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Gewinnrückgang im Schlussquartal

Postbank trotzt Finanzmarkt-Krise - Keine Hinweise auf baldigen Verkauf

Die zum Verkauf stehende Postbank hat trotz eines Gewinnrückgangs im Schlussquartal im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Der Überschuss stieg aufgrund eines Einmaleffekts infolge der Steuerreform um 25 Prozent auf 870 Millionen Euro, wie die Tochter der Deutschen Post am Freitag in Bonn mitteilte. Im vierten Quartal sei der Gewinn der nach eigenen Angaben führenden deutschen Privatkundenbank von 275 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 169 Millionen Euro zurückgegangen.

Im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise nahm die im Börsenleitindex DAX notierte Bank im vergangenen Jahr Abschreibungen in Höhe von 112 Millionen Euro vor. Für 2007 solle den Aktionären eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende von 1,25 Euro gezahlt werden.

Das Ergebnis vor Steuern stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent auf 1,004 Milliarden Euro. Bis 2010 will die Postbank ihr Ergebnis vor Steuern auf 1,4 Milliarden bis 1,45 Milliarden Euro und ihr Ergebnis nach Steuern auf 980 Millionen bis 1,015 Milliarden Euro steigern.

Postbank-Chef Klein sprach von einem «schönen Erfolg» in einem schwierigen Umfeld. Die Zahlen zeigten eindrucksvoll die Stärke und Belastbarkeit des Geschäftsmodells der Bank und seien vor dem Hintergrund der erheblichen Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten besonders hoch zu bewerten. «Zwar konnte sich die Postbank den Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht völlig entziehen. Dank unseres konservativen Investmentansatzes und unseres guten Risikomanagements konnten wir allerdings den Einfluss der bisherigen Marktentwicklungen auf unsere Ergebnislage in engen Grenzen halten», sagte Klein.

An der Börse zählte die Postbank-Aktie am Freitag zu den gesuchten Werten. Die Aktie legte nach den hohen Kursschwankungen am Vortag bis zum Mittag deutlich zu, gab dann aber einen Großteil ihres Gewinns im Sog eines nachgebenden Gesamtmarkts wieder ab. Ob das Ergebnis den Kurs stärker beeinflusse als die Übernahmefantasie, lasse sich kaum sagen, sagten Händler. Nach Kleins Worten wird der Rücktritt von Post-Chef und Postbank-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel den Verkauf des Instituts weder verzögern noch beschleunigen.

Klein erwartet eine rasante Konsolidierung im deutschen Bankensektor. Dabei wolle die Postbank eine selbstbewusste Rolle spielen, sagte er am Freitag vor Journalisten. Er gehe davon aus, dass die US-Subprime-Krise «eher zur Beschleunigung einer wirklichen Konsolidierung» beitragen werde. «Hierbei wird sich die Postbank nicht versperren wollen», sagte er.

Laut Klein führt die Postbank aktuell keine Verkaufsgespräche. Auch ein Bieterverfahren gebe es nicht. Auf die Frage, ob er einen Wunschkandidaten habe, sagte er: Den habe er, wolle den Namen aber nicht verraten.

Laut Medienberichten hat die Post bereits mit der Suche nach einem Partner für ihre Tochter Postbank begonnen. Erste Sondierungsgespräche sollen über die US-Investmentbank Morgan Stanley mit der Deutschen Bank, der Allianz und der niederländischen ING stattgefunden haben. Auch die Commerzbank hat ihr Interesse bekundet.

(Redaktion)


 


 

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