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Dr. Sylvia Knecht

Standort-Marketing mit rheinischer Aufgeschlossenheit





Viel Verantwortung gepaart mit viel Einfühlungsvermögen, Lebenslust, Aufgeschlossenheit und großem Kommunikationstalent, das ist ihr Profil. Sie ist gern unterwegs – sowohl auf regionalen, nationalen als auch internationalen Bühnen und natürlich auch im Karneval. Denn Sylvia Knecht ist ein rheinisches Mädchen und verantwortlich für das Standort-Marketing unserer Region.

Seit einem Jahr vermarktet Dr. Sylvia Knecht, 47, als Geschäftsführerin der Cologne Bonn Business (CBB) ein Produkt, das sich Region nennt und über drei Millionen Einwohner auf einer Gesamtfläche von fast 4.000 qkm hat. Die gebürtige Siegburgerin ist - ebenfalls seit einem Jahr - mit Klaus Köhler verheiratet. Er begleitet als freiberuflicher Finanzberater Unternehmen beim Börsengang oder bei Konsolidierungsprozessen und ist deshalb die ganze Woche unterwegs. Das hat viele Vorteile, findet die Rheinländerin. "Alltag kennen wir nicht."

Nach dem Abitur entschließt sich Sylvia Knecht, für ein Jahr nach Afrika – Nairobi und Mombasa – zu gehen. Zunächst arbeitet sie für drei Monate in einem Entwicklungshilfeprojekt des Bundesfamilienministeriums. Dabei ging es um so praktische Tätigkeiten wie Fenster streichen, in der Landwirtschaft aushelfen, etc. Die restlichen neun Monate hat sie einen Job als Reisebegleiterin für deutsche Touristen bei Africans Safari Tours. "Das war ein toller Studentenjob, der mir viel Spaß gemacht hat", erzählt die heutige Geschäftsführerin der CBB. Schon während der Schulzeit steht fest, dass sie ihr Faible für Sprache und Argumentation mit einem Jurastudium manifestieren will. Sie absolviert nach dem "Praktikumsjahr in Afrika" zunächst zwei Semester in Trier und wechselt dann an ihre Wunsch-Uni, ans Juridikum Bonn. "Das Juridikum ist für Juristen das, was für den Mediziner die Charité ist."

Liebe für politischen Alltag entdeckt

Das Jura-Studium gefällt ihr. Aber das sollte sich ändern. Als Sylvia Knecht auf einen Referendarplatz wartet, bewirbt sie sich beim Deutschen Bundestag, der damals noch in Bonn residiert, und bekommt eine Stelle im Bereich Arbeitsmarkt und Sozialpolitik. Schon nach drei Monaten ist klar, dass sie den politischen Alltag spannend findet und beschließt, die juristischen Kenntnisse mit einem Studium der Politikwissenschaft zu ergänzen. Ihr Vorgesetzter Andreas Storm, heute Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, ermöglicht ihr den Spagat zwischen Job und Studium. Die Professoren sind ebenfalls einverstanden. Und es klappt. Nach vier Semestern macht Sylvia Knecht mit Sondergenehmigung des Dekans ihren Magister.

Als der Bundestag nach Berlin umzieht, folgt sie den Politikern an die Spree. "Ich wollte mal gucken, wie ich als Rheinländerin mit Berlin klarkomme", erzählt die Politikwissenschaftlerin. Berlin fällt durch. Nach sieben Jahren Bundestag geht sie raus aus der Politik und rein in die Wirtschaft. Als Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Randstad Deutschland in Köln baut sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf. Parallel schreibt sie ihre Promotion. Nach zwei Jahren wird sie vom größten Anbieter der Branche im Bereich Fach- und Führungskräfte-Vermittlung, der DIS (Deutsche Industrie-Service) –AG, nach Düsseldorf abgeworben. Als das Unternehmen 2008 von der Adecco Group übernommen wird, beschließt sie, sich nach etwas anderem umzuschauen.

business-on.de: Frau Knecht, am 1.1.2009 starteten Sie Ihren Job als Geschäftsführerin der CBB. Wie sind Sie auf die Stelle aufmerksam geworden?

Dr. Sylvia Knecht: Die Stelle wurde in der FAZ von einer großen Personalberatung angeboten. Gesucht wurde eine Person für die Geschäftsführung Standort-Marketing. Der Arbeitgeber wurde nicht genannt, aber der Text klang vielversprechend.

business-on.de: Das Thema Standort-Marketing war neu für Sie.

Dr. Sylvia Knecht: Ja und Nein. Ja, weil der klassische Marketing-Mix natürlich eine wichtige Rolle spielt, was ich aus meiner vorherigen Berufstätigkeit zwar schon kannte, aber eben im Unternehmensumfeld. Und nein, weil im Interessenumfeld zwischen Kommunen, Wirtschaft und Politik immer ein Interessensausgleich gefunden werden muss. Hier zielorientiert vorgehen, ohne jemanden zu verlieren, ist eine hohe Kunst.

business-on.de: Ich dachte immer, dass in unserer Region solche Stellen unter der Hand verteilt werden.

