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Stickoxide

Kölner Schulen und Kitas fallen bei Stickoxidwerten durch

Laut einer durch die Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegebenen Studie, liegt die Stickoxidbelastung an vielen Schulen und Kindergärten, insbesondere an vielbefahrenen Straßen, oftmals deutlich über den Grenzwerten. Die Städte Köln und Essen schnitten bei dem bundesweiten Vergleich am schlechtesten ab.

24 Schulen und Kitas in Essen und Köln getestet

Nach dem VW-Abgasskandal hatte die Bundestagsfraktion der Grünen das Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg mit der Studie zur Bestimmung der Stickoxidwerten in Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland beauftragt. Für die Studie ermittelte das Institut wurden zwischen Ende 2015 und Anfang 2016 die Stickoxidbelastungen vor insgesamt 58 Schulen und KiTas in den Städten Essen, München, Heilbronn, Leipzig und Köln. In Nordrhein-Westfalen wurden insgesamt 24 Schulen und Kindertagesstätten untersucht.

Etwa die Hälfte der Messungen in NRW über Grenzwert

Besonders auffällig bei den Messergebnissen des Instituts für Umweltphysik der Universität Heidelberg schnitten die getesteten Standorte in NRW besonders schlecht ab. Bei etwa der Hälfte der Messungen in Köln und Essen wurden die Grenzwerte überschritten. Ein Standort in Essen direkt an einer Autobahn gelegen, wurde das Ergebnis „massive Gesundheitsgefahr“ attestiert. Stickoxide in der Luft können zu Atemproblemen und weiteren Erkrankungen führen. Kinder und Jugendliche gelten als besonders gefährdet. Medizinische Studien haben längst einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Stickoxide und Lungenerkrankungen wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Bronchialkarzinomen erwiesen.

Schülerinnen und Schüler besonders betroffen

„Wir haben vor allem deshalb vor Kindergärten und Schulen gemessen, weil wir wissen wollten, wie stark ist die Belastung für unsere Kinder und Schülerinnen und Schüler. Das ist keine zusätzliche Belastung, die es da gibt, also die ist an anderen Orten genau so, aber hier sind natürlich besonders Betroffene mit den Schülerinnen und Schülern“, äußerte sich Bärbel Höhn, aktuell stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion.

Höhn nimmt Automobilkonzerne in die Pflicht

Die Grünen-Politikerin brachte nach den besorgniserregenden Testergebnissen der Universität Heidelberg einige Lösungsansätze ins Spiel, nahm aber insbesondere das Verkehrsministerium und noch mehr die Automobilbranche in die Pflicht. „In bestimmten Bereichen müsste man sich überlegen, ob man vielleicht mit Temporegelungen etwas machen kann. Aber ansonsten ist der entscheidende Fokus beim Bundesverkehrsminister, der dafür sorgen muss, dass dieses NOx nicht mehr in dieser Form aus diesen Autos rauskommt, und da sind insbesondere die PKWs betroffen, die Diesel-PKWs, die nachgerüstet werden müssen – und das nicht auf Kosten der Autofahrer, sondern: Es muss nachgerüstet werden von den Automobilkonzernen“, forderte Höhn.

Geschlossene Fenster sind keine Lösung

Als einfache Maßnahme gegen die Stickoxidbelastung die Fenster einfach geschlossen zu halten und sich hauptsächlich in Innenräumen aufzuhalten, stellt keine Lösung dar. Denn Lüftungssysteme oder das Lüften in Pausen sorge dafür, dass die Stickoxide dennoch in die Räume gelangen, mahnten die Heidelberger Wissenschaftler.

Stickoxide deutsches Dauerproblem

Die Diskussion und die Belastung durch Stickoxide ist nicht erst seit dem VW-Abgasskandal ein Problem in vielen deutschen Städten. Insbesondere in den Ballungsräumen und Großstädten werden die Grenzwerte für Stickoxide regelmäßig überschritten. Die EU-Kommission hat deshalb bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet. Bislang hat sich an Stickoxid-Belastung augenscheinlich aber nichts geändert bzw. verbessert.

(Redaktion)


 


 

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