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Studie

Verbraucheranspruch und Kaufverhalten klaffen auseinander

(ddp). Trotz aller Kritik an den Discountern kaufen die Deutschen weiterhin im preiswerten Segment. Der Wunsch der Verbraucher nach sozial und ökologisch unbedenklichen Konsumgütern und das tatsächliche Kaufverhalten klaffen eklatant auseinander, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln ergab.

Danach legen mehr als drei Viertel aller Verbraucher beim Einkauf Wert darauf, dass die Waren nach umweltverträglichen Aspekten hergestellt werden. Zudem befürworten die Konsumenten, dass die Produkte in Bezug auf die Arbeitsbedingungen fair sind und soziale Mindeststandards erfüllen. «Im Grunde möchte der Kunde ein reines Gewissen beim Kauf haben, aber im Ergebnis entscheidet er sich für den günstigeren Preis», sagte IFH-Geschäftsführer Boris Hedde. Er fügte hinzu: «Zwischen den lautstarken Forderungen der Mehrheit der Verbraucher an den Handel und den realen Kaufentscheidungen liegen Welten.»

Den hohen Ansprüchen der Verbraucher steht laut IFH die Tatsache entgegen, dass der durchschnittliche Anteil der privaten Konsumausgaben für Bekleidung und Schuhe kontinuierlich sinkt. Aktuelle betrage er 5,3 Prozent. Während der qualitätsorientierte Fachhandel zunehmend Marktanteile verliere, wüchsen unter den Filialisten vorwiegend die billigen Textildiscounter, die auch zunehmend im Sperrfeuer der öffentlichen Kritik stünden.

Der Teil des Bekleidungsmarktes, der fast ausschließlich über den günstigen Preis verkauft, hat seinen Marktanteil laut Studie seit 2002 verdoppelt und macht mittlerweile mehr als zwölf Prozent des Marktvolumens aus. Größter deutscher Textildiscounter ist die Kik-Kette, die zuletzt wegen der Ausspähung von Mitarbeitern und der Zahlung von Niedriglöhnen in der Kritik stand.

«Viele Verbraucher mit geringen Einkommen haben kaum die Wahl, ob sie bei Textildiscountern kaufen oder nicht. Doch der Erfolg bei den Discountformaten hat sich über viele Jahre entwickelt, wobei das Wachstum nicht nur durch die Zielgruppe der niedrigen Einkommensschichten beschleunigt wurde», sagte Hedde.

ddp.djn/mwo/pon

(Redaktion)


 


 

Institut für Handelsforschung (IHF)
Köln
Verbraucherverhalten
Marktanteil

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