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Altersdiskriminierung

Provokantes Auftreten eines Bewerbers schließt Entschädigung wegen Altersdiskriminierung aus!

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) spielt vor allem im Bewerbungsverfahren eine praktische Rolle. Immer wieder kommt es zu neuen Fallkonstellationen und die Gerichte haben darüber zu befinden, ob Entschädigungsansprüche nach dem AGG zugesprochen werden müssen.

Das LAG Köln hatte sich nun in einer aktuellen Entscheidung mit der Frage zu befassen, ob ein Entschädigungsanspruch bei provokantem Auftreten des Bewerbers und möglicher Altersdiskriminierung ausgeschlossen ist (LAG Köln, Beschl. v. 10.2.2010 - 5 Ta 408/09). Der Beschluss des LAG Köln enthält interessante und praxisrelevante Hinweise, so dass wir die Entscheidung nachfolgend vorstellen möchten.

Der Fall (verkürzt):

Der Arbeitgeber veröffentlichte eine Stellenanzeige und suchte einen Vertriebsleiter im Angestelltenverhältnis, der insbesondere die Aufgabe hatte, den Vertriebsbereich mit insgesamt 15 unterstellten Mitarbeitern zu führen. Hierauf bewarb sich der im Jahre 1948 geborene Kläger zunächst telefonisch bei der Personalleiterin der Beklagten. Im Anschluss an das Telefongespräch übersandte er eine E-Mail mit einer Kurzbewerbung und fügte dieser Kurzbewerbung ein einseitiges Kurzprofil bei. Ende Mai bedankte sich die Personalleiterin für die Übersendung der Bewerbung und teilte mit, dass man sich im Moment im Auswahlprozess befinde und hierfür noch einige Zeit benötigen werde.

Anfang Juli erschien der Kläger unangemeldet am Sitz der Beklagten und forderte ein Gespräch mit der Personalleiterin. Im Verlauf des Gesprächs verwies er darauf, dass er der bestgeeignete und bestqualifizierte Bewerber für die ausgeschriebene Position sei. Die Personalleiterin entgegnete hierauf, dass er dies mangels Kenntnis der Qualifikation der anderen Bewerber nicht beurteilen könne.

Der weitere Verlauf des Gesprächs ist zwischen den Parteien streitig. Der Bewerber behauptet, die Personalleiterin habe am Schluss des Gesprächs auf seine wiederholten Aussagen hin, er sei der bestgeeignetste und bestqualifizierteste Bewerber, erklärt, er sei aus Sicht der beklagten Arbeitgeberin einfach zu alt und passe nicht in deren Vertriebsteam. Der Bewerber leitet hieraus ab, wegen seines Alters diskriminiert worden zu sein und begehrt mit seiner Klage, für die er Prozesskostenhilfe beantragt hat, Entschädigung und Schadensersatz nach § 15 Abs. 1 und 2 AGG.

Das Arbeitsgericht hat die Gewährung von Prozesskostenhilfe wegen mangelnder Erfolgsaussichten der Klage abgelehnt.

Die Entscheidung:

Das Landesarbeitsgericht hat im Beschwerdeverfahren (sofortige Beschwerde) die Entscheidung des Arbeitsgerichts bestätigt.


 


 

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