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Hightech-Verband warnt vor künstlicher Rohstoff-Verknappung

(dapd). Die deutschen Verbraucher müssen beim Kauf von Computern, Fernsehern und Handys demnächst möglicherweise mehr Geld auf den Tisch legen. Der Bundesverband der deutschen Hightech-Wirtschaft Bitkom warnte am Freitag vor einer künstlichen Verknappung der für diese Geräte notwendigen Rohstoffe, die zu Preissteigerungen und Lieferengpässen führen könne.

Wegen der Exportbeschränkungen Chinas für sogenannte Seltene Erden müssten sich die Hersteller mit steigenden Rohstoffpreisen und längeren Lieferzeiten auseinandersetzen, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Es gebe kaum ein Hightech-Gerät, das ohne Seltene Erden hergestellt werden kann.

Zuletzt hatte China die Ausfuhrquoten für die begehrten Rohstoffe deutlich reduziert. In den zurückliegenden sechs bis zwölf Monaten hatten sich die Preise der meisten Seltenen Erden vervielfacht. Um die Rohstoffbasis zu sichern, fordert der Verband verstärkte Anstrengungen im Recycling, spezielle Forschungsprogramme und Partnerschaften mit Förderländern. «Seltene Erden sind für die deutsche Wirtschaft mindestens so wichtig wie Erdöl und Erze», sagte Scheer.

Die Seltenen Erden sind auch Thema beim Besuch von Chinas Vizepremier Li Keqiang in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte am Donnerstag mit Li auch über das Thema Rohstoffsicherung gesprochen. Brüderles Sprecherin Beatrix Brodkorb sagte am Freitag in Berlin, der Minister habe Li darum gebeten, den «offenen und gerechten Zugang» zu Seltenen Erden zu ermöglichen und über eventuelle Beschränkungen, die China plant oder schon vorgenommen hat, noch einmal nachzudenken«. Zugleich habe Brüderle Verständnis dafür gezeigt, dass China diese Rohstoffe umweltschonender abbauen wolle. Brüderle habe in diesem Zusammenhang auf das »hervorragende deutsche Know-how« auf diesem Gebiet aufmerksam gemacht, sagte Brodkorb.

China produziert derzeit etwa 97 Prozent des weltweiten Bedarfs an seltenen Erden. 2010 exportierte das Land 24.280 Tonnen, 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

(Michael Winckler und Claudia Pietsch/dapd)


 


 

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