Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell Recht & Steuern
Weitere Artikel
Ratgeber

Reisestornierung nicht bei jedem Nasenbeinbruch möglich

(ddp.djn). Ein Nasenbeinbruch ist im Regelfall keine schwere Erkrankung, die eine Stornierung einer Reise notwendig macht, da eine operative Behandlung normalerweise nicht erforderlich ist. Die Stornierung der Reise hat daher nicht schon bei Eintritt des Nasenbeinbruchs zu erfolgen, sondern erst, wenn klar wird, dass aus besonderen Umständen eine Operation notwendig sein wird. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München (AZ: 275 C 9001/08) hervor. In dem Fall hatte der Sohn einer Familie fünf Tage vor dem Urlaub bei einem Unfall eine Nasenbeinfraktur erlitten, die zunächst ambulant versorgt wurde.

Die Blutung wurde gestillt, weitere operative Maßnahmen erschienen zunächst nicht erforderlich. Auch die behandelnde Ärztin ging davon aus, dass der Sohn in den Urlaub fahren könnte. Bei der Abschlussuntersuchung am Tag des Abflugs wurde festgestellt, dass der Nasenbeinbruch begradigt werden müsse. Dabei riss die Nasenscheidewand ein und es kam zu einer Einblutung. Der Vater stornierte die Reise, die Versicherung wollte jedoch die Stornokosten nicht voll übernehmen, weil der Vater schon direkt am Tag des Unfalls die Reise hätte stornieren können.

Das stimmt nicht, sagte das Gericht. Storniert werden muss immer dann, wenn klar ist, dass der Versicherte oder ein Familienangehöriger von einer unerwarteten schweren Erkrankung getroffen würden. Die schwere Erkrankung lag hier aber in der notwendig gewordenen Begradigung, nicht im Unfall an sich. Die Versicherung musste deshalb die vollen Stornokosten übernehmen, weil der Reiserücktritt so schnell wie möglich erfolgt war.

(ddp)


 


 

Reisestornierung
Nasenbeinbruch
Reise
Urteil
Amtsgericht München

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Reisestornierung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: