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Telekom schließt 39 Callcenter

(ddp-nrw). Die Deutsche Telekom strukturiert ihre selbstständigen Servicegesellschaften neu. Dafür reduziert Europas größtes Telekommunikationsunternehmen nach eigenen Angaben die Zahl ihrer Callcenter von derzeit 63 auf 24. Etwa 8000 der insgesamt 18 000 Vollzeit- sowie Teilzeitmitarbeiter müssten ihren alten gegen einen neuen Standort tauschen, teilte das Bonner DAX-Unternehmen mit. Weiterhin würden die bei der Festnetztochter T-Home verbliebenen vier Technikzentren in die schlechter tarifierte Netzproduktion GmbH überführt und die Zentrale der Technischen Service GmbH neu geordnet. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kündigte massiven Widerstand an.

Nach Telekom-Angaben werden die verbleibenden Standorte «aufwändig modernisiert». Dafür werde die Telekom in den kommenden beiden Jahren rund 70 Millionen Euro investieren. Es werde keine Stellenstreichungen und keine Verlagerungen ins Ausland geben, betonte das Unternehmen. Im Marktvergleich habe man zu viele und zu kleine Service-Center und dadurch Wettbewerbsnachteile, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Telekom Kundenservice, Thomas Berlemann. In den Centern arbeiteten derzeit durchschnittlich rund 190 Menschen. Mit der neuen Struktur werde man eine durchschnittliche Standortgröße von etwa 700 Mitarbeitern erreichen. 

Bei der Auswahl der 24 Standorte habe man darauf geachtet, dass sie sowohl in den Ballungszentren als auch in der Fläche lägen, sagte Berlemann. Natürlich werde es für einen Teil der Mitarbeiter längere Fahrtzeiten zum Arbeitsplatz geben, räumte er ein. Sofern dies nicht möglich sei, werde man nach individuellen Lösungen für die Mitarbeiter suchen.

Zudem sollen der Telekom zufolge die vier Technikzentren in die Netzproduktion GmbH überführt werden. Von dieser Änderung seien 6000 Mitarbeiter betroffen. Für sie sollen die Konditionen des im vergangenen Jahr mit ver.di abgeschlossenen Service-Tarif Vertrag es gelten. Laut diesem Vertrag werden 38 statt 34 Stunden je Woche gearbeitet, zudem ist das Gehalt 6,5 Prozent geringer. Unter dem Strich bleiben die Gehälter aber gleich, da die Absenkung durch Ausgleichszahlungen und Tariferhöhungen abgefedert wird. 

Schließlich wird nach Telekomangaben die dritte Servicegesellschaft der Telekom, die Technischer Service GmbH, ihre Zentrale neu ordnen. Die derzeit 73 Standorte sollen auf 23 gebündelt werden, auf die sich dann die 825 Mitarbeiter verteilen. Von dieser Verlagerung seien rund 170 Mitarbeiter betroffen. Weitere Ausgründungen seien zunächst nicht vorgesehen. 

Mit den angekündigten Änderungen bei den Service-Gesellschaften will die Telekom pro Jahr insgesamt einen «niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag sparen». Bei den Call-Centern sollen davon 57 Millionen Euro eingespart werden. 

Das ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder kündigte an, die Telekom müsse sich auf eine «erhebliche Protestwelle» gegen ihre Pläne einstellen. ver.di werde gemeinsam mit Betriebsräten sowie mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft der betroffenen Kommunen gegen die Schließungen vorgehen. Die Gewerkschaft sei «erschüttert über die Unverfrorenheit, mit der die Telekom den Kahlschlag bei den Callcentern» betreibe. Schröder kritisierte weiter, die Telekom plane bei der Ausgliederung ihrer Netz-Center erneut, die Löhne zu senken und die Arbeitszeit zu verlängern.

(Redaktion)


 


 

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