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EVCA-Studie

Zunehmende Bedeutung von Family Offices als Investoren in Private Equity

Family Offices sind zu einem festen Bestandteil des europäischen Private Equity-Geschehens geworden und ihr Investitionsbeitrag in die Anlageklasse nimmt kontinuierlich zu. Das zeigt die Studie „Europe’s Family Offices, Private Equity and Venture Capital”, die die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) zusammen mit der IMD Business School Lausanne heute veröffentlicht.

Family Offices verwalten als exklusive Vermögensberatungen die Werte von wohlhabenden Privatpersonen und einzelnen oder mehreren Familien. Durch ihre langfristige Anlagestrategie und das Ziel absoluter Renditen sehen immer mehr Family Offices in Private Equity geeignete Investitionsmöglichkeiten.

Umfassendes Verständnis für die Anlageklasse Private Equity

Auf Basis der Auswertung bestehender Informationen und ausführlicher Einzelinterviews mit zwölf ausgewählten Family Offices aus ganz Europa stellt die Studie eine positive Einstellung von Family Offices gegenüber Private Equity fest. Und die Anzahl der Investoren wird weiter steigen: Viele Besitzer europäischer Familienbetriebe wechseln in den nächsten Jahren in den Ruhestand und verkaufen ihr Unternehmen mangels geeigneter Nachfolger. So wandern die Erlöse in das Investitionskapital neuer oder bereits bestehender Family Offices. Sabine Rummel, Economic & Industry Analyst der EVCA, berichtet: „Ein Großteil des erst in letzter Zeit gebildeten Familienvermögens wurde unternehmerisch erzielt und ein Teil davon durch Verkäufe an Private Equity-Fonds generiert. Diese Tatsache zeigt ein großes Verständnis für die Rolle von Private Equity im Aufbau und der Optimierung von Unternehmen, vor allem unter den kürzlich gegründeten Family Offices.“

Durchschnittlich 12 Prozent der Investitionen für Private Equity

Nach Schätzungen der Studie existieren circa 500 aktiv investierende Family Offices in Europa, davon verwalten etwa 100 ein Vermögen von über 1 Mrd. EUR. Die Studie der EVCA zeigt, dass die Durchschnittsinvestition der Befragten in Private Equity bei 12 Prozent liegt, der höchste Wert beträgt 50 Prozent. Am aktivsten investieren solche Family Offices in Private Equity, die eigens von mehreren Familienmitgliedern gegründet wurden (“Limited-member single family office”). Vor dieser Gründung wurden die Vermögen der einzelnen Mitglieder individuell verwaltet.

Investitionsstrategie für geringe Volatilität

Die Investitionsstrategien und Risikotoleranzen sind sowohl vom Ursprung des Vermögensfonds als auch von der Höhe des Vermögens abhängig, das weiterhin im Familienunternehmen (Family Business) gebunden bleiben soll. Dazu ein befragter Vermögensverwalter: „Ich muss sowohl das Family Business als auch das liquide Familienvermögen mit einbeziehen, wenn ich mich für eine Vermögensanlage entscheide, da das Family Business eine direkte Eigenkapitalanlage ist.“

Die Untersuchungen zeigen, dass reifere Family Offices stärker zu breiter gestreuter Kapitalanlage tendieren. Aber für fast alle interviewten Vermögensverwalter stehen geringe Volatilitäten anstatt hoher Renditen im Vordergrund ihrer Anlageentscheidungen. Um dies zu erreichen, wird eine entsprechende geographische Streuung der Investitionen für sehr wichtig erachtet, ebenso spielen umwelt- und gesellschaftspolitische Überlegungen eine Rolle.

Unterschiedlichste Organisationsformen von Family Offices

Family Offices wurden ursprünglich als Vehikel für den familieninternen und generationsübergreifenden Vermögenstransfer gegründet, entweder in Form liquider Werte oder als Firmenbesitz. General Partner, die Family Offices als Investoren in ihre Fonds aufnehmen wollen, sollten vor einem Angebot die Struktur, Kultur, Familiengeschichte und die Investitionskriterien analysieren, um ihre Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in ihren Fonds zu verbessern.

Georges Noël, EVCA Research Director, erklärt die Notwendigkeit stärkerer Zusammenarbeit mit den Vermögensverwaltern: „Aufgrund des Wachstums und der großen Kompatibilität von Family Offices als Investorengruppe erwarten wir ein gesteigertes Interesse an Private Equity. Die EVCA plant für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit mit Family Offices, um die langfristigen Renditen von Private Equity hervorzuheben und um das Interesse an Venture Capital in dieser Gruppe zu steigern.“

(Redaktion)


 


 

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