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Postbank-Verkauf vergoldet Deutscher Post das Quartal

(ddp-nrw). Die Deutsche Post hat durch den Verkauf ihrer Tochter Postbank im ersten Quartal 2009 ihren Gewinn auf nahezu eine Milliarde Euro fast verdreifacht. Im Vorjahreszeitraum belief sich der Überschuss auf 382 Millionen Euro. Im operativen Geschäft dagegen bekam der Logistikdienstleister die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Die Auftragsrückgänge hätten sich über alle Unternehmensbereiche hinweg verstärkt, hieß es. Die vollständigen Zahlen will der DAX-Konzern am 6. Mai veröffentlichen.

Einen detaillierten Ausblick auf das laufende Jahr wollte die Post auf ihrer Hauptversammlung am Dienstag nicht gewähren. Laut Vorstandschef Frank Appel gibt es zu viele «unsichere» Parameter. Allerdings wolle der Konzern wieder stärker wachsen als der Markt. Dies solle vor allem aus eigener Kraft ohne große Zukäufe erreicht werden. «Die Post ist ein kerngesundes Unternehmen», sagte er. Zugleich wurde bekräftigt, bis Ende 2010 mindestens eine Milliarde Euro einsparen zu wollen.

Operativ verbuchte die Post den Angaben zufolge im ersten Quartal einen erheblichen Einbruch, bezifferte ihn jedoch nicht genau. Dennoch sei das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ( Gewinn -berechnung-kennzahl-_id36954.html'>Ebit ) trotz erheblicher Kosten für die Restrukturierung des DHL-US-Expressgeschäfts «leicht» positiv ausgefallen. Vor Sondereffekten sei der Ebit-Rückgang unter 50 Prozent geblieben. Im Vergleichsquartal war noch ein Ebit von 539 Millionen Euro verbucht worden.

Darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, dass sich der Rückgang der beförderten Mengen im ersten Quartal noch einmal verstärkt habe. Im März sei jedoch keine weitere Verschlechterung zu Februar und Januar 2009 verzeichnet worden. Dies weise auf ein Erreichen der Talsohle hin, zeigte sich der Konzern optimistisch.

Unterdessen forderten die Aktionäre die Aufspaltung des Konzerns in das gewinnbringende Briefgeschäft und das margenschwache Auslandsgeschäft. Dies sei für die Bewertung an der Börse vorteilhafter, sagte ein Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment. Zudem forderte er eine höhere Dividende als die beschlossenen 0,60 Euro je Aktie . Andere Aktionäre zeigten sich mit dem Ergebnis für 2008 unzufrieden und warfen den Post-Managern Missmanagement vor. Außerdem wollten sie mit einer Sonderdividende am Erlös aus dem Postbank-Verkauf beteiligt werden.

Laut Appel werde erst über eine entsprechende Ausschüttung berichtet, wenn Vorstand und Aufsichtsrat darüber befunden hätten. Eine Aufsplitterung des Konzerns stehe dagegen «überhaupt nicht zur Debatte». Er sei zuversichtlich, dass in beiden Sparten langfristig hohe Gewinne erwirtschaften werden können. Zugleich verteidigte er die Kappung der Dividende.

An der Börse riefen die Zahlen ein geteiltes Echo hervor. Der Gewinn aus Optionen auf Postbank-Aktien verzerre das Ergebnis, sagte ein Händler. Ein anderer sagte, die Zahlen seien in Ordnung, der Ausblick deute auf eine Bodenbildung hin. Bis 15.00 Uhr verlor die Aktie 2,1 Prozent auf 9,17 Euro.

Von Jürgen Wutschke

(ddp)


 


 

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