Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
  • 01.04.2009, 08:53 Uhr
  • |
  • Gelsenkirchen/Düsseldorf
  • |
  • 0 Kommentare
Tarife

Tarifeinigung für Eisen- und Stahlindustrie erreicht

(ddp-nrw). Die rund 85 000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen erhalten mehr Geld. Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich in der zweiten Tarifrunde in der Nacht zu Mittwoch in Gelsenkirchen auf eine Einmalzahlung von 350 Euro für die Monate April bis Dezember 2009, wie beide Seiten am Morgen mitteilten. Ab dem 1. Januar 2010 steigen die Löhne und Gehälter um zwei Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 17 Monaten bis zum 31. August 2010.

Zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen kann die Arbeitszeit von 35 Stunden pro Woche den Angaben zufolge auf bis zu 28 Stunden verringert werden. Dabei soll es laut IG Metall gestaffelte Zuzahlungen bis zur 1,75-fachen Höhe des eines Stundenlohns geben. Lehrlinge werden nach Abschluss der Ausbildung künftig für 24 statt wie bisher für 12 Monate übernommen bei einer Mindestbeschäftigung von 28 Stunden pro Woche. Ältere Beschäftigte sollen auch über das Jahresende 2009 hinaus Altersteilzeitvereinbarungen abschließen könne.

Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard sprach von einem schwierigen Abschluss in schwierigen Zeiten. «Mit dem Kompromiss sind wir beim Geld hart an der Schmerzgrenze», sagte er. Allerdings habe es Erfolge bei der Beschäftigungssicherung gegeben. «Den Auszubildenden bringen die 24 Monate Übernahmegarantie eine echte Perspektive», sagte Burkhard. Arbeitszeitverkürzungen gebe es nun mit Zuzahlungen für alle Beschäftigten. Ursprünglich hatte die IG Metall 4,5 Prozent mehr Geld und eine Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Stahl, Helmut F. Koch, sagte, die Unternehmen würden durch die neuen Tarife erheblich belastet. Er sei sich nicht sicher, ob das Ziel der Beschäftigungssicherung tatsächlich erreicht werde. Die Arbeitgeber hätten dem Kompromiss schließlich zugestimmt, weil er eine relativ lange Laufzeit habe und sie einen langen Tarifstreit vermeiden wollten. Außerdem sei es gelungen, die Gewerkschaftsforderung nach tariflicher Aufstockung des Kurzarbeitergeldes abzuwehren.

Die Tarifkommission der IG Metall sollte am Mittwochmorgen in Gelsenkirchen über das Verhandlungsergebnis beraten.

(Redaktion)


 


 

Tarif
Tarifeinigung
Einigung
Eisen- und Stahlindustrie
Eisenindustrie
Stahlindustrie
Tarifvertrag
Ol

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Tarif" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: