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Personalentwicklung

Mentoring – Im Tandem zum Erfolg

Schon die griechischen Götter wussten, was gut ist. Der erste Ratgeber namens Mentor spielt in Homers Opus Odyssee als Tutor von Telemach, dem Sohn von Odysseus, eine Rolle. Mentor vertrat in Gestalt vieler Protagonisten sozusagen die Vaterrolle während der 10-jährigen Irrfahrten von Odysseus. Der Grundgedanke ist bis heute geblieben. Ansonsten hat sich, wenn wir von Mentoring sprechen, viel geändert. Mentoring-Programme sind heute professionell, zielgerichtet und variantenreich. Welche Gestaltungskomponenten machen den Erfolg von Tandems aus?

Ziele

Mentoring hat sich seit vielen Jahren als effizientes Instrument der Personalentwicklung bewährt. Hochschulen, Verwaltungen und Wirtschaft setzen es mit großem Erfolg ein. Ziel ist generell, beruflichen und persönlichen Wissenstransfer zwischen Erfahrenen (Mentoren) und Unerfahrenen (Mentees) zu fördern.

Speziell im PepperMINT*)-Programm geht es um das Ziel, Mentees mit erfahrenen Führungskräften auf zukünftige Leitungsaufgaben vorzubereiten. Die Mentees profitieren in vielfacher Hinsicht:
1. Den meisten MINT- Frauen fehlt häufig ein Einblick in betriebliche Strukturen und/oder formelle/informelle Kommunikationswege, weil das nicht, wie bspw. in den Wirtschaftswissenschaften, im Lehrplan vorgesehen ist.
2. Zusammen mit begleitenden Führungsentwicklungs-Seminaren erschließt sich die Möglichkeit, Erlerntes mit den praktischen Erfahrungen des/der MentorIn für sich selbst zu optimieren und für die berufliche Laufbahn umzusetzen.
3. Das Unternehmensnetzwerk bietet die Chance, innerbetriebliche Kontakte aufzubauen als wesentliche Voraussetzung für die Karriereplanung.

Cross oder In-house?

Die klassischen Mentoring-Formen sind unternehmensinterne (In-house) und unternehmensübergreifende (Cross) Programme. Neben zahlreichen Varianten gibt es seit Kurzem auch e-Mentoring, d.h. online-basierte Beziehungen. Für wen eignet sich welche Form? In der Praxis spielen hauptsächlich organisatorische Rahmenbedingungen eine Rolle.

In global aufgestellten Konzernen wird fast ausnahmslos In-house-Mentoring bevorzugt. Für die Unternehmen hat es den Vorteil, dass bspw. die Auswahl von Mentees und Mentoren ganz gezielt im Hinblick auf eine neue Aufgabe erfolgen kann. Tandems haben dabei die gleiche fachliche Ausrichtung. Hinzu kommt in großen Organisationen, dass die Anzahl der hierarchischen Leitungsebenen sowie die Verflechtung mit Tochter- und Partner-Unternehmen eine relativ neutrale Beziehung zwischen Mentee und Mentor zulässt. Konzerne nutzen auch gern Formen des Team-Mentoring, d.h. ein Mentor ist für mehrere Mentees zuständig, was in puncto Networking Vorteile hat.

E-Mentoring-Programme werden im beruflichen Kontext überwiegend von Hochschulen und Forschungsinstitutionen, teilweise vernetzt mit der Wirtschaft, genutzt. Zwischen In-house und Cross entscheiden nicht selten entsprechende Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Sind MentorIn und Mentee in unterschiedlichen Unternehmen/Organisationen beschäftigt, wie das bei PepperMINT der Fall ist, spricht man von Cross-Mentoring. In der mittelständischen Wirtschaft bietet sich diese Form aufgrund der flachen hierarchischen Strukturen an, die die Auswahl von fachlich geeigneten MentorInnen erschweren. Von Vorteil ist zusätzlich, dass Mentee und MentorIn sich bei Cross-Mentoring sozusagen auf neutralem Boden bewegen, was das Vertrauen und die Offenheit untereinander fördert.

