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Höhere Gewinne mit gutem Design

Lohnt sich für den Unternehmer Design? Oder ist das nur modischer Schnick-Schnack, auf den man auch verzichten kann, um die Kosten für den Designer und die teure Umsetzung seiner Ideen zu sparen? Über „ROI – Return on Ideas“ sprach Prof. Dr. Peter Zec im Rotonda Business Club. Der Professor für Wirtschaftskommunikation an der FHTW Berlin erklärte dem Auditorium „Mit Design macht man bessere Geschäfte“.

ROI bedeutet im Wirtschafts-Deutsch normaler Weise Return on Investment oder Kapitalrendite. Prof. Zec sieht einen engen Zusammenhang zwischen Investition und Ideen. Denn „Ideen treiben die Welt voran“ lautet der Untertitel seines Referats. „Man muss Design nicht verstehen, man muss sich damit nur zurecht finden“ zitiert der Referent das Genie Albert Einstein. Prof. Zec ist international als Experte für Design und Wirtschaft anerkannt, er ist u. a. Vorstand des Design Zentrums NRW und Gründer des „Red Dot Award“, eines der begehrtesten Preise für Designer. Im Kesselhaus des Zollvereins in Essen und im fernen Singapur, in einem zum Museum umgestalteten ehemaligen Polizeirevier, werden viele Produkte mit den begehrten „Roten Punkten“ ausgezeichnet und präsentiert. Diese Red Dots wecken meist blitzschnell die Attraktivität der Artikel, die plötzlich jeder haben will. Starkes Umsatzplus und mehr Profit sind die Folgen.

Deutschland ist Design-Land

„Deutschland ist Design-Land“ hat der Professor erkannt, den die „Wirtschaftswoche“ zu den 25 kreativsten Köpfen unserer Wirtschaft zählt. „Design ist die Manifestation einer Idee“ erklärt der Referent seinem Publikum. Beispiele auch für wirtschaftlichen Erfolg hat er ohne Ende. Zum Beispiel den Sportflitzer Mazda MX-5, den schon 1979 ein Journalist im Gespräch mit einem Mazda-Direktor skizziert hatte, als beide über die mehr oder weniger „gesichtslosen“ Autos des japanischen Herstellers diskutierten. Erst zehn Jahre später kam der schnittige Zweisitzer in die Produktion - und wurde weltweit ein Bestseller. Ähnliche Autos, die im Design dem MX-5 „nachempfunden“ waren, etwa der Alfa Spider und der Fiat Barchetta, floppten.

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorne herein ausgeschlossen erscheint“ – wieder bemüht Prof. Zec den berühmten Albert Einstein als Kronzeugen für seine spannenden Erklärungen. Wer die vier Buchstaben I-d-e-e „googelt“, erhält 108 Millionen Hinweise.

Wird die Struktur von Kohlenstoff-Molekülen nur leicht geändert, verwandelt sich Kohle in Diamanten. Die Form von Nudeln beeinflusst – wie jeder Pasta-Lover weiß – den Geschmack. Spaghetti, Makkaroni, Linguini und Farfalle sind alle aus dem selben Teig, doch das unterschiedliche Design ist entscheidend für den Genuss.

Revolutionärem Design rettete Apple

„Gutes Design steigert den Wert des Unternehmens,“ behauptet Prof. Zec und beweist das auch mit dem Beispiel der Computerfirma Apple. „Die Firma stand kurz vor der Pleite“, erinnert er seine Zuhörer. Mit dem komplett neuen Computer iMac, farbenfroh und aus transparentem Material, schaffte der neue GEO Steve Jobbs die Wende. Dieser Apple Computer sah aus wie keiner zuvor. Er elektrisierte die Welt, jeder wollte an einem so schönen Rechner arbeiten.

Apple ist heute ebenso im Design von Consumer Electronic führend wie es Sony einmal war. Die japanischen Erfinder des Walkmans und vieler anderer revolutionärer Multimedia-Geräte haben ihre leadership position auf den meisten Feldern verloren. Und Apple hat den Platz besetzt mit Entwicklungen wie dem iPod. „In nur sechs Jahren wurden 140 Millionen Stück verkauft“, rechnet der Fachmann für Wirtschaftskommunikation seinem Auditorium in Köln vor. Die Kosten für einen iPod mit acht GB Speicher betragen laut Auskunft des Herstellers etwa 86 Euro. Das Gerät kostet im Handel 199 Euro. „Das ist ein Beweis dafür, dass Design Umsatz und Gewinn bringen kann.“

Good Design is good business

„Good Design is good business“ folgert der Wissenschaftler aus seinen Untersuchungen und untermauert diese These mit weiteren Beispielen. wie dem deutschen Hersteller von Bad-Armaturen, Dornbracht. Das Familienunternehmen aus Iserlohn ist bekannt für sein exklusives Design, mit dem nicht nur viele wichtige Preise gesammelt sondern auch beträchtliche Umsätze gemacht wurden. „Der finanzielle Einsatz in eine neue Designlinie ist relativ gering, aber die Entscheidung erfordert Mut,“ räumt Peter Zec ein. „Wenn es schief geht, kann es ein Unternehmen an den Rand des Ruins bringen, wenn es klappt, steigt der Wert der Marke sehr schnell und hoch.“

Weitere Beispiele für erfolgreiche Entscheidungen in Sachen Form: adidas ist heute mit seinen drei Streifen an der Börse fast neun Milliarden Euro wert. Für den ehemaligen Gummistiefel-Hersteller Nokia, heute Weltmarkführer bei Handys, müsste ein Käufer fast 100 Milliarden Euro zahlen.

„Zum guten Design muss selbstverständlich einwandfreie Qualität und entsprechende Verfügbarkeit kommen. Ganz wichtig zudem die richtige Kommunikation, denn was nützt der geniale Entwurf, wenn ihn keiner kennt.“

(Ulrich Gross)


 


 

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