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Kinderhilfswerk

HP-Managerin Stachelhaus wird neue UNICEF-Geschäftsführerin

(ddp-nrw). Die Hewlett-Packard-Managerin Regine Stachelhaus wird neue Geschäftsführerin des krisengeschüttelten Kinderhilfswerks UNICEF Deutschland. «Mit dieser Entscheidung ist der personelle Neuanfang in der Leitung komplett. UNICEF ist wieder da und die zum Teil nicht ganz so erfreuliche Vergangenheit ist abgeschlossen», sagte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Jürgen Heraeus, am Donnerstag in Köln. Die 53-jährige Stachelhaus war bislang Deutschland-Geschäftsführerin des US-Druckerherstellers. Sie tritt am 1. Januar ihre neue Aufgabe an.

In ihrem Berufsleben habe sie gelernt, auch schwierige Situationen
zu meistern, sagte Stachelhaus. Sie wolle mit dem UNICEF-Team
möglichst viel Hilfe für Kinder bewirken und bei den Förderern das
beschädigte Vertrauen wieder gewinnen. «Ich kann mir keine wichtigere
und faszinierendere Aufgabe vorstellen, als für die Kinder der Welt
einzutreten», betonte Stachelhaus. Die Arbeit der Hilfsorganisation
sei «die beste Antwort auf die drängenden Probleme der Welt». Sie
spüre bei UNICEF eine «starke Aufbruchstimmung».

Nach Angaben von UNICEF gingen in den vergangenen Monaten 350
Bewerbungen für die Position des Geschäftsführers ein. Stachelhaus
wurde gezielt von einer Unternehmensberatung angesprochen, die UNICEF
bei der Suche nach dem neuen Geschäftsführer unterstützte, ohne dafür
Honorar zu verlangen. Eine Findungskommission des Vorstands traf
schließlich die Auswahl.

Stachelhaus arbeitete seit 1984 zunächst als Syndikusanwältin für
die Hewlett Packard GmbH. Nach verschiedenen Stationen wurde sie im
Mai 2002 Geschäftsführerin. Vor drei Jahren wurde sie mit dem
Wirtschaftspreis «Managerin des Jahres» ausgezeichnet.

UNICEF Deutschland war Ende vergangenen Jahres wegen
undurchsichtiger Beraterverträge und angeblicher Verschwendung von
Spendengeldern in die Kritik geraten. Geschäftsführer Dietrich
Garlichs und die damalige Vorsitzende Heide Simonis traten daraufhin
von ihren Ämtern zurück. Auch wurde der Hilfsorganisation das
Spendensiegel aberkannt, das ein angemessenes Wirtschaften mit den
geleisteten Spenden bescheinigt.

Wegen der Affäre hat UNICEF nach eigenen Angaben etwa 20 Prozent
der rund 200 000 Fördermitglieder verloren. Der Ausfall an Spenden
dürfte nach Schätzungen des inzwischen neu gewählten Vorstandes
zwischen 10 Millionen und 20 Millionen Euro liegen. Allerdings
konnten alleine im Oktober 1200 neue Dauerspender gewonnen werden.

Heraeus sagte, im Nachhinein hätten sich zahlreiche Vorwürfe als
«enorm aufgeblasen» erwiesen. Dass die Staatsanwaltschaft Köln nicht
mehr wegen des Verdachts der Untreue gegen Garlichs ermittelt, sei
«mehr als ein Freispruch erster Klasse». Wie schwer der
Vertrauensverluste wiege, müssten die kommenden zwei Monate zeigen.
Der November und Dezember sind für Hilfsorganisationen die
wichtigsten Monate des Jahres zur Spendenwerbung.

(Quellen: Heraeus und Stachelhaus in Köln sowie in Erklärung)

(Redaktion)


 


 

Regine Stachelhaus
UNICEF
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