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Pkw-Überlassung: Arbeitslohn oder vGA?

Als Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH nutzen Sie im Regelfall einen Pkw für betriebliche Zwecke. Ob dieser Pkw auch für private Fahrten genutzt wird oder genutzt werden darf, ist höchst unterschiedlich. Es lassen sich drei Fälle unterscheiden:

  • Die betriebliche und private Nutzung des Betriebs- Pkw ist im Anstellungs Vertrag geregelt. Die private Nutzung ist erlaubt und wird als zusätzlicher Arbeitslohn der Lohnsteuer unterworfen.
  • Die betriebliche Nutzung ist im Anstellungsvertrag geregelt, eine private Nutzung ist vertraglich ausgeschlossen. Eine solche Regelung kann sinnvoll sein, weil Sie grundsätzlich alle Privatfahrten mit einem privat angeschafften Fahrzeug machen oder weil die Privatnutzung des Firmenfahrzeugs so gering erscheint, dass Sie die zusätzliche Lohnsteuer vermeiden wollen. Dieser Zustand ist gefährlich, weil die Finanzverwaltung nach dem ersten Anscheinsbeweis davon ausgeht, dass alles für eine private Mitnutzung des Fahrzeugs spricht. Die rein betriebliche Nutzung wird nur anerkannt, wenn diese auch überwacht und kontrolliert wird. Also ist in diesem Fall immer die Führung eines Fahrtenbuchs zu empfehlen.

    Wird die rein betriebliche Nutzung nicht kontrolliert und kommt es zum Ansatz eines privaten Nutzungsanteils, so ist dieser nicht wie zusätzlicher Arbeitslohn zu versteuern. Die Ein-Prozent-Regelung kann nicht angewendet werden, sondern die private Nutzung wird als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt. Für die Bewertung ist der gemeine Wert einschl. eines Gewinnaufschlags (der bis zu 25 Prozent gehen kann) anzusetzen.
  • Die betriebliche Nutzung des Fahrzeugs ist geregelt, die private Nutzung wird im Vertrag überhaupt nicht angesprochen. Auch in diesem Fall geht die Finanz- verwaltung von einer unerlaubten Privatnutzung des Fahrzeugs aus, wenn Sie das Gegenteil, zum Beispiel durch Führung eines Fahrtenbuchs, nicht nachweisen können. Auch in diesem Fall wäre die Privatnutzung als verdeckte Gewinnausschüttung zu behandeln.

Wie unter Nr. 1 bereits gesehen, würde im Falle einer unerlaubten privaten Fahrzeugnutzung eine Nutzung auf gesellschaftsrechtlicher Basis angenommen. Es wäre keine Überlassung an einen Arbeitnehmer gegeben, die als Arbeitslohn zu versteuern ist. Die verdeckte Gewinn - ausschüttung würde dazu führen, dass ein in Anspruch genommener Investitionsabzugsbetrag nachträglich ver- worfen würde und Gewinn erhöhend aufgelöst werden müsste.

Die Folgen der unerlaubten Privatnutzung eines Firmen- Pkws machen deutlich, wie wichtig eine klare vertragliche Vereinbarung zur privaten Nutzung des Firmenfahrzeugs ist.

(VSRW-Verlag)


 


 

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