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Schwere Beleidigung des Arbeitgebers im privaten Gespräch: Fristlose Kündigung?

Fazit:

Im vorliegenden Fall handelte es sich um ein solches vertrauliches Gespräch. Der weitere Zeuge hatte dieses Gespräch nur zufällig mitgehört. Die Äußerungen waren an diese Person nicht gerichtet und in der Beweisaufnahme konnte noch nicht einmal aufgeklärt werden, ob dem Arbeitnehmer überhaupt bewusst war, dass seine Äußerungen von diesem weiteren Zeugen mitgehört wurden.

Die Entscheidung macht deutlich, dass selbst grobe Beleidigungen gegen den Arbeitgeber dann nicht sanktioniert werden können, wenn der Arbeitnehmer Äußerungen in vertraulicher Atmosphäre tätigt.

Quellen: 1) Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern (Rostock), Urt. v. 20.07.2006 - 1 Sa 69/06 -, zitiert nach juris.

Leitsatz: Eine beleidigende Äußerung des Arbeitnehmers über den Arbeitgeber (hier: „größtes Arschloch der Welt“) kann an sich geeignet sein, eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund zu begründen. Die Kündigung kann allerdings ausgeschlossen sein, wenn die Äußerung in einem privaten Gespräch gegenüber einem Freund des Arbeitnehmers erfolgt ist, auf dessen Vertraulichkeit der Arbeitnehmer rechnen durfte und das nur zulässig von einem Arbeitskollegen mit angehört und dem Arbeitgeber zugetragen worden ist.

2) Bundesarbeitsgericht, Urt. v. 10.10.2002 - 2 AZR 418/01 -, DB 2003, 1797; BAG, Urt. v. 12.01.2006 - 2 AZR 21/05 -, NZA 2006, 917.

Autor: Dr. Nicolai Besgen ___________________________ Kanzlei MEYER-KÖRING v.DANWITZ PRIVAT Rechtsanwälte & Steuerberater Oxfordstr. 21 53111 Bonn

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(Dr. Nicolai Besgen)


 


 

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