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Sabine Lautenschläger

Lebensfroh, kommunikativ und hart in der Sache

Sabine Lautenschläger ist seit April 2008 die oberste deutsche Bankenaufseherin und die erste Frau, die im Direktorium der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) neben vier Kollegen das Sagen hat. Auf die Frage, wie die Juristin das geschafft hat, gibt es eine klare Antwort: Der Ehemann hat es möglich gemacht.

Kurz nach dem ersten juristischen Staatsexamen in Bonn heiratet sie 1991. Ein Jahr später, sie absolviert parallel ihr Referendariat, kommt Tochter Laura zur Welt. Viel Zeit gönnt sich die Ehrgeizige nicht. 1995 startet sie ihre Karriere im damaligen Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Berlin. 2002 wird das Aufsichtsamt neu ausgerichtet und mit den Bundesaufsichtsämtern für das Versicherungswesen und für den Wertpapierhandel als BaFin in Bonn und Frankfurt installiert. Sechs Jahre später wird Lautenschläger vom Bundeskabinett zur Exekutivdirektorin der Bankenaufsicht befördert. In ihrem Ressort sind 290 Aufseher beschäftigt, die rund 2.080 deutschen Bankinstituten auf die Finger schauen sollen.

business-on.de: Frau Lautenschläger, von großem Interesse ist immer noch die Frage, ob die in Amerika ausgelöste Finanzkrise ausgestanden ist oder ob wir uns noch mitten drin befinden?

Sabine Lautenschläger: Um die Frage beantworten zu können, müsste ich über hellseherische Fähigkeiten verfügen. Niemand kann wissen, in welcher Phase wir uns befinden, man kann nur versuchen, sich aus den Fakten, die heute auf dem Tisch liegen, eine Meinung zu bilden – die man gegebenenfalls aber auch wieder revidieren muss.

business-on.de: Und was ist Ihre Meinung dazu?

Sabine Lautenschläger: Das ganze Ausmaß einer Krise lässt sich immer erst lange im Nachhinein überblicken. Es ist wie mit einem Pendel: Ob sich dieses Pendel nun langsam ausschwingt oder ob es noch eine gewisse Bandbreite hat, das weiß niemand. Es spielen ja nicht nur finanzmathematische bzw. statistische Erkenntnisse eine Rolle. Vieles hängt vom Marktvertrauen ab, das heißt letztendlich von den Gefühlen und den Erwartungen der Teilnehmer und den so genannten Self-fulfilling Prophecies.

Finanzkrise hat Marktvertrauen erschüttert

business-on.de: Seit April 2008 sind Sie die höchste Bankenaufseherin. Können Sie mit einem Satz erklären, welche Aufgabe die Bankenaufsicht hat?

Sabine Lautenschläger: Sie überwacht Kreditinstitute und zwar mit zwei Zielen: Erstens, um für die Sicherheit der Vermögenswerte zu sorgen, die die Kunden den Banken anvertrauen. Zweitens, um die Stabilität des Finanzplatzes zu unterstützen.

business-on.de: Und wie muss man sich das vorstellen? Fahren Sie beispielsweise zu Herrn Ackermann und fragen ihn, ob er alle Risiken unter Kontrolle hat?

Sabine Lautenschläger: Es kommt durchaus vor, dass ich mit Herr Ackermann spreche, sowohl in Frankfurt als auch in Bonn.

business-on.de: Ist das die Ebene, auf der Sie mit den Banken kommunizieren ?

Sabine Lautenschläger: Ja, das war schon in meiner vorhergehenden Position als Abteilungsleiterin der Aufsicht über Großbanken der Fall. Ich treffe mich regelmäßig mit den Vorständen der Institute und der Verbände. Auf dieser Ebene vertrete ich auch die BaFin in internationalen Gremien.

business-on.de: Über was sprechen Sie auf diesen Treffen?

Sabine Lautenschläger: Über die Ertragslage bei den Kreditinstituten, über Strategien und Geschäftsmodelle, über die allgemeine Marktlage. Über Fragen, die in internationalen Gremien aufgeworfen werden oder auch über die Zusammenarbeit mit ausländischen Aufsichtsbehörden.

business-on.de: Ich dachte, es geht um Risikoeinschätzungen.


 


 

Sabine Lautenschläger
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Exekutivdirektorin der B

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