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Ristorante Luciano

Promis beim Patron

Aus Padua über das Excelsior ins Bella Napoli

Luciano Falvini stammt aus Padua, wo er auch eine klassische Kellner-Laufbahn begonnen hat. „Wir mussten jeden Morgen antreten, sogar zeigen, dass wir saubere Fingernägel hatten,“ erinnert er sich an seine Lehrzeit. Danach arbeitete er in der Schweiz, kam als Kellner schließlich nach Köln ins Excelsior Hotel Ernst und wurde später Oberkellner im berühmten „Grand Italia“ am Hansaring, gegenüber dem kleinen „Hochhaus“, in dem heute Saturn seinen Sitz hat. Seine professionelle Ausbildung unterscheidet ihn von vielen Italienern in Köln, die als „Seiteneinsteiger“ Pizzerien, Trattorien und Restaurants eröffneten.

„Bella Napoli“ hieß damals die Pizzeria, die Luciano schließlich übernahm, um sich mit viel Fleiß und noch mehr Ehrgeiz eine eigene Existenz aufzubauen. Zwar stand am Anfang auch noch Pizza auf der Karte, doch recht schnell zeigte der junge Wirt, dass er mehr konnte als Teigfladen mit Schnickschnack und geriebenem Käse zu dekorieren. Luciano wurde zum Pionier der Cucina Italiana und italienischer Lebensart in Köln. Redakteure und Künstler vom WDR und der benachbarten „Kölnischen Rundschau“, Wirtschaftskapitäne und Banker aus Kölns Geld-Avenue Unter Sachsenhausen bevölkerten seine Tische in Zeiten, in denen manche Spesenmark noch großzügiger und leichfertiger ausgegeben werden konnte als heute in den Zeiten der „pingeligen“ Finanzbeamten und Spesenkontrolleure.

Gerhard Richter dankte mit einem Bild

Im Laufe der 39 Jahre hat Luciano mehr als zehn dicke Alben mit Fotos. Zeichnungen und Widmungen seiner vielen prominenten Gäste gesammelt. Das sind Schätze aus der Kölner Wirtschaftswunderwelt. Dokumente, die deshalb eigentlich einen Platz in einem Museum verdient hätten. Wer in der Domstadt kann sich schon über ein Bild freuen, dass ihm Gerhard Richter, der weltweit höchstbezahlte lebende Künstler, geschenkt hat?

„Ich habe von meinen berühmten Gästen viele Bilder bekommen. Die habe ich in meinem Haus gerahmt. Sie im Ristorante aufzuhängen ist mir wegen ihres Werts zu gefährlich“, sagt er. Und lässt dann durch die vielen Albumseiten blättern, auf denen sich große Stars der Leinwand, der Bühnen, der Platten und CDs verewigt haben:

Eine kleine Auswahl: die drei Kanzler Kohl, Schröder und Merkel, Heinrich Böll mit seinem Freund Lew Kopeljew, Udo Jürgens, Lili Palmer, Ingeborg Hallstein, Katja Ebstein, Jochen Maas, Jose Carreras, Freddy Quinn, Jerry Lewis, Peter Alexander, Roy Black, Mario Adorf, Heidi Brühl, Wolf Biermann, Sigmar Polke, Manfred Germar. Willy Millowitsch, die Höhner, Peter Scholl-Latour, Heinz „Ekel Alfred“ Schubert, Michael Schumacher, und, und, und......... „Das Essen war ein Pontifikalamt,“ hat Günter Grass ins Gästebuch geschrieben.

Was will oder kann man noch mehr hinzufügen?

Ach ja, im Sommer ganz wichtig ist die schöne, große Terrasse vor dem Haus mit 45 Plätzen – und Parksorgen muss sich kein Gast machen, denn einer aus der Kellner-Truppe stellt auf Wunsch den Wagen sicher in der Nähe ab und holt ihn auch wieder.

 

Ristorante Luciano
Marzellensr. 68-70 50668 Köln Tel.: 0221-135453 Täglich Küche von 12 bis 15 und 18.30 bis 22.30 Uhr www. ristorante-luciano.de
[email protected]

(Ulrich Gross)


 


 

Ristorante Luciano
Patron
Edel-Italiener
Rino Casati
Ulrich Gross

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1 Kommentar

von Sored
29.01.08 19:41 Uhr
Business Lunch

ist der laden denn auch gut geeignet für einen Business Lunch?

 

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