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  • 14.11.2007, 12:38 Uhr
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„Top Job“-Studie

Strategische Personalarbeit verschafft Mittelstand wichtige Wettbewerbsvorteile

Mittelständische Unternehmen mit einer guten und zielgerichteten Personalarbeit können dem Fachkräftemangel wesentlich gelassener entgegensehen als ihre Konkurrenz. Zudem erzielen sie einen vergleichsweise höheren Gewinn. Das ergab der aktuelle bundesweite Unternehmensvergleich "Top Job", in dessen Rahmen bereits im sechsten Jahr die 100 besten Arbeitgeber im deutschen Mittelstand ermittelt und ausgezeichnet werden.

Das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen prüfte dazu die Personalmanagement- und Führungsqualitäten der teilnehmenden Unternehmen auf Herz und Nieren.

"Im weltweiten Wettbewerb werden deutsche Unternehmen zukünftig durch Qualität, Kundenzufriedenheit und Innovation bestechen müssen. In diesen Bereichen können sie sich aber nur durch hervorragende Mitarbeiter und deren gezielte Förderung abheben", schreibt Prof. Dr. Heike Bruch, die wissenschaftliche Leiterin von "Top Job", in der Studie. Deshalb müssten mittelständische Unternehmen ihre Personalarbeit vor allem darauf ausrichten, die besten Nachwuchskräfte zu gewinnen, die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und die Potenziale aller Mitarbeiter optimal auszuschöpfen. Alles Ziele, die zukünftig - auch durch das Drohen eines ernsten Fachkräftemangels - nur schwer zu erreichen sein werden, so die Professorin. Arbeitgeber wie die 100 "Top Job"-Unternehmen, die ihr Personalmanagement bereits jetzt auf diese Aspekte konzentrieren, sind nach Meinung der Universität St. Gallen allerdings gut gewappnet für die Herausforderungen.

Engagierte Arbeitgeber punkten im Bewerbungsgespräch So zeigen sich bereits heute deutliche Unterschiede. Die besten zehn der "Top Job"-Unternehmen können in 95 Prozent der Fälle ihre freien Stellen mit dem jeweiligen Wunschkandidaten besetzen. Dagegen verlieren 20 Prozent der Unternehmen, die bei "Top Job" ausgeschieden sind, den bevorzugten Bewerber an die Konkurrenz . Die ausgezeichneten Arbeitgeber sind sich dieser Stärke bewusst: 74 Prozent der Personalleiter dieser Unternehmen schätzen die Fähigkeit ihres Unternehmens, gutes Personal anzuwerben, als sehr gut oder gut ein. Bei den ausgeschiedenen Firmen sind es gerade einmal 60 Prozent, ein nennenswerter Teil der befragten Unternehmen sieht hier einen klaren Nachholbedarf bei seiner Firma.

Personalarbeit als Wertschöpfungsfaktor

Doch nicht nur das: Die Forscher konnten auch den bereits im vergangenen Jahr ermittelten Trend bestätigen, dass sich ein ausgeprägtes und strategisch fundiertes Personalmanagement eindeutig im Unternehmensergebnis niederschlägt. Zwar würden sich die "Top Job"-Unternehmen von den ausgeschiedenen Firmen nicht im Umsatzwachstum unterscheiden: "Wohl aber haben die Top-Arbeitgeber auf der St.-Galler-Skala einen um sieben Prozentpunkte höheren Return-on-Investment und einen ebenso starken Gewinnzuwachs. Die Kundenzufriedenheit liegt um vier Prozentpunkte höher, und die Geschäftsabläufe sind um drei Prozentpunkte effektiver", heißt es in der Studie. Einen besonderen Einfluss auf den Return-on-Investment haben den Ergebnissen nach die Führung und die Vision sowie die Kultur und die Kommunikation eines Unternehmens. Für den Gewinnzuwachs seien die Kultur und die Kommunikation sowie die Mitarbeiterentwicklung und die Perspektive wichtig. Zudem werden bei 95 Prozent der "Top Job"-Arbeitgeber die Personalverantwortlichen in die strategischen Planungsprozesse mit einbezogen. Bei den ausgeschiedenen Unternehmen sind es lediglich 61 Prozent. Das Ergebnis der Studie ist damit nach Einschätzung der Wissenschaftler eindeutig: "Ein geschicktes Personalmanagement dient nicht nur dem Wohl der Mitarbeiter, sondern trägt auch zum Unternehmenserfolg insgesamt bei."

Die Grundlage der Studie ist ein von den Personalexperten aus St. Gallen entwickeltes Verfahren, mit dem die Leistungen mittelständischer Unternehmen in den sechs Kategorien "Führung und Vision", " Motivation und Dynamik", "Kultur und Kommunikation", "Mitarbeiterentwicklung und Perspektive", "Familien- und Sozialorientierung" sowie "Internes Unternehmertum" untersucht wurden. Insgesamt hatten 189 Unternehmen teilgenommen, 100 schafften den Sprung in den Kreis der besten Arbeitgeber. Mithilfe eines Fragebogens wurden zunächst die Kennzahlen der Unternehmen erfasst. In einem zweiten Schritt folgte eine detaillierte Online-Mitarbeiterbefragung, an der sich mehr als 20.000 von den etwa 45.000 eingeladenen Beschäftigten der teilnehmenden Unternehmen (45,5 Prozent) beteiligten. Mit 56 Prozent sind mit Abstand die meisten "Top Job"-Arbeitgeber im Dienstleistungsbereich tätig, gefolgt vom produzierenden Gewerbe (27 Prozent). Der Handel sowie das Finanz- und Versicherungswesen sind mit jeweils 6 Prozent vertreten. Die Unternehmensgröße variiert zwischen 16 und 4.634 Mitarbeitern, im Durchschnitt haben die ausgezeichneten Unternehmen 374 Beschäftigte. Die komplette Studie erscheint im Januar in dem von Prof. Dr. Heike Bruch und Wolfgang Clement herausgegebenen Buch "TOP JOB 2008 - Die 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand" (Verlag Redline Wirtschaft GmbH). Co-Autoren der Studie sind der Diplompsychologe Jochen Menges und der Diplomverwaltungswissenschaftler Christian Schudy.

(Redaktion)


 


 

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