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Patenkinder-Initiative für mehr Ausbildungsplätze

Eine Stadt wirbt für Ausbildung. Unter diesem Motto hat der Bonner Stadtrat eine Initiative zu mehr Ausbildungsplätzen gestartet. Dabei haben die Stadtverordneten ihre Bereitschaft bekundet, als Ausbildungspaten Jugendliche in ihrer Suche nach Praktikums- und Ausbildungsstellen zu unterstützen und sie fit für Bewerbung und Lehrstellensuche zu machen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unterstützt diese Initiative und hat ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und zur Moderation bekundet. Ehrenamtlich wird Wolfgang Brunswig, der gerade in den Ruhestand gegangene stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK, von Kammerseite diese Initiative koordinieren. Bei einer Auftaktveranstaltung in der IHK Bonn/Rhein-Sieg stellten die Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn, die Agentur für Arbeit und die IHK unter der Leitung des Bonner Wirtschaftsförderers Martin Ogilvie die Rahmenbedingungen für das Patenschaftsmodell vor. Die Verwaltung soll jetzt die weiteren Schritte einleiten.

 

Vorbild für das Bonner Modell ist die Initiative PfAu Paten für Ausbildung der Stadt Sankt Augustin, die unter Mitwirkung der IHK Bonn/Rhein-Sieg seit 2005 erfolgreich mit den Hauptschulen in Menden und Niederpleis umgesetzt wird.

 

 

„Die berufserfahrene Begleitung durch die Patinnen und Paten ist ein lokaler Beitrag zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit“, sagte Projektkoordinatorin Marion Kusserow von der Stadtverwaltung in Sankt Augustin. PfAu zeichnet sich durch eine individuelle und kontinuierliche Betreuung der Hauptschüler ab der Klasse 9 aus, wobei das Know-how von vielen Kooperationspartnern zu einem Kompetentnetzwerk erweitert werden konnte. Die Bilanz der über 30 Paten, die mittlerweile über 80 Hauptschüler betreuen, kann sich sehen lassen: PfAu stärkt die Schulform Hauptschule und hat zusätzliche Ausbildungs- und Praktikumsplätze geschaffen. Erfreuliches Nebenergebnis: Auch die schulischen Leistungen vieler Hauptschüler sind besser geworden. Denn: „Die Schüler machen die Erfahrung, dass sich jemand um sie kümmert“, so Marion Kusserow.

„Das Patenmodell kann die Kooperation von Berufsberatung und Schule sinnvoll verstärken“, begrüßte auch Andrea Werner von der Agentur für Arbeit die Pateninitiativen in Sankt Augustin und Bonn. Die Paten müssten bei ihren Anstrengungen vor allem die Kriterien zur Ausbildungsreife beachten: „Entscheidend für den Erfolg bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind aus Sicht der Unternehmen die psychologischen Merkmale des Arbeitsverhaltens und die Persönlichkeit der Bewerber.“ Der erfolgversprechendste Weg in die Ausbildung sei das Praktikum, die persönliche Visitenkarte, was auch Wolfgang Brunswig bestätigen konnte: „Mit dem Praktikum haben auch Schüler, die über eine Papierbewerbung keine Chance hätten, eine Möglichkeit vor Ort im Betrieb ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der beste Bewerber ist schließlich nicht immer der Richtige.“ Brunswig begrüßte die Bereitschaft der Bonner Stadt- und Bezirksverordneten sich als Paten ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen. Durch die ständig steigenden Anforderungen in den Ausbildungsordnungen gebe es immer weniger Ausbildungsberufe, in denen Hauptschüler mit Abschluss 10A eine Chance hätten. „Das können wir beklagen, aber nicht ändern.“ Hier müsste die Arbeit der Paten ansetzen, denn bei der Auswahl der Bewerber setzten viele Unternehmer neben der fachlichen Eignung auf soziale und persönliche Kompetenzen.

(k.olbrisch)


 


 

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