Ein Zusammenschluss von Unternehmen bspw. aus der gleichen Region oder aus der gleichen Branche, wie beim PepperMINT-Netzwerk, hat zudem positive Synergie-Effekte:

  • Einblick in unterschiedliche Unternehmens- und Führungs-Kulturen erweitert Blickwinkel sowohl für MentorIn als auch Mentee
  • Unternehmensübergreifende Vernetzung bietet einen Zugewinn für den Erfahrungsaustausch im betrieblichen Kontext

Uni oder mixed Tandems?

Bei der Frage, ob Tandems gleichgeschlechtlich sein sollten oder nicht, scheiden sich die Gemüter. Eine Möglichkeit ist, sich an den gesetzten Zielen zu orientieren. Bei PepperMINT war die Branche Industrie ausschlaggebend. Da die Führungspositionen im technischen Bereich mehrheitlich in männlicher Hand sind, überwiegt die Zahl der gemischten Tandems. Und das hat, so unsere Erfahrungen, Vorteile sowohl für die Mentees als auch den Mentoren!

Offenes oder gesteuertes Matching von Tandems?

Unter Matching versteht man das Auswahlverfahren der Mentoring-Tandems. In der Praxis findet das "offene Suchen" und das "gesteuerte Auswählen" je nach Zielsetzung des Konzepts Anwendung, siehe auch Perspektivenwechsel GmbH.

Im "gesteuerten Auswahlverfahren" entscheiden ein Projektteam, eine Steuerungsgruppe oder auch elektronische Tauschbörsen über die Auswahl der Tandems. Dies setzt gute Kenntnis über die Kompetenzen und Lebensläufe der Beteiligten voraus. Das Verfahren wird vielfach beim In-House-Mentoring angewendet, um gezielt Unternehmens-Prozesse zu unterstützen.

Im PepperMINT-Programm nutzen wir das „offene Suchen". Das heißt, dass sich die Mentee ihren Mentor selbst aussucht. Dazu werden die von den Unternehmen benannten Mitarbeiter zu einem Initialisierungs-Workshop eingeladen. Für die meisten Mentees und MentorInnen ist es das erste Mal, dass sie an einem Mentoring-Programm teilnehmen. Deswegen startet der Workshop mit einer detaillierten Einführung in Ziele, Abläufe und Vereinbarungen des Mentoring.

Der eigentliche Matching-Prozess beinhaltet Vorstellungrunden, Zweiergespräche und Festlegung der Präferenzen. Begleitet und gesteuert wird der Prozess von einer erfahrenen Moderatorin. Das offene Verfahren hat speziell beim Cross-Mentoring nachweisliche Vorteile, wie bspw. Einsparung bei Zeit und Kosten, einheitlicher Wissensstand sowie optimale Passgenauigkeit der Tandems.

Evaluation und Networking

Die Laufzeit eines Mentoring-Programms beträgt in der Regel ein Jahr. In dieser Zeit werden die Tandems von PepperMINT individuell betreut. Zusätzlich werden Workshops angeboten, in denen u.a. Erfahrungsaustausch und Aufbau von Netzwerken eine hohe Priorität einnehmen. Die jeweiligen Themen werden von den Mentees und MentorInnen eingereicht. Das Thema Evaluation der Zielvereinbarungen wird jeweils zur Halb- und zur Endzeit auf die Agenda gesetzt und das Ergebnis den Unternehmen mitgeteilt.

Am Cross-Mentoring des PepperMINT-Programms haben inzwischen 30 Mentees und 25 MentorInnen teilgenommen. Die Resonanz ist durchgängig positiv, weil viele Ziele erreicht wurden.

*) PepperMINT (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) wurde mit Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds und dem BMAS im IHK Kammerbezirk Köln in 2012 und 2013 von Karin Bäck, Vorstandsvorsitzende von Career-Women in Motion e.V., entwickelt und realisiert. Die IHK und die Stadt Köln unterstützen das Programm als sinnvolle Initiative, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und der industrienahen Dienstleister angesichts des zunehmenden Fach- und Führungskräftemangels zu sichern. Das PepperMINT-Unternehmensnetzwerk wird jährlich neu zusammengestellt. Bewerbungen für 2015 sind bis Ende Januar möglich.
Weitere Informationen auf www.peppermint-koeln.de

(Redaktion)


 


 

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