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SPD fordert Aufklärung über Schülerzahlen

(ddp-nrw). Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres hat die SPD-Opposition der Landesregierung vorgeworfen, der Öffentlichkeit Zahlen über das alte Schuljahr vorzuenthalten. «Transparenz scheint der Regierung ungefähr so wichtig zu sein wie der chinesischen KP», sagte SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer am Mittwoch in Düsseldorf. Dabei sei die Schulstatistik über Schülerwechsel zwischen den einzelnen Schulformen ein wichtiger Hinweis für die Bildungspolitik. Ein Sprecher des Schulministeriums wies die Vorwürfe zurück.

Nach Informationen der SPD hätten im Schuljahr 2007/2008 deutlich weniger Kinder als bisher den Aufstieg von der Hauptschule in die Realschule oder das Gymnasium geschafft, kritisierte Schäfer. Es seien auch mehr Schüler wieder vom Gymnasium an andere Schulen zurückgeschickt worden.

Die Landesregierung solle die «unliebsamen Wahrheiten» unverzüglich öffentlich machen, forderte Schäfer und erneuerte ihre Forderung nach einem Rücktritt von Schulministerin Barbara Sommer (CDU). «Wer so ein Chaos beim Zentralabitur und bei den Kopfnoten angerichtet hat, muss die politische Verantwortung übernehmen», sagte sie. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sei jedoch genauso verantwortlich für schwere Fehler in der Schulpolitik, sagte die ehemalige NRW-Schulministerin.

 

In den Vorjahren habe die Schülerstatistik stets früher vorgelegen, räumte ein Sprecher des Schulministeriums ein. In diesem Jahr seien jedoch zusätzliche Zahlen zum Migrationshintergrund der Schüler erhoben worden. «Darum hat es diesmal länger gedauert», sagte der Sprecher. Die Daten würden aber am Donnerstag (7. August) auf der Internetseite des Schulministeriums veröffentlicht. Dies sei ohnehin geplant gewesen und habe nichts mit der SPD-Kritik zu tun.

 

 

CDU-Fraktionschef Helmut Stahl verteidigte Sommer. «Sie macht einen guten Job und gibt den dringend notwendigen Reformen ein Gesicht», sagte Stahl. Die SPD gehe mit der «Schrotflinte der Kritik vor». Dies sei kleinkariert. Die Landesregierung habe seit dem Regierungswechsel 2005 knapp 7000 neue Stellen für Lehrer an den NRW-Schulen geschaffen.

Die CDU präsentierte Ergebnisse einer dimap-Umfrage unter rund 1000 NRW-Bürgern. 72 Prozent der Befragten sagten demnach, die Erwartungen an die Lehrer seien zu hoch. 60 Prozent der Bürger meinten, Lehrer bekämen nicht genügend Anerkennung. Die Koalition werde die Lehrerausbildung bis zum Jahr 2009 modernisieren, sagte Stahl.

Die Grünen forderten eine Abkehr vom mehrgliedrigen Schulsystem aus Gymnasium, Realschule und Hauptschule. «Denn das gegliederte Schulsystem kann nur durch Abschulungen und das viel zu frühe Sortieren der Kinder bestehen», sagte die Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer. Solange die Landesregierung «halsstarrig an der Vielgliedrigkeit festhält, wird Ministerin Sommer die Zahlen zur Durchlässigkeit und Chancenverbesserung weiterhin unter den Teppich kehren müssen».

(Quellen: Schäfer und Stahl in Düsseldorf; Ministerium und Grüne in Mitteilungen)

(Redaktion)


 


 

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