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Schwarzarbeit

Schwarzarbeit während laufender Kündigung - Arbeitsrichter: Sofortiger Rauswurf gerechtfertigt

(D-AH) - Wer sich nach einer ordentlichen Kündigung noch schnell ein privates Notpolster durch Schwarzarbeit dazu verdienen will, während er sich bis zum fristgemäßen Ablauf des Arbeitsvertrages krank schreiben lässt, riskiert den sofortigen Rauswurf - und damit den Verlust jeglicher gesetzlichen Sozialplanabfindung. Darauf hat jetzt das Landesarbeitsgericht Hessen bestanden (Az. 6 Sa 1593/08).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war ein 50-jähriger Schweißer fast ständig krank , nachdem sein Arbeitgeber ihn betriebsbedingt gekündigt hatte. Der argwöhnische Chef, der seinen Mitarbeiter aus 20 Jahren Betriebszugehörigkeit eigentlich anders kannte, setzte daraufhin einen Detektiv auf ihn an. Der rief den "Kranken" zu Hause an und machte ihm ein privates Angebot für Maurer- und Malerarbeiten. Auf die Frage des Detektivs, ob er denn arbeitslos sei und sofort anfangen könne, erklärt er sich trotz seiner laufenden Krankschreibung zum sofortigen Arbeitsbeginn bereit.

Damit war die Falle zugeschnappt. "Das Unternehmen wandelte die ordentliche Kündigung zu Recht in eine fristlose um", erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Und zwar ungeachtet der langen Dauer des Arbeitsverhältnisses und der bestehenden Unterhaltspflichten des Mitarbeiters. Denn die betrieblichen Interessen an der sofortigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses überwiegen in diesem Fall. Muss der Arbeitgeber doch auch berücksichtigen, dass sich das Verhalten des Mannes auf das der übrigen Arbeitnehmer auswirken könnte, wenn das Unternehmen vom sofortigen Rauswurf absieht.

(D-AH)


 


 

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