im Gespräch sind neben dem italienischen Autohersteller Fiat der kanadisch-österreichische Zuliefererkonzern Magna und der belgische Investor RHJ, hinter dem der US-Investor Ripplewood steht. Die Bundesregierung hatte den potenziellen Käufern bis zum Berichtstag Zeit gegeben, ihre Konzepte beim Bundeswirtschaftsministerium und GM einzureichen.

Fiat will das europäische und das lateinamerikanische Geschäft von GM in die vereinbarte Allianz mit dem inzwischen insolventen US-Autobauer Chrysler einbringen. Arbeitnehmervertreter stehen Fiat als möglichem Opel-Investor aber skeptisch gegenüber, da sie bei einem solchen Szenario Werksschließungen sowie den Verlust von bis zu 18 000 Stellen befürchten. Auf der Streichliste stehen angeblich das Werk im britischen Luton, im österreichischen Graz, zwei Fabriken in Italien sowie das Komponentenwerk in Kaiserslautern. Andere Standorte sollen verkleinert werden.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte in den vergangenen Tagen das Werben um Opel verstärkt. Bereits am Sonntag hatte sich der Italiener mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) getroffen, am Montag folgten Gespräche am Opel-Stammwerk in Rüsselsheim mit den Spitzen von GM Europe und Opel. Zuvor hatte der Manager bereits die beiden anderen Entscheidungsträger mit Opel-Werken in ihren Ländern, den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und seinen rheinland-pfälzischen Amtskollegen Kurt Beck (SPD), besucht. Am Dienstag führte Marchionne seine Reise nach Frankfurt am Main, wo er mit dem Vorsitzenden der IG Metall, Berthold Huber, zusammentraf.

Derweil wird eine baldige Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns GM immer wahrscheinlicher. Die Verhandlungen mit der US-Autogewerkschaft UAW und dem US-Finanzministerium kommen offenbar nicht voran und auch die Gespräche mit den Anleihegläubigern über eine Schuldenumwandlung stocken. Der US-Autobauer steht faktisch unter Aufsicht der US-Regierung, nachdem diese dem Konzern in den vergangenen Monaten milliardenschwere Finanzhilfen gewährt hatte. US-Präsident Barack Obama lehnte den im Gegenzug geforderten Sanierungsplan aber als unzureichend ab. GM hat nun bis Ende Mai Zeit, einen neuen Plan vorzulegen. Ansonsten droht dem Unternehmen die Pleite.

Um die Zeit zwischen der zunehmend wahrscheinlichen GM-Insolvenz und dem Abschluss eines Opel-Verkaufs überbrücken zu können, ohne dass Opel beschädigt würde, hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der vergangenen Woche eine Treuhand -treuhand-die-uebertragung-von-rechten-an-dritte-_id43347.html'>Treuhand -Lösung für Opel ins Spiel gebracht. Am Dienstag verhandelte die Bundesregierung in diesem Zusammenhang mit Banken und Förderbanken. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sprach von «guten Fortschritten» in den Verhandlungen.

Die Brückenfinanzierung soll offenbar 1,5 Milliarden Euro betragen. Die Hälfte davon wolle einem ausgearbeiteten Modell zufolge der Bund bereitstellen, den Rest die Länder, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums. Von den 750 Millionen Euro, die auf die Länder entfallen, soll Nordrhein-Westfalen 150 Millionen Euro übernehmen. Das Land Rheinland-Pfalz will sich mit 100 Millionen Euro beteiligen.

Von Ralf Beunink und Nico Schmidt

(Redaktion)


 


 

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