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Riester-Rente

Fondsbasierte Riester-Rente - Absicherung und Verunsicherung

(ddp.djn). Die Riester-Rente ist immer noch das erfolgreichste vom Staat geförderte Modell der privaten Vorsorge. Insgesamt zwölf Millionen Anleger vertrauen mittlerweile auf diese Form der Altersvorsorge. Auch die Finanzkrise hat nichts an diesem Fakt geändert. Allein im letzten Quartal 2008 haben sich nochmals 700 000 Anleger für eine private Vorsorge in Form einer Riester-Rente entschieden. Im Jahr 2008 wurden damit insgesamt 2,2 Millionen Verträge neu abgeschlossen.

Der Staat lässt sich diese private Absicherung seiner Bürger jedes Jahr einiges an finanzieller Förderung kosten. So gibt es eine staatliche Grundzulage und sowie für jedes Kind, für das Kindergeld gezahlt wird, nochmals eine Zulage. Seit 2008 gewährt der Staat Riester-Sparern sogar noch höhere Zulagen als zuvor. Mit bis zu 154 Euro pro Riestervertrag und mit bis zu 300 Euro für jedes veranlagte Kind ist diese Form der Altersvorsorge also attraktiver denn je. Hinzu kommen bei gutem Einkommen zusätzliche Steuervorteile.

In den vergangenen Wochen hat sich aber mancher Riester-Sparer dann doch geärgert. Infolge der allgemeinen Verunsicherung sind nämlich einige Anbieter dazu übergegangen, bei bestehenden fondsbasierten Riesterverträgen ihre Aktienfondsanteile in sichere Rentenfondsanteile umzuwandeln.

Die Anbieter bekamen also zusehends kalte Füße angesichts der schwindelerregenden Abstürze an den Aktienmärkten. Für die Anleger hat dies aber nun wenig Rendite steigernde Wirkungen. Ganz im Gegenteil: Langfristig werden sie aufgrund dieses Anlageverhaltens eher Geld einbüßen. Für die Anleger bedeutet dies, dass aus den bisherigen Buchverlusten ihrer Riester-Sparpläne plötzlich reale Verluste wurden. Für die Riester-Sparer mit einer fondsbasierten Anlagestrategie bringt die Umwandlung in Anleihen zwar aktuell ein Gefühl von mehr Sicherheit, gleichzeitig werden aber eben Chancen für die Zukunft möglicherweise vorschnell verschenkt.

Denn gerade bei fallenden Märkten würden sie momentan vom bekannten Cost Average Effekt profitieren. Wer nämlich als Anleger monatlich einen bestimmten Betrag in einen Fonds investiert, der erhält natürlich bei gefallenen Kursen für seinen fixen Betrag auch mehr Anteile am Fonds. Hat ein Anleger also einen Fondssparplan über monatlich 100 Euro vereinbart, dann erhält er für 100 Euro beispielhaft einen Fondsanteil. Steht der Fondskurs aber nur noch bei 25 Euro, bekommt der Anleger schon vier Anteile für den gleichen Betrag.

Steigen die Kurse an der Börse wieder, sind diese Anteile natürlich auch mehr wert. Bei einer längeren Laufzeit lassen sich somit auch Verlustphasen an der Börse gut überbrücken und können mitunter sogar in eine höhere Rendite umschlagen. Sind die Riester-Fondsanteile jedoch erst einmal in Anleihen umgewandelt, ist der Effekt verloren.

Infolge der weltweiten Finanzkrise fragen sich aber zunehmend immer mehr Riester-Sparer, wie sicher ihre Anlage aber noch ist. Grundsätzlich lässt sich festzustellen, dass es bei fondsbasierten Sparplänen eine Kapitalgarantie gibt, die für die eingezahlten Beiträge und die Zulagen gilt.

Gerade bei kürzeren Verträgen, die demnächst auslaufen, ist es also nicht ausgeschlossen, dass sich die Kursverluste auch in einer geringeren Rendite als erwartet bemerkbar machen werden. Der lange Anlagehorizont bei jungen Sparern lässt aber auch Schwächeperioden überstehen und bietet deshalb auf lange Sicht hin beste Renditechancen für die Altersversorgung.

Von ddp.djn-Korrespondent Oliver Mest

(ddp)


 


 

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1 Kommentar

von René Marquardt
21.04.09 08:56 Uhr
Den richtigen Anbieter wählen...

Es gibt auch fondsbasierte Lösungen, die die Vorteile des Cost-Average-Effekts weiter nutzen und dennoch die Sicherheit bei fallenden Aktienkursen bieten.

Herzliche Grüße

René Marquardt (www.renditekonzept.de)

 

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