Sauberer Bewerbungsprozess

Dr. Sylvia Knecht: Falsch gedacht! Und auf das immer gleiche Vorurteil hereingefallen!! Die Ausschreibung der Stelle lief in keinster Weise über die berüchtigte Klüngelschiene. Es ist mir sehr wichtig, das zu betonen. Ich habe mich normal beworben. Es war ein absolut sauberer Prozess.

business-on.de: Wissen Sie, wie viele Bewerbungen es auf die Stelle gab?

Dr. Sylvia Knecht: Nein. Ich weiß nur, dass es viele Bewerber gab. Ich habe mich natürlich sehr gefreut gefühlt, dass ich den Zuschlag bekam. Ich glaube, es hat mir geholfen, dass ich in meiner Biografie einerseits mit politischen Kenntnissen und gleichzeitig mit Unternehmenserfahrungen aufwarten kann. Hinzu kommt, dass ich aus der Region komme und die Unternehmen sowie die Player der Region kenne.

business-on.de: Wie lautet Ihr Auftrag als Geschäftsführerin der CBB?

Dr. Sylvia Knecht: Unsere Aufgabe ist es, den Bekanntheitsgrad der Region national und international zu erhöhen und zweitens Investoren für den Standort zu interessieren.

business-on.de: Was interessiert Investoren?

Kommunale Probleme interessieren am anderen Ende der Welt nicht

Dr. Sylvia Knecht: Die regionalen Probleme, die uns hier beschäftigen wie beispielsweise kommunale Schulden, interessieren am anderen Ende der Welt nicht wirklich jemanden. Wichtig sind Themen wie innere Sicherheit, Rechtssicherheit oder Themen rund um Demografie und Fachkräftemangel bzw. autonome Wissensarbeiter. Das heißt, wie viele Studenten, Hochschulen, Absolventen oder Ingenieure hat die Region. Das sind Themen, die ausschlaggebend für Produktionsverlagerungen sind. Eine Autobahnabfahrt oder eine Halle bekommen sie heute überall. Aber wenn die F&E-Abteilung keine Ingenieure findet, dann hat das Unternehmen ein Problem.

business-on.de: Für Außenstehende ist es nicht einfach, die Gesellschaftsstruktur der CBB zu verstehen. Es gibt die Region Köln/Bonn GmbH, die Wirtschaftsinitiative Region Köln/Bonn e.V., die Region Köln/Bonn e.V. und die Sparkassen Region Köln/Bonn GbR und mitten drin bewegt sich die CBB.

Dr. Sylvia Knecht: So kompliziert ist das gar nicht. Es gibt die Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH mit zwei eigenständigen Geschäftsbereichen. Zum einen die Regionale 2010 und zum anderen die CBB mit nationalem und internationalem Standort-Marketing. Im Verein Köln/Bonn e.V. sind die acht großen Kommunen der Region vertreten. Die Wirtschaftsinitiative repräsentiert mit dem Vorstandsvorsitzenden Gottfried Philippi und dem Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn, Herrn Swoboda, als Stellvertreter, die Unternehmerschaft. Die beiden Vereine und die beiden Sparkassen sind die Gesellschafter der CBB.

business-on.de: In der Vergangenheit ist CBB mit sieben Branchen und deren Themen an die Öffentlichkeit gegangen. Hat sich daran etwas verändert?

Dr. Sylvia Knecht: Nein, wir haben den Ansatz aber ein wenig erweitert. Alle Branchen und Themen werden über ein Oberthema kommuniziert: Wir konzentrieren uns darauf, die Region als ‚intelligente Wissensregion’ nach draußen zu vermarkten. Dazu gehören Forschungs- und Entwicklungsthemen, wie z.B. innovative Werkstoffe oder im Automobilbereich CO2-Reduktion. Damit können sie die Kompetenz der Region weitaus besser darstellen, als nur über Strukturdaten.

business-on.de: Und wie entstehen neue Standortmarketing-Strategien?

Dr. Sylvia Knecht: Die entwickeln wir zusammen mit dem Standortmarketing-Ausschuss. Hier sitzen wir mit rund 20 Personen aus dem regionalen und wirtschaftlichen Umfeld zusammen und diskutieren die Themen, Projekte und Strategien für den Aussenauftritt.

business-on.de: Es gibt drei Wirtschaftsdezernenten (Köln, Bonn, Leverkusen) und acht Wirtschaftsförderer in der Region, die das gleiche Ziel, sprich Investoren anlocken, wie die CBB verfolgen. Besteht nicht die Gefahr, dass sie sich Konkurrenz untereinander machen?


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Cologne Bonn Business


 

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