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Leihgeber erzielen Teilerfolg im Rechtsstreit um Stadtarchiv-Einsturz

(dapd-nrw). Im Rechtsstreit um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben am Donnerstag drei Leihgeber vor dem Oberlandesgericht Köln einen Teilerfolg erzielt.

Nachdem das Landgericht Köln ihre Klagen gegen die Stadt Köln in erster Instanz zunächst abgewiesen hatte, dürfen sie sich jetzt doch Hoffnungen auf Schadensersatzzahlungen machen. So äußerten die Richter Zweifel daran, dass die Stadt alles unternommen hat, um einen Einsturz zu verhindern und die historischen Leihgaben mit der größtmöglichen Sorgfalt zu behandeln.

Das Gericht erklärte, die Stadt habe zwar einen Gutachter eingeschaltet, nachdem erste Risse und Schäden aufgetaucht seien. Eigene Bauexperten aus den Reihen der Verwaltung allerdings hätten sich nicht um die Veränderungen am Gebäude gekümmert. Um die Ursache des Einsturzes aufzuklären soll nun ein weiterer Gutachter beauftragt werden. Er soll herausfinden, ob die Stadt nicht doch auf die entstandenen Risse anders hätte reagieren müssen. Es sei denkbar, dass sie vor dem Einsturz eine Räumung oder eine Sicherung des Gebäudes hätte veranlassen müssen, sagte der Richter. Beides war nicht geschehen.

Bis zum 9. Dezember will das Gericht nun klären, welcher Gutachter beauftragt werden soll. Um Kosten zu sparen, will man möglicherweise auf jenen Gutachter zurückgreifen, der bereits mit der Kölner Staatsanwaltschaft an der Aufklärung des Einsturzes arbeitet. Ergebnisse seien hier frühestens in einem halben Jahr, unter Umständen aber auch erst in mehreren Jahren zu erwarten, hieß es im Prozess.

Die drei Leihgeber verlangen Schadensersatz für ihre zum Teil 500 Jahre alten historischen Dokumente, die sie der Stadt überlassen hatten. Bei dem Einsturz des Archivs und zweier benachbarter Wohnhäuser waren am 3. März 2009 zwei Menschen getötet und zahlreiche historische Dokumente verschüttet und beschädigt worden. Was dabei mit den Leihgaben der Kläger geschah, ist bis heute ungeklärt. Probleme an der U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gelten als wahrscheinlichste Unglücksursache. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an.

(Aktenzeichen: OLG Köln 18 U 56/10, 18 U 59/10 und 18 U 60/10)

(dapd )


 


 

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