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Slowakei

Rare Talente, steigende Gehälter

Auch in der Slowakei werden Fach- und Führungskräfte knapp, und das trotz der höchsten Arbeitslosenquote in der Europäischen Union. Unternehmen werben mit immer höheren Gehältern um die besten Köpfe: Die Vergütung in der Slowakei ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent gestiegen. Für das kommende Jahr rechnen die Unternehmen mit einem weiteren Anstieg der Gehälter um sechs bis sieben Prozent. Ein Geschäftsführer verdient aktuell durchschnittlich 84.100 Euro im Jahr, während sein Kollege in Deutschland im Durchschnitt 280.000 Euro erhält.

Führungskräfte auf den beiden Ebenen darunter erzielen in der Slowakei 38.100 Euro und Fachkräfte 15.500 Euro. Das sind Ergebnisse der Vergütungsstudie „Unternehmen in der Slowakei 2008/2009“ der Managementberatung Kienbaum. Kienbaum hat zusammen mit der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer dazu 10.835 Positionen in 51 Unternehmen untersucht – von der Geschäftsführung bis zum einfachen Arbeiter.

Ingenieure und Techniker verzweifelt gesucht

In der Hauptstadt Bratislava ist das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften aus Sicht der Unternehmen am besten, in der Mittel- und Ostslowakei hingegen nur durchschnittlich bis schlecht. Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen haben Unternehmen insbesondere bei Ingenieuren und Technikern, bei Facharbeitern, Produktmanagern, Anwendungsprogrammierern und Verkäufern. Fragt man die Personalabteilungen nach den Ursachen, werden – neben der hohen Nachfrage – am häufigsten drei Aspekte genannt: Erstens wandern viele junge Fachkräfte ins Ausland ab, zum zweiten analysieren einige Unternehmen ihren jeweiligen Wunschstandort nur unzureichend und drittens beklagen die Firmen die mangelhaft strukturierte Ausbildung. „Häufig steht die mangelnde Praxiserfahrung der Absolventen in der Kritik. Deshalb fordern deutsche Investoren eindringlich eine Reform des Ausbildungssystems“, sagt Maria Smid, Leiterin der Studie bei Kienbaum in Wien.

Banken und Versicherungen zahlen am besten

Die Gehälter in der Slowakei variieren stark: Die Spanne der Geschäftsführervergütung reicht von rund 15.000 Euro bis zu mehr als 188.000 Euro – also mehr als das Zwölffache. Ein wichtiger Faktor ist die Unternehmensgröße: In Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten verdient ein Geschäftsführer durchschnittlich 65.000 Euro im Jahr, in Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es rund 112.000 Euro. Einfluss auf das Gehalt hat auch die Branche: Spitzenverdiener sind Geschäftsführer in Banken und Versicherungen mit jährlich 147.000 Euro, gefolgt von jenen in der Chemie- und Pharmabranche mit 105.000 Euro. Im Medienbereich erzielen sie mit 37.000 Euro die niedrigsten Bezüge. Neben Unternehmensgröße und Branche variiert die Gehaltshöhe je nach Region: In Bratislava zahlen Unternehmen durchschnittlich rund zehn Prozent mehr als der Landesdurchschnitt.

Bonus sogar für einfache Angestellte

Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter spielen in der Slowakei Prämien und Zusatzleitungen eine immer größere Rolle. Insbesondere ausländische Arbeitgeber versuchen so, auf dem Arbeitsmarkt zu punkten. Eine variable Vergütung erhalten derzeit 83 Prozent der Geschäftsführer, 81 Prozent der Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene und 77 Prozent der Fachkräfte. Geschäftsführer beziehen mit durchschnittlich rund 22.400 Euro den höchsten Bonus. Das entspricht einem Anteil von 22 Prozent ihrer Jahresgesamtbezüge. 

Altersversorgung und Sprachkurse als Zusatzleistungen

Immer mehr Mitarbeiter kommen zudem in den Genuss einer betrieblichen Altersversorgung. Mittlerweile gewähren mehr als die Hälfte der slowakischen Unternehmen ihrer Belegschaft eine solche Zusatzleistung. Vor einem Jahr war es nur ein Fünftel. Als weitere Zusatzleistung fördern die Firmen Sprachkurse für ihre Mitarbeiter. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten in der Slowakei steht dieses Weiterbildungsangebot zur Verfügung. Die bevorzugte Sprache ist Englisch mit 48 Prozent. „Dieses Ergebnis ist erstaunlich, denn die Mehrzahl der ausländischen Unternehmen, die an der Studie teilgenommen haben, haben ihren Stammsitz in Deutschland oder Österreich“, sagt Kienbaum-Beraterin Smid.

(Kienbaum)


 


 

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