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Steuervergünstigungen

Kindergeld und Steuervergünstigungen bis 2011 - Hilfreiche Liste der OFD Frankfurt

Ab 2012 wird auf die Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern verzichtet. Für alle Einkommensteuer- Veranlagungen der vorherigen Jahre bis einschließlich 2011 sind die Einkünfte und Bezüge des Kindes aber weiterhin für die Gewährung von Kindergeld bzw. eines Kinderfreibetrags bedeutsam.

Insoweit ist hier immer wieder zu entscheiden, was zu berücksichtigen ist und was als sog. berufsbedingter Mehraufwand außen vor bleibt und zu einer Minderung der Einkünfte und Bezüge des Kindes führt. Denn sofern der ehemalige Jahresgrenzbetrag von 8.004 € überschritten wird, entfallen bei den Eltern nicht nur Kindergeld und Steuerfreibeträge, sondern auch weitere verschiedene Vergünstigungen wie z.B. die Kinder- Riester-Zulagen. Hierzu hat es in jüngster Zeit zahlreiche Urteile vom BFH gegeben. Aus diesem Grund hat die OFD Frankfurt am 9.8.2012 (Az. S 2282 A - 22 - St 223) eine Übersicht über Aufwendungen des Kindes herausgegeben, die den Jahresgrenzbetrag mindern oder eben nicht mindern.

Schädliche Einkünfte bzw. keine Minderung

  • Beiträge zur privaten Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Zusatzkrankenversicherung
  • Beiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Lohnsteuer
  • Kirchensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Beiträge zu nicht gesetzlichen Pflichtversicherungen wie z.B. die Beiträge zur Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder – VBL
  • aufgrund eines Hofübergabevertrags erbrachte Altenteilsleistungen
  • Aufwendungen des Kindes fürs eigene Kind (Enkel der Eltern)
  • Unterhaltsleistungen eines Kindes an seinen bedürftigen Ehepartner (Schwiegerkind der Eltern)
  • Beiträge zur privaten Haftpflichtversicherung
  • Arbeitgeberanteil an vermögenswirksamen Leistungen
  • Grundsicherung für Arbeitssuchende (ALG II) Sie ist jedoch dann nicht anzurechnen, wenn das Kindergeld an den Sozialleistungsträger abgezweigt wird, oder dieser das Kindergeld zur Vereinfachung vollständig oder anteilig auf seine Leistungen anrechnet
  • Leistungen zur Sicherstellung des Unterhalts, Ausnahme wie bei ALG II
  • Elterngeld, soweit es über den Mindestbetrag von 300 € hinausgeht.

Minderung der Einkünfte:

  • Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung
  • gesetzliche Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung
  • Beiträge als freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung
  • Privatversicherung für Zahnersatz.

Mit Beschluss vom 11.1.2005 (Az. 2 BvR 167/02) hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Nichtberücksichtigung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Berechnung der Einkünfte und Bezüge des Kindes verfassungswidrig ist. Für die Berücksichtigungsfähigkeit von Kindern im Familienleistungsausgleich sind daher die Einkünfte des Kindes um seine gesetzlichen Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung zu mindern.

(VSRW-Verlag)


 


 

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