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Professor Dr. Franziska Völckner

Jüngste habilitierte Marketingprofessorin

Deutsche Marketingwissenschaft im Aufwind

Franziska Völckner: Im Forschungsbereich ist festzustellen, dass die deutsche Marketingwissenschaft seit einigen Jahren erfreulicherweise sehr viel präsenter in den internationalen Zeitschriften vertreten ist. Und das auch in absolut hochkarätigen Journals.

business-on.de: In der Wirtschaft verdient man mehr Geld als an einer Uni. Hat es Sie nie gereizt, eine Karriere in der Wirtschaft zu machen? 

Franziska Völckner: Zu Beginn meiner Promotion war durchaus noch alles offen. Während der Promotionszeit zeigte sich, dass mir die Arbeit in der Wissenschaft sehr viel Spaß macht. Was mich an meiner Professur reizt, ist das breite Spektrum meiner Arbeit. Forschung und Lehre in Kombination mit einem engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sind eine spannende Herausforderung.

business-on.de: Wie kommen Sie eigentlich als Norddeutsche mit dem kölschen Karneval zurecht?

Franziska Völckner: Ich war über die Karnevalstage zu einem Forschungsaufenthalt im Ausland. Insofern habe ich nicht viel davon mitbekommen. Aber am 11.11. haben wir hier am Lehrstuhl gefeiert. Für eine Norddeutsche ist das ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Die Studenten saßen morgens teilweise verkleidet in der Vorlesung. Aber das macht für mich auch den Charme des Rheinlands aus.

business-on.de: Hamburg ist vom Stadtbild sehr viel schöner als Köln. Fehlt Ihnen das tolle Ambiente?

Franziska Völckner: Ja und nein. Ich fahre durchaus regelmäßig nach Hamburg, weil erstens meine Eltern dort wohnen und zweitens, weil ich unter anderem mit Kollegen von der Uni Hamburg verschiedene Forschungsprojekte gemeinsam bearbeite. Das Stadtbild von Hamburg ist zweifellos schöner. Aber ich finde es ganz gut, von Hamburg mal wegzukommen und ein anderes Lebensumfeld kennenzulernen. Den Charme Kölns machen die Menschen aus. Sie sind sehr lebensfroh, offen und man hat keine Probleme, Kontakte zu knüpfen.

business-on.de: Sie wollten, wenn Sie ein wenig mehr Zeit haben, Golf spielen. Hat das schon geklappt?

Franziska Völckner: Ich habe inzwischen die Platzreife.

business-on.de: Kollegen der WELT haben recherchiert, dass der Frauenanteil bei Professoren in Deutschland zwischen 13 und 15 Prozent liegt. Fühlen Sie sich trotzdem gleichberechtigt?

Hochschulkarriere und Familienplanung

Franziska Völckner: Auf jeden Fall. Wir haben außerdem hier im Marketingbereich die außergewöhnliche Situation, dass zwei von drei Lehrstühlen mit weiblichen Professoren besetzt sind. Aber richtig ist, dass es nach wie vor sehr wenige Frauen in der Wissenschaft gibt. Eine Ursache dafür sehe ich darin, dass viele Frauen nach der Promotion die Entscheidung, welcher Weg eingeschlagen werden soll, zu einem Zeitpunkt treffen müssen, zu dem gleichzeitig die Familienplanung ansteht. Ich war aufgrund meines Alters in der komfortablen Situation die Entscheidung für eine Hochschulkarriere zu einem Zeitpunkt treffen zu können, bei dem das Thema Familienplanung noch nicht unmittelbar vor der Tür stand.

business-on.de: Ich dachte, dass es an einer Uni einfacher als in der Industrie ist, mit Kind oder Kindern Karriere zu machen.

Franziska Völckner: Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Ich glaube auch, dass der Professoren-Beruf sehr familienfreundlich ist. Vor dem Ruf auf eine Professur liegt aber naturgemäß eine Qualifizierungsphase und der Ausgang dieser Qualifizierungsphase ist mit Unsicherheit behaftet. Im Marketing-Bereich gibt es in Deutschland deutlich mehr Habilitanden als freie bzw. frei werdende Professorenstellen. Das wird für Frauen nach der Promotion sicherlich auch eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Karriere an der Hochschule spielen, gerade weil diese Entscheidung oftmals mit Entscheidungen rund um die Familienplanung zusammenfällt.

business-on.de: Letzte Frage. Was ist Ihr Verhältnis zur Macht?

Franziska Völckner: Ich verbinde "Power" nicht unmittelbar mit Macht. Für mich bedeutet Power eher Kraft, Energie und Motivation . Oder dass man mit Spaß und mit Leidenschaft seinen Job macht. Auch kann man mit Power Interesse an Neuem zeigen oder Begeisterung, mit der man bestimmte fachliche Inhalte vermittelt.

(Karin Bäck)


 


 

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Franziska Völckner
Powerfrau
Uni Köln
Lehrstuhl für Marke

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