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Birgit Felden

Energiebündel mit offensichtlicher Lebenslust

Im Leben von Professor Dr. Birgit Felden, Diplom-Kauffrau und Juristin, entwickeln sich die Dinge manchmal zufällig, aber meistens parallel. Die Stichtagsinventur liest sich so: Vorstandsprecherin der TMS Unternehmensberatung AG, Professorin an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin, Buchautorin, Publizistin, Referentin, diverse Ehrenämter, Ehefrau und Mutter von zwei kleinen Kindern. Und dabei strahlt sie Lebenslust und Begeisterung aus.

Ein Tag aus dem Leben von Birgit Felden: Mit Ehemann auf dem Rückflug New York – Köln, Landung auf dem Cologne Bonn Airport sechs Uhr morgens, zu Hause Schwiegereltern, Tochter (9) und Sohn (2) begrüßen, Sohn in den Kindergarten bringen, Weiterfahrt ins Büro, voll gepackter Terminkalender, letzter Termin 16.30h: Interview mit business-on.de, kurz vor 18h: Tochter zum Fussballverein bringen. Birgit Felden kommt natürlich nicht jeden Tag aus New York. Aber das minutiös durchorganisierte Tagesprogramm ist typisch für die Unternehmensberaterin. In New York feierte das Ehepaar seinen 12. Hochzeitstag. Reisen dieser Art gehen auf das Konto Auszeit, was sich das Ehepaar einmal im Jahr gönnt.

Genauso stramm wie das Tagesprogramm liest sich auch der Lebenslauf von Birgit Felden. Mit 25, das war 1992, hat sie die Abschlüsse als Diplom-Kauffrau, als Juristin und als Master of International Management in der Tasche. Studiert hatte sie parallel an den Unis in Köln, Bonn und Barcelona. Nach dem Studium fängt sie in einer Firma an, in der der Inhaber seine Nachfolge regeln wollte. "Die Betriebswirtschaft bekam plötzlich eine emotionale Komponente und die Paragraphen wurden plötzlich richtig lebendig", so die junge Frau. Das Thema Unternehmensnachfolge läßt sie nicht mehr los. 1997 promoviert die Energievolle an der Bonner Uni bei dem Familienrechtler Professor Battes, Thema: "Die Unternehmensbewertung im Zugewinnausgleich". Noch während der Promotionszeit gründet Birgit Felden die TMS Unternehmensberatung GmbH mit der Zielsetzung, Mittelständler bei der Unternehmensnachfolge zu beraten. Fünf Jahre später wird die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt. Die Professorin ist seitdem Vorstandssprecherin der TMS AG. Das Beratungs-Portfolio wird um Krisenmanagement und Wachstumsmanagement erweitert. Ihr Mann ist neben ihr im Vorstand der TMS AG und zuständig für Krisenmanagement und Beratung von Automobilhandelsunternehmen. Inzwischen beschäftigt die Unternehmensberatung 20 Mitarbeiter. 2006 übernahm Birgit Felden zusätzlich eine Professur an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin. Ihr Lehrauftrag, ganz kar, Unternehmernachfolge und Mittelstand.

business-on.de: Frau Felden, Ihre Vita vermittelt den Eindruck, dass Sie alles sehr zielstrebig angepackt haben. Hatten Sie auch schon ein Ziel im Auge, als Sie sich für das BWL- und Jura-Studium entschieden? 

Birgit Felden: Nein, überhaupt nicht. Es gab viele Zufälle in meinem Leben. Zufälle sind für mich Chancen, die einem über den Weg laufen und die man erkennt, wenn man die Augen offen hält. Es ist auch die Neugierde, die mir sagt, guck doch mal, was daraus wird. So ist auch die Idee entstanden, parallel zu BWL noch Jura zu studieren.

Netzwerk Mittelstand in der IHK

business-on.de: Frauen beklagen teilweise, dass sie nicht Netzwerke wie ihre männlichen Kollegen haben und deswegen geringere Karriere-Chancen. Haben Ihnen Netzwerke bei Ihrem Werdegang geholfen?

Birgit Felden: Ich bin netzwerkseitig nicht institutionalisiert. Wichtiger sind für mich berufliche Netzwerke, beispielsweise unser Berufsverband, der Verband Deutscher Unternehmensberater, oder meine Aktivitäten in der IHK. In Zusammenarbeit mit der IHK leite ich das von mir gegründete Netzwerk Mittelstand seit vier Jahren. Ich glaube aber gar nicht, dass Frauen in Sachen Netzwerk unterbelichtet sind. Meines Erachtens gibt es mehr Frauennetzwerke als Männernetzwerke. Die Frage ist, was man unter Effizienz versteht. Oder was die Zielsetzung ist. Für den Werdegang sind eigentlich alle Netzwerke, die ich kenne, nur mittelbar geeignet.

business-on.de: Machen Ihnen konjunkturell schwache Phasen Angst? 

Birgit Felden: Nein, eher umgekehrt. Wenn es den Unternehmern schlecht geht, dann ruft man den Berater an. Das kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, in welchen Themen man berät. In Krisenzeiten gibt es auch viele kriselnde Unternehmen. Krisenberatung gehört mit zu unseren Kompetenzfeldern. Und in konjunkturell starken Zeiten brauchen Unternehmen mit Wachstumszielen Beratung, was ebenso zu unseren Kompetenzfeldern zählt. Damit haben wir für jede konjunkturelle Phase ein Angebot.

Professorenstelle als inspirative Quelle

business-on.de: Wie hält man sich als Unternehmensberaterin fit in einer Zeit, in der sich Märkte und Rahmenbedingungen zunehmend rasant verändern?

Birgit Felden: Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen, neugierig sein und auch mal gucken, was die anderen machen. Eine ganz große inspirative Quelle ist für mich momentan die professorale Tätigkeit an der Hochschule in Berlin. Studenten hinterfragen Dinge ganz anders und das bringt mich auf neue Ideen. Außerdem lese ich viel und schreibe selbst Bücher oder bin als Mitautorin beteiligt. Die Liste meiner Publikationen ist lang. Beim Schreiben kommen auch viele Ideen.

business-on.de: Wann finden Sie denn noch Zeit zum Schreiben?

Birgit Felden: Beispielsweise wenn ich im Zug sitze. Letztendlich aber in der "Freizeit". Ich schreibe gern. Es macht mir Spaß.

business-on.de: Bleibt neben all Ihrem beruflichen Engagement noch Zeit für die Familie oder andere Freizeitaktivitäten?

Birgit Felden: Ja natürlich. Ich verbringe viel Zeit mit meinen Kindern, deswegen kommen so Dinge wie Kultur, Konzerte, etc. zu kurz. So eine kleine Auszeit, wie gerade New York, ist auch wichtig, aber die Kinder haben momentan die höchste Priorität. Außerdem mache ich noch ein bisschen Sport. Ich war früher Leistungssportlerin, u.a. in der Judo-Nationalmannschaft. Deswegen kann ich nicht ganz auf den Sport verzichten. Ich versuche aber, die Kinder einzubeziehen. Der Kleine wird beispielsweise im Babyjogger zum Laufen mitgenommen und die Ältere fährt mit dem Fahrrad mit.

business-on.de: Ist Ihr Mann genauso vital wie Sie?

Birgit Felden: Ich glaube, ich bin noch ein bisschen quirliger.

business-on.de: Sie sind beide berufstätig. Wer betreut dann die Kinder tagsüber?


 


 

Birgit Felden
Professor Dr. Birgit Felden
TMS Unternehmensberatung AG

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