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Restaurant Oyster

Austern, Edelfische & Mehr

Wo einst Kaiser Friedrich III bei Bier und Korn im Kunibertsviertel mit einem Kölner Goldschmied plauderte, erwarten Feinschmecker heute raffinierte Gaumengenüsse. „Oyster Shot“ ist ein Spezial-Drink aus den USA, „Pousse en claire“ sind besondere, seltene Austern aus Frankreich und Edelfische kommen aus allen Weltmeeren in die Küche der „Oyster“.

Kölns jüngstes Fisch-Restaurant betont die „einfache“ Küche aus besten Produkten und Zutaten. Aber neben Meeresfrüchten und Flossenträgern serviert die „Oyster“ auch Ausgesuchtes aus Fleisch. Das Kunibertsviertel zwischen Eigelstein und Konrad Adenauer Ufer galt bisher als kulinarische Wüste. Unter Krahnenbäumen, Dagobert- und Machabäerstraße, Thürmchenswall sind primär keine Adressen für Gastrotester. Studenten der Musikhochschule haben selten Geld für teure Restaurants, Besucher der AOK-Hauptverwaltung meist andere Sorgen. Doch seit etwa einem Jahr zieht die „Oyster“ Feinschmecker ins Viertel und ist längst kein Geheimtipp mehr.

Als „Küche ohne Grenzen“ bezeichnet Peter Foltynowicz, Chef in der Küche und zusammen mit Ralf-Peter Lembke Inhaber des kleinen Lokals, den Stil seines Restaurants, das im Untertitel den Hinweis „einfach“ führt. Dieser Hinweis bedeutet in seinem Fall z. B. Gedünsteter Baby-Steinbutt und Oktopus auf Gemüsejulienne mit Muscadetduft (20,50 €) oder Halber Hummer auf schwarzen Nudeln mit Gemüseragout (23,50). Es kann aber auch heißen: Eifel-Rehrücken mit Serviettenknödel und Schwarzwurzeln (26,20) oder Rücken vom Iberico-Schwein auf Anti-Pasti-Gemüse und papas arrugadas (19,50). Das Haus Thürmchenswall 62 hat übrigens eine große Vergangenheit: hier war schon Kaiser Friedrich III, der 99 Tage Kaiser, zu Gast. Er besuchte bei seinen Reisen an den Rhein seinen alten Studienfreund Hermeling, der im Hinterhaus eine Goldschmiede betrieb. Bei Bier und Korn wurden anregende Gespräche im Gasthaus geführt. Nach dem Tod des Gekrönten durfte sich das Restaurant „Zum Kaiser Friedrich“ nennen.

Oyster Shot mit Bloody Mary

Aber ein Essen in einem Lokal mit dem Namen Oyster sollte man mit frischen Austern beginnen. Oder mit dem „Oyster Shot“ – einem vor allem in den USA beliebten Drink mit Bloody Mary, einer ausgelösten Auster und Staudensellerie. Neben den in der deutschen Gastronomie sehr verbreiteten Austern der Sorte Fine de claire (14.50 € für ein halbes Dutzend) serviert man hier auch „Pousse en claire“ ( 6 kosten 18 Euro). Die gibt’s nur absolut pur- also ohne Zitrone, Pfeffer, Schalottenvinaigrette oder andere Zutaten, die den speziellen Geschmack der „huitres“ beeinflussen könnten. „Gut kauen und länger im Mund halten,“ empfiehlt der Service und erklärt „Unser Austernzüchter würde uns die Freundschaft kündigen wenn wir die mit Zitrone servierten“. Na ja, müsste man vielleicht nicht ganz so ernst sehen – Aber die Pousse en claire sind ein besonderer Genuss. Überbackene Austern Florentine, die auf gebutterten Spinat ganz kurz in die heiße Backröhre kommen, sind in Köln eine Sache für Kenner (15,50 €).

Rochenflügel mit beurre noisette und Kapernäpfeln (9 €) oder Kalbszunge und Bries auf warmem Kartoffelsalat und Rote Beete (13,50 €) sind Vorspeisen, die man nicht überall genießen kann. Peter Foltynowicz beherrscht diese Spezialitäten, die er ja relativ preiswert anbietet. Zu den „einfachen Gerichten“ gibt es passende Weine, offen zu sympathischen Kursen oder auch in Flaschen mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zur eher einfachen Einrichtung passen die Gäste, eher jung, nicht versnobbt, nicht gestylt. Leute aus Agenturen, Kanzleien, den benachbarten Büros, vielleicht auch Dozenten von der Musikhochschule. Designer, Kreative – oder Kenner aus anderen Teilen der Stadt, die dieses Ambiente und die besondere Qualität der Küche schätzen.

Smutje auf dem Tabaluga-Segler

Den Wind Australiens hat sich der junge Koch zwei Jahre lang nach seiner Lehre und den Lehrjahren bei verschiedenen Meister- und Sterneköchen, u. a. im berühmten Düsseldorfer „Schiffchen“ von Drei-Sterne-Maitre Jean-Claude Bourgueil, um die Nase wehen lassen. Danach war er u.a. als Smutje auf Peter Maffays Tabaluga-Schiff. Der Musiker mit dem großen Herzen für Kinder hat einen Topsegelschoner, die SIR ROBERT BADEN POWELL, gechartert. Misshandelten und traumatisierten Kindern konnten so wertvolle Freizeitaufenthalte an Bord ermöglicht werden.

In nächsten Jahr wird der „Baltmimore Clipper“ für Segeltörns und Tauchtrips auf Mallorca und Sardinien angeboten. Der Kölner Oyster-Koch wird dann wieder in der Kombüse stehen und die Urlauber verwöhnen. Das 42 Meter lange Schiff wird mit 600 qm Segel durchs Mittelmeer schwimmen. Gäste können aktiv mitarbeiten oder Sonne, Meer und Peters Kochkünste genießend die Seele baumeln lassen.

Gourmet-Festival auf Mallorca

Auf der liebsten Insel der Deutschen, Mallorca, will Foltynowicz im nächsten Frühjahr mit seinem Kölner Partner Markus Bartha, Inhaber der Kölner Kommunikationsagentur „in medias“, ein Gourmet-Festival organisieren. „Es gibt solche Festivals auf Sylt und in St. Moritz. An diesen Hot Spots schätzen internationale Genießer diese Gastspiele berühmter Köche, die oft mit ihren Brigaden und sogar mit ihren Kochtöpfen, Pfannen und anderem Handwerkszeug anrücken und ganz besondere Genüsse zaubern,“ sagt Bartha. Auf der Balearen-Insel sind die besten Hotels und Restaurants für diesen exklusiven Event reserviert.

„Oyster“-Fans nicht nur im Kunibertsviertel fragen sich schon, wie lange ihr Lieblingskoch noch am Thürmchenswall kocht, rührt oder brät....

Oyster einfach.restaurant
Thürmchenswall 62 50668 Köln

Telefon: 0221-9923271 www.oyster-restaurant.com
Täglich außer sonntags von 17.00 bis 1.00 Uhr Tischreservierung wird empfohlen

(Ulrich Gross)


 


 

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