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Lehrerverbände fordern Reformstopp an den NRW-Schulen

(ddp-nrw). Wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahres gibt es um die Schulpolitik in NRW erneut Streit. Die nordrhein-westfälischen Lehrerverbände forderten am Mittwoch in Düsseldorf einen zweijährigen «Reformstopp» an den Schulen. «Alles braucht Zeit. Die beschlossenen Reformen müssen jetzt erst mal sauber umgesetzt werden», sagte der Sprecher der NRW-Lehrerverbände, Philologen-Verbandschef Peter Silbernagel. Die Grünen kündigten an, das Thema Bildung in den Mittelpunkt der kommenden Wahlkämpfe zu stellen.

Vor allem die von der schwarz-gelben Landesregierung geplante Reform der Lehrerausbildung gehöre auf den Prüfstand, sagte Silbernagel. Eine mögliche Verlängerung der Ausbildungszeit für Lehrer wirke sich «abschreckend auf die Attraktivität der Lehrerausbildung aus». Die CDU-Landtagsfraktion wies die Forderungen nach einer Unterbrechung der Reformen zurück.

Die Fülle der Reformvorhaben der vergangenen Jahre habe die Schulen «an den Rand des Machbaren und die Lehrer an die Grenzen physischer und psychischer Belastbarkeit geführt», sagte Silbernagel. Als Beispiel für eine misslungene Reform nannte der NRW-Landeschef des Philologen-Verbands die umstrittenen Kopfnoten. Unter Schwarz-Gelb sei aber etwa bei den Neueinstellungen von Lehrkräften auch Positives erreicht worden. Allerdings gebe es noch unbesetzte Lehrerstellen und in einzelnen Fächern einen Lehrermangel.

 

Der CDU-Bildungsexperte Bernhard Recker machte die rot-grüne Vorgängerregierung für den Veränderungsbedarf an den Schulen verantwortlich. «Der Reformstau, den Rot-Grün uns bei der Bildung hinterlassen hat, war groß», sagte der Landtagsabgeordnete. Die CDU werde «die behutsame Weiterentwicklung unserer Schulen fördern». Ziel sei die bestmögliche Förderung junger Menschen - unabhängig von der sozialen Herkunft des Schülers.

 

 

SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer forderte eine grundlegende Veränderung der Schulpolitik. «Statt eines schulpolitischem Stillstands braucht Nordrhein-Westfalen ein umfassendes Konzept, um die Lehrerversorgung zu sichern und den Unterrichtsausfall zu bekämpfen», sagte die frühere Schulministerin. Besonders in sogenannten Mangelfächern müssten mehr Lehrer eingestellt werden.

Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann legte einen Fünf-Punkte-Plan für die Schulpolitik vor. «Wir wollen im Interesse der Schüler, Eltern und Lehrer pragmatische Lösungen», sagte die Oppositionspolitikerin. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) werde es zudem «nicht erspart bleiben, dass wir Grünen die Bildung ins Zentrum des Wahlkampfes rücken», betonte Löhrmann.

 

Am Dienstag hatte Rüttgers die Erwartung geäußert, dass die wirtschaftliche Lage das zentrale Wahlkampfthema der nächsten Jahre sein werde. 2009 steht neben der Bundestagswahl auch eine Kommunalwahl in NRW an. Im Mai 2010 wird ein neuer Landtag gewählt.

 

 

Bei den umstrittenen Kopfnoten solle die schwarz-gelbe Regierung den Schulen selbst überlassen, ob sie das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler mit Noten oder mit ausführlichen Beschreibungen auf den Zeugnissen bewerten, forderte Löhrmann. Bei der Schulstruktur solle die Koalition den Weg für die Gemeinschaftsschule frei machen. Zudem müsse der Ganztagsausbau vereinfacht werden, sagte Löhrmann. Die Fördergelder für das Schulessen und die Lernmittelfreiheit seien nicht ausreichend.

(Quellen: Silbernagel in Düsseldorf; Recker und Schäfer in Mitteilungen; Löhrmann in Düsseldorf)

(Redaktion)


 


 

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