Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
Banken

Finanzkrise verschont auch Sal. Oppenheim nicht

(ddp-nrw). Verluste im Wertpapierhandel sowie Wertabschreibungen haben die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim im vergangenen Jahr deutlich in die Verlustzone geführt. Insgesamt belaufe sich der Fehlbetrag auf 117 Millionen Euro, teilte das Bankhaus am Dienstag in Luxemburg mit. Im Vorjahr hatte Sal. Oppenheim noch 255 Millionen Euro verdient.

Eine konservative Bewertung aller Bestände stelle sicher, dass die Auswirkungen aus der Finanzmarktkrise vollständig im Geschäftsjahr 2008 verarbeitet wurden, erklärte die Bank. Zwar werde das Marktumfeld 2009 schwierig bleiben, doch zeigte sich Matthias Graf von Krockow, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter, zuversichtlich, dass Sal. Oppenheim ein positives Ergebnis erzielen könne.

Angesichts des Fehlbetrags zum Jahresende reduzierte sich das Eigenkapital der Bank um 14 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro. Nach einer Ende 2008 beschlossenen Kapitalerhöhung der Aktionäre um 200 Millionen Euro liege die Eigenkapitalquote mittlerweile aber wieder über 12 Prozent.

Mit einem Sparprogramm in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro und einer deutlichen Reduzierung ihrer Risiken hat die Bank eigenen Angaben zufolge auf die Herausforderungen des Marktes reagiert.

Zugleich teilte Sal. Oppenheim mit, sich an einer möglichen Kapitalerhöhung beim Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor beteiligen zu wollen. Voraussetzung sei, dass alle anderen größeren Anteilseigner sich auf gleicher Basis und bei gleichem Risiko- und Lastenanteil beteiligten. Sal. Oppenheim ist seit vergangenem Jahr mit einem Anteil von 28,6 Prozent größter Einzelaktionär Arcandor. Neben der Bank hält noch die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, eine langjährige Bankkundin von Sal. Oppenheim, einen größeren Anteil.

Die Bank wolle rund 20 Millionen Euro an Krediten «zu marktüblichen Konditionen» zur Verfügung stellen, teilte das Finanzinstitut mit. Mit Blick auf die Arcandor-Beteiligung hieß es weiter, dass es «keinen Plan, den Anteil zu verkaufen oder zu erhöhen», gebe. Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick hatte zur Verbesserung der Kapitalausstattung Mitte April angekündigt, mit beiden Hauptaktionären - der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und dem Bankhaus Sal. Oppenheim - Gespräche über dieses Thema zu führen.

(ddp)


 


 

Sal. Oppenheim
Wertpapierhandel
Finanzkrise
Matthias Graf von Krockow
Karl-Gerhard Eick
Köln

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Sal. Oppenheim" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: