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Podiumsdiskussion

Aussehen macht Erfolg

Haben schöne Menschen im Berufsleben mehr Erfolg? „Kein ernstes – aber ein sehr schönes Thema“ – so kündigte die WDR Moderatorin Katja Mitchell die Podiumsdiskussion „ Aussehen macht Erfolg“ im Kölner Wirtschaftsclub an. „Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Erfolg“, betonte Designerin Gabriele Koch. "Es gibt Dresscodes für bestimmte gesellschaftliche Anlässe, deren Missachtung als Faux Pas aufgefasst werden kann.“

Für die Modedesignerin Gabriele Koch hat die Kleidung als äußeres Erscheinungsbild des Menschen Signalwirkung: „Sie unterstreicht die Persönlichkeit der Trägerin oder des Trägers, ist direkter Ausdruck der Individualität. Dies war“, wie die Designerin hervorhob, „nicht immer so, denn bis zum 18. Jh. gab es eine Kleiderordnung, die an die Standeszugehörigkeit gebunden war und keine persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten bot. Auch heute noch gibt es noch Uniformen – für Schulen, Berufe, religiöse Vereinigungen oder auch in Trauerfällen." 

Das äußere Erscheinungsbild entscheidet für Personalberater Edmund Mastiaux über den Erfolg im Beruf. Seiner Ansicht haben attraktive und gepflegte Menschen mit positiver Ausstrahlung bei Vorstellungsgesprächen bessere Startbedingungen: „Männer, die größer als der Durchschnitt sind, sportlich und dynamisch wirken, verfügen über die besseren Karrierechancen.“ Darüber hinaus gelte es, den Kleiderordnungen der jeweiligen Branche Tribut zu zollen, die in einer Bank sicher strenger sind als im Kommunikationsdesign. Äußerlichkeiten allein genügen jedoch nicht, ausschlaggebend sei die fachliche Kompetenz . „Wenn ein Personalberater allerdings die Wahl zwischen zwei gleich qualifizierten Bewerbern hat, wird er sich sicher eher für den mit dem ansprechenden und gepflegten Äußeren entscheiden. Schöne Frauen haben“, so Mastiaux, „wie sich beim Coaching herausstellt, erstaunlicherweise häufig ein mangelndes Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich den hohen Erwartungen ihrer Umwelt ausgesetzt und werden in vielen Fällen sogar depressiv. Frauen stehen generell heute immer noch stärker unter Erfolgsdruck als Männer, woraus häufig eine Anpassung an männliche Verhaltensweisen resultiert.“ 

Ein gepflegtes Äußeres, eine reine klare Haut ist, wie Yvonne Bosner hervorhob, ein wichtiger Sympathiefaktor und kann Türen öffnen. Attraktive und gepflegte Menschen sind ihrer Ansicht nach – vor allem im Kundenkontakt – vielseitiger einsetzbar; auch Fehler verzeihe man ihnen leichter. „Von diesem Bonus kann“, so Bosner, „jeder profitieren, da jeder Mensch seine schönen Eigenschaften habe, die es zu finden und herauszustellen gelte, während man die Schwachstellen entsprechend kaschieren sollte. Gute Kleidung allein genügt folglich nicht zur Herausstellung der eigenen Vorzüge, darüber hinaus ist die dem Altern und den individuellen Bedürfnissen entsprechende, bei Bedarf auch korrektiv wirkende Pflege unerlässlich. Computergesteuerte Hautanalysen und höchstwirksame kosmetische und medizinische Mittel stehen der ästhetischen Dermatologie heute zur Verfügung. Schon mit 80 € im Monat kann man“, so Bosner, „spürbare Effekte verbuchen, und diesen Service nehmen heute bereits 35% Männer in Anspruch, Tendenz steigend.“ 

Dass nicht nur Individuen, sondern auch Firmen Beratung brauchen, um sich optimal zu präsentieren, hob indes Kommunikationsdesignerin Claudia Türp hervor: „Auch für Unternehmen ist das äußere Erscheinungsbild wichtig, um in der Öffentlichkeit adäquat beachtet zu werden. Ein Design zu entwickeln, das die Kompetenzen optimal zum Ausdruck bringt, ist die Serviceleistung der Werbeagenturen, die am Erfolg der Unternehmen maßgeblich beteiligt sein können. Voraussetzung hierfür ist die intensive Auseinandersetzung mit den Leistungen und Stärken des Unternehmens, die es – in adäquater Form – zu kommunizieren gilt.“

Moderatorin Katja Mitchell nutzte im Laufe der Diskussion immer wieder die Gelegenheit, Fakten einzustreuen, und auch Christian Kerner, Geschäftsführender Vorstand Wirtschaftsclubs Köln und Initiator dieser Veranstaltung, hatte bereits in seiner Einladung seinen Beitrag zur Diskussion geleistet: So glauben 89 Prozent der Frauen, dass Schönheit und Erfolg eng miteinander verknüpft sind. In den USA sind sogar 93 Prozent der Personalchefs davon überzeugt, dass schöne Menschen schneller einen Job finden. Weltweit wird Schönheit mit Intelligenz, Kompetenz und Sympathie verbunden. Wer schön ist, hat mehr Freunde und erklimmt die Karriereleiter leichter, wie einige Studien behaupten. Schönheit befähigt zu sozialer Macht, dient ihrer Inszenierung und verkörpert gesellschaftlichen Status. Attraktivität steigert die Motivation , und genau das entspricht dem neuen Führungsideal: Begeisterung ausstrahlen, mitreißen.

Daniel Hamermesh, Ökonom an der Universität von Texas, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Zusammenhang zwischen Schönheit und Erfolg. So hat er beispielsweise herausgefunden, dass schöne Menschen mehr verdienen. „Gutes Aussehen wirkt auf das Gehalt etwa so stark wie eineinhalb Jahre Berufserfahrung mehr", sagt er. Es sei nicht der Erfolg, der schön mache, weil man beispielsweise eine selbstsicherere Ausstrahlung bekomme oder sich mit dem verdienten Geld bessere Kleidung leiste. Vielmehr mache die Schönheit erfolgreich. 

Ein ganz so radikales Resümée schlossen die Teilnehmer der lebhaften und sehr gut besuchten Podiumsdiskussion im Kölner Wirtschaftsclub nicht: Übereinstimmend verwies man abschließend auf die Wichtigkeit der individuellen Kompetenzen, der kommunikativen und sozialen Fähigkeiten als Determinanten des Erfolgs. 

(Antonie Schweitzer)


 


 

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