Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
EC- und Kreditkarten

Nach Chip-Panne entspannt sich Situation - Unmut über Alleingang der Sparkassen

(ddp). Nach der Panne bei Millionen von EC- und Kreditkarten hat sich die Lage für die Verbraucher in Deutschland entspannt. Im Einzelhandel würden wieder alle EC-Karten akzeptiert, teilte der Branchenverband HDE am Freitag mit. Die Zahlungsterminals seien neu programmiert worden.

Auch an Geldautomaten hat sich die Situation nach Angaben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) «praktisch komplett normalisiert». Zudem wurden den Kunden Kulanzregelungen für mögliche Schäden in Aussicht gestellt.

Nachdem der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) den fehlerfreien Betrieb seiner 25 700 Geldautomaten erklärt hatte, verwiesen auch Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sowie des Bankenverbandes auf die reibungslose Funktion ihrer Geräte. Probleme gibt es dagegen noch immer im Ausland.

Laut Einzelhandelsverband können Kunden vielfach auch per EC-Lastschrift - mit EC-Karte und Unterschrift - zahlen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Panne werde der Handel daher weiter an dem Verfahren festhalten. Zugleich forderte der HDE die Banken auf, das alte Lastschriftverfahren trotz der favorisierten neuen einheitlichen SEPA -Lastschrift für den Euroraum zu akzeptieren und nicht zu behindern.

Derweil entschuldigte sich nach dem Bankenverband auch DSGV-Präsident Heinrich Haasis bei den betroffenen Kunden. Zugleich sagte er, dass ihnen Gebühren ersetzt würden, die durch die Bargeldbeschaffung bei Banken oder die Nutzung alternativer Zahlungsmittel entstanden seien. Auch wenn für den Fehler ein externer Dienstleister verantwortlich sei, könnten die Kunden fehlerfreie Leistungen von Sparkassen und Landesbanken erwarten. Auch BVR und Bankenverband verwiesen auf bestehende Kulanzregelungen ihrer Mitgliedsunternehmen.

Unterdessen prüft die Kreditbranche bei der Behebung des Chip-Fehlers weiter zwei Lösungen. Neben der bevorzugten technischen Variante sei auch ein Umtausch zumindest eines Teils der betroffenen Karten denkbar, sagte die ZKA-Sprecherin. Der DSGV hatte indes eine technische Lösung angekündigt, über deren Einzelheiten Kunden noch in dieser Woche informiert werden sollen.

Eine Sprecherin des Bankenverbandes verwies jedoch darauf, dass die Branche dabei mit einer einheitlichen Software arbeiten werde, die es zudem noch gar nicht gebe. Daher müsse nun geschaut werden, ob der DSGV da schon «weiter oder aber nur forscher» sei. Mit Blick auf Software-Updates sagte eine BVR-Sprecherin: «Wir geben unsere Entscheidung, ob dies technisch umsetzbar ist, aber erst bekannt, wenn alle Fragen abschließend geklärt sind». Laut DSGV würden bei einer technischen Lösung eventuell einzelne Bausteine gemeinsam genutzt.

Insgesamt sind von dem Programmierfehler eines französischen Herstellers rund 30 Millionen der mehr als 100 Millionen in Deutschland ausgegebenen EC- und Kreditkarten betroffen.

Von Jürgen Wutschke

(ddp)


 


 

EC-Karte
Panne
Bankenverband
Kunden
Millionen
Deutschland
Zahlungsterminal
EC und Kreditkarten
Sparkassen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "EC-Karte" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: