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Markenrechtsstreit

„Lachende Kölnarena“ im Markenrechtsstreit mit „Lachendes Werl“ - da hört der Spaß auf

Eberhart Bauer-Hofner, Chef der „Lachenden Kölnarena“, macht ernst. Den St. Sebastianus Schützenverein aus Werl hat ein böser Brief erreicht. Ihre Veranstaltung „Lachendes Werl“ darf es demnach nicht mehr länger geben, zumindest nicht mit diesem Namen.

Seit 1965 in Köln

Die „Lachende Kölnarena“, die mittlerweile jedes Jahr 130.000 Zuschauer hat, gibt es in Köln seit 1965. Zuvor fand die Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle statt. Auch gestern Abend kamen wieder 10.000 Jecken in die Lanxess Arena zum 50-jährigen Jubiläum der Veranstaltung in Köln. Eine andere Veranstaltung, in der das Wort „lachende“ drinsteckt, gibt es auch in Werl. Da beginnt der Streit.

Unterlassungserklärung gefordert

„Unsere Mandantin hat Sie bereits telefonisch darauf hingewiesen, dass Sie durch die Verwendung der genannten Bezeichnung „Lachendes Werl“ gegen ihre Kennzeichenrechte, zum einen die Titelrechte, zum anderen die Markenrechte, verstoßen. Durch die Verwendung der genannten Bezeichnung verletzen Sie die Kennzeichenrecht unserer Mandantin“, steht in dem Schreiben, den die Schützenbrüder aus Werl erhalten haben. Die St. Sebastianus Schützen wollen sich jetzt wehren.

Eintragung im Patentamt

Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist die Marke „Lachende ...“ (Nr. 306.30.509) eingetragen. Doch nun melden sich die Schützenbrüder aus Werl. „Wir hatten unsere erste Feier schon 1961, als vor der Arena. Jetzt werden wir kämpfen“, erklärt Ulli Peters, Karnevals-Ehrenpräsident von Werl. Er meint: „Beim Markenschutz geht es ja darum, dass Verwechslungen ausgeschlossen werden. Aber bei uns war noch nie jemand, der eigentlich in die Kölnarena wollte“, sagt der 66-Jährige.

6000 Euro Strafe bei Zuwiderhandlung

Die Schützenbrüder aus Werl haben sich jetzt ebenfalls um einen Rechtsbeistand bemüht. Die Forderungen aus Köln sind groß. Bauer-Hofner will nicht nur, dass Werl den Namen für ihre seit 1961 stattfindende Veranstaltung ändert und gleichzeitig noch Schadensersatz an den Kölner Veranstalter bezahlt, außerdem ist dem Schreiben eine Unterlassungserklärung beigefügt. Sollten die St. Sebastianus Schützen dennoch bei ihrem Namen „Lachendes Werl“ bleiben, droht ihnen eine Strafe von 6000 Euro plus Anwaltskosten. Eberhart Bauer-Hofner wollte sich während der gestrigen Veranstaltung nicht zu dem Vorfall äußern.

„Die Chancen der Schützenbruderschaft stehen nicht schlecht“

Dr. Philip Lüghausen, Wirtschafts- und Medienrechtsanwalt in der Düsseldorfer Sozietät KINDERMANN LÜGHAUSEN Rechtsanwälte hält die vermeintlichen markenrechtlichen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche der Veranstaltergesellschaft der „Lachenden Kölnarena“ für nicht offensichtlich. „Die Werler Schützenbruderschaft beruft sich einerseits auf sogenannte prioritätsältere Rechte. Sie veranstalten nach eigenen Angaben ihr „Lachendes Werl“ schon seit 1961. Die Marke „Lachende...“ der Kölner Veranstaltergesellschaft ist hingegen erst 2006 angemeldet und in das deutsche Markenregister eingetragen worden“, erklärt Lüghausen.

Marke erst seit 2006

„Es besteht aber auch Diskussionsbedarf im Hinblick auf den Schutzumfang der eingetragenen Marke „Lachende...“ bzw. eines Werktitels „Lachende Kölnarena“ und das damit zusammenhängende tatsächliche Vorliegen einer Markenrechts- oder Titelschutzverletzung durch die Werler Schützenbruderschaft.“, erklärt Lüghausen. „Die Chancen der Schützenbruderschaft, sich gegen die schon ausgesprochene Abmahnung der Kölner zur Wehr zu setzen, stehen nicht schlecht: Denn immerhin nennen die Schützenbrüder ihre Veranstaltung nicht „Lachende Werlarena“ - was eine Beeinträchtigung eines etwaigen Titelschutzes bedeuten könnte. Letztendlich wird das Vorliegen einer Verletzung aber nur durch die Gerichte geklärt werden können.“

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Der Streit um den Namen „Lachende...“ wird also weitergehen. Dennoch scheint der David, die Schützenbruderschaft aus Werl, gegen den Goliath, die Veranstaltergesellschaft „Lachende Kölnarena“ gute Chancen zu haben. Die jährliche Veranstaltung mit etwa 200 Besuchern könnte also auch nach einem möglichen Gerichtsentscheid weiterhin den altbewährten Namen tragen.

(Redaktion)


 


 